Steinschneider

am 10.12.2017

Steinschneider 2.070 m - 450 Hm (Abbruch der Tour im Sturm)

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mit dabei:
Andreas und Bernhard


Der Himmel über der Koralpe brennt
Geplant war ein pulvriges Schönwettervergnügen auf der Koralpe, wo in den letzten 48 Stunden landesweit am meisten Neuschnee gefallen war. Geworden ist es dann ein hochwinterliches Kurzabenteuer bei eisigen Temperaturen und einem Abbruch der Tour im Sturm. Aber der Reihe nach:

Schnapszahl auf Bernhards Tacho
Bei der Anfahrt hat der Himmel über der Koralpe in der Morgensonne gebrannt. Bernhard hat sein schon etwas in die Jahre gekommenes Gefährt knapp vor dem Ausgangspunkt der Tour kurz gestoppt um die am Tacho aufleuchtende Schnapszahl seines Kilometerstandes festzuhalten. Gratulation an das treue Gefährt auch an dieser Stelle noch einmal! Bei stürmischen Verhältnissen sind wir schließlich bis zum Ausgangspunkt der Tour bei der Talstation des Hipflliftes weitergefahren.

Stürmisch im Bereich der Skilift Bergstation
Während des Auspackens waren die Verhältnisse schon so ungemütlich, dass ichgleich beschlossen habe, mit Jacke, Haube, Gesichtsmaske und Schneebrille loszugehen. Entlang der unpräparierten Piste neben dem Hipfllift, der derzeit ohne Bügel am Seil stillsteht, haben wir nach oben gespurt. Bei der Bergstation habe ich im Windschatten der kleinen Hütte auf die Kollegen gewartet, die unterwegs noch ihre Ausrüstung ergänzt hatten.

Aufstieg zum Steinschneider im Sturm
Von da sind wir entlang des Rückens hinauf in Richtung Steinschneider weitergegangen. Unaufhörlich hat der Wind uns von rechts vorne entgegen geblasen. Bernhard hat abermals etwas an seiner Ausrüstung ergänzt und ist etwas zurückgeblieben. Ich habe auf ihn gewartet und als er nachgekommen ist, feststellen müssen, dass die nicht verhüllten Stellen in seinem Gesicht bereits starke Erfrierungserscheinungen gezeigt haben.

Abbruch der Tour im Windschatten der Sendeanlage
Jetzt war Eile geboten und wir sind sehr flott bis zur Sendeanlage am Steinschneider, wo Andreas bereits im Windschatten Schutz gefunden hatte, aufgestiegen. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass wir die Tour zur Vermeidung von gesundheitlichen Langzeitfolgen für uns alle an dieser Stelle jedenfalls abbrechen mussten. Bernhards Ausrüstung wurde abermals ergänzt und die Durchblutung seiner Gesichtshaut hat sich im geschützten Windschatten gottlob wieder erholt.

Senkrechtes Eis
Auch die Lüftungsöffnungen meiner Gesichtsmaske waren im kalten Wind durch die austretende Feuchtigkeit zugeeist. Bei ähnlichen Verhältnissen bin ich vor Jahren einmal vom Preber abgefahren. Knapp vor dem Prebersee - bereits wieder im windstillen Bereich - ist mir damals eine aufsteigende deutsche Gruppe entgegen gekommen und sie haben mich ganz aufgeregt darauf hingewiesen, dass ich „Senkrechtes Eis“ vor meinem Gesicht habe.

Abfahrt im Sturm
Für die Abfahrt haben wir uns nach dem Umrüsten noch besser verhüllt und uns danach wieder in den Wind hinaus gewagt. Dieser war mittlerweile noch stärker geworden und hat ordentlich an unserer Standfestigkeit gerüttelt. Teilweise ist ihm dies auch gelungen. So schnell, wie dies unter den unwirtlichen Umständen möglich war, haben wir die Höhe wieder abgebaut.

Pulvrige Abfahrt entlang der unpräparierten Piste
Knapp oberhalb der Bergstation ist die Sicht dann etwas besser geworden. Und im Tiefschnee auf der unpräparierten Piste ist schließlich doch noch ein bisschen Powderfeeling aufgekommen, von dem wir uns im Vorfeld der Tour noch viel mehr erhofft hatten. Bereits knapp nach 10.00 Uhr haben wir unten wieder abgeschnallt. Und auch während des Verstauens der Ausrüstung im Auto ist uns nicht wirklich warm geworden.

Ham and eggs
Die Einkehr in eine warme Gaststube sollte da Abhilfe schaffen. Für eine Mittagsmahlzeit war es definitiv noch zu früh. Also wollten wir uns ein verspätetes 2. Frühstück genehmigen. Das übervolle Pub neben dem Parkplatz hatte keinen freien Platz, das Heizhaus ist vor Mittag nicht in der Lage Ham and eggs zuzubereiten und bietet nur vorbereitete Brötchen und Süßkram aus der Vitrine an. Also mussten wir uns nach erfolglosem Rundgang in der Kälte ins Auto setzen und nach Wolfsberg abfahren. Auch dort war die Suche nach dem Wunschgericht unseres Begehrs noch eine kleine Challenge. Aber das ist eine eigene Geschichte. Als wir dann endlich fündig geworden sind, da wurden wir für die Unbill zuvor wieder entschädigt. Mit dem, was da auf dem Teller sehr geschmackvoll präsentiert wurde, hätte sicher auch der Heinrich seine Freude gehabt.

Winter am Schererkogel
Andreas hat am Nachmittag noch eine Bergtour draufgepackt, indem er - motorisiert - meinen Lieblingsskiberg in der Südsteiermark, den Schererkogel, erklommen hat. Das hatten wir schon am Vortag erledigt und sehr über die winterlich verschneiten Weinberge gefreut. Die derzeitige Schneelage sollte eine gute Basis für die längst überfällige, abermalige Befahrung des Kogels (siehe Touren vom 3.2.2009 und 12.2.2010) nach dem nächsten Schneefall sein. Bei dieser Gelegenheit konnten wir uns auch davon überzeugen, dass der 2017er Jahrgang, der größtenteils noch in den Fässern reift, ein ganz besonders guter werden wird. Der ausgezeichnete Buschenschank www.adam-schererkogl.at/ geht ab jetzt in die verdiente Winterpause und hat ab Februar wieder geöffnet.

2. Advent
Mit den brennenden Kerzen auf unserem Adventkranz wünsche ich allen Besuchern meines weblogs eine schöne 2. Adventwoche.



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