Herberge und Hinkareck

am 17.01.2018

Herberge 1.680 m (4x), Hinkareck 1.933 m - 1.300 Hm

Zurück

mit dabei:
Andreas (Anderl)


Motorisiertes morgendliches Spur ziehen in die Kurzteichen
Ein kurzfristig eingebuchter Urlaubstag hat uns eine Tour mit zwei Gesichtern beschert. Die Wetterprognose war eher durchwachsen. Daher haben wir uns für eine Destination entschieden, bei der angesichts der NW Strömung zumindest der Anstieg im windgeschützten Bereich erfolgen sollte. Sehr überrascht waren wir nach der rutschigen Anfahrt in die Kurzteichen, als wir uns dort in vollkommen windstiller Umgebung wiedergefunden haben.

Aufstieg aus der Kurzteichen auf die Herberge
Auch aus den Gipfelregionen waren zu diesem Zeitpunkt noch keine wesentlichen Zeichen von angekündigtem Starkwind erkennbar. Recht flott haben wir in den Talschluss und danach auf die Herberge hinauf gespurt. Die ganze Zeit über sind wir auch hier vom Wind verschont geblieben. Nach 1 Std 20 min Aufstieg haben wir am oberen Ende der homogenen, unverspurten Fläche auf der Herberge erstmals abgeschnallt, die Felle abgezogen und unsere Ausrüstung auf den Abfahrtsmodus umgestellt.

Es staubt; 1. Abfahrt von der Herberge
Danach ging es erstmals wieder abwärts. Jubeln war im flockigen Pulver auf dem krusteligen Harschdeckel vom ersten Meter an angesagt. Es hat ordentlich gestaubt und schon nach den ersten Metern habe ich mir vorgenommen, bei der nächsten Abfahrt auch die Skibrille aufzusetzen.

Es staubt weiter, 2. Abfahrt von der Herberge
Am untersten Ende des Gipfelhangs haben wir uns eingebremst und die Felle wieder aufgezogen. In der Spur vom ersten Anstieg ging es hurtig wieder aufwärts und bereits eine Viertelstunde später durften die pelzigen Aufstiegshilfen wieder im Rucksack Platz nehmen. Obwohl der mittlerweile aufkommende böige Wind uns während des Umrüstens zwischendurch die Bäume rund um uns etwas abgebeutelt und uns dabei eingestaubt hatte, sind wir danach bei Sonnenschein – jetzt aber mit Skibrille - abermals nach unten gebraust.

Und es staubt noch immer; 3. Abfahrt von der Herberge
Nach dem Aufziehen der Felle und einem Schluck aus der Trinkflasche ging es auch schon wieder aufwärts, wo wir uns dazu entschlossen haben, eine dritte Abfahrt anzuhängen. Bei blauem Himmel als Hintergrund haben wir es ein drittes Mal stauben lassen. Diese Abfahrt, die vermeintlich letzte des Tages von der Herberge, war genauso lustvoll wie die beiden vorangegangenen Abfahrten.

4. Aufstieg auf die Herberge
Wieder haben wir uns ganz unten auf dem mittlerweile schon sehr gut festgetretenen Umrüstplatz eingebremst und abermals die Felle aufgezogen. Wieder ging es in der jetzt stellenweise auch etwas zugewehten Aufstiegsspur aufwärts. Bei unserer 4. Ankunft auf der Herberge haben wir uns jetzt aber nach rechts gewendet und weiter in Richtung Hinkareck hinauf gespurt. Schon vor dem ersten Aufschwung sind wir auf eine Aufstiegsspur gestoßen, die ein aus Wald a. Sch. heraufkommender Tourenkollege angelegt hatte.

Gegen den Wind stemmen vor der Zwischenabfahrt zum Enzianboden
Was jetzt folgte, war nach dem Gnussskilauf zuvor der ob der Witterung sehr alpine Zwischenteil der Tour. Im Schutze der letzten Bäume haben wir wegen des mittlerweile doch schon ziemlich heftig blasenden Windes die Oberbekleidung abgedichtet bzw. Gesichtsmasken und Schneebrillen aufgesetzt. Dann haben wir uns gegen den Wind gestemmt.

Im Whiteout aufs Hinkareck
Während der kurzen Zwischenabfahrt zum Enzianboden haben wir den Spurgeber aus Wald a. Sch. getroffen, der wegen der fehlenden Sicht seine Tour abgebrochen hatte und bereits am Rückweg war. Von der miserablen Sicht haben wir uns in der Folge beim Anstieg entlang der windumtosten Geländekante hinauf zum Hinkareck selbst überzeugt. Die markante, abgeblasene Geländekante war aber eine perfekte Orientierungshilfe.

Hinkareck im Sturm erreicht
Beim Gipfelkreuz des Hinkarecks gab es diesmal keine Gelegenheit, die Aussicht zu den Gesäusebergen bzw. zu den Niederen Tauern vis à vis zu genießen. Schließlich waren wir sehr froh, dass uns während des flotten Umrüstens für die Abfahrt kein Ausrüstungsgegenstand davongeweht worden ist.

Skitouren gehen ist Outdoorsport ;-))
Den Plan, auf direktem Weg – so wie bei der Tour am 8.12.2017 – in den Talschluss abzufahren, haben wir schon nach wenigen Metern im totalen Whiteout verworfen. Nicht nur, dass die Sicht schlecht war, hatte sich auch hinter der Geländekante jede Menge Triebschnee abgelagert. Und dieser war bei der bekannten Hangneigung weiter unten absolut unberechenbar.

Abfahrt zum Enzianboden
Daher haben wir in vorsichtiger Abfahrt reumütig wieder entlang der Geländekante zum Enzianboden hinunter gesucht. Und auch jetzt ist uns der weitere Skiabstieg entlang unserer Aufstiegsroute über die Herberge als der sicherste erschienen. Davor galt es aber noch die kurze Gegensteigung zu überwinden. In der stürmischen Umgebung wollten wir uns - unabhängig davon, ob die Felle nach den oftmaligen Auf- und Abfellaktionen zuvor in der Kälte überhaupt noch geklebt hätten - das Auffellen sparen.

Kurzer Zwischenanstieg vom Enzianboden
Daher haben wir die Latten geschultert und sind losgestapft. Stellenweise sind wir in zugewehten Mulden fast bis zur Hüfte eingebrochen, wenige Meter daneben ging es auf dem festen Harschdeckel wieder mühelos aufwärts. Der Wind hat aber überall an unserer Standfestigkeit gerüttelt. Wie zum Hohn hat am höchsten Punkt während des Anschnallens sogar wieder die Sonne kurz durch die Wolken gelacht. Nachdem auch dieser Balanceakt – ohne dass uns ein Ski davongeflogen ist – gelungen war, konnten wir die Abfahrt fortsetzen.

Abfahrt zur Herberge
Stellenweise war unsere Aufstiegsspur in den letzten 1 ½ Stunden mehr als knietief zugeweht worden. Und zurück auf der Herberge konnten wir feststellen, dass der Wind die Spuren unserer 3 Abfahrten und auch jene weiterer Tourenkollegen mittlerweile wieder wegpräpariert hatte.

Es staubt noch immer bei der 4. Abfahrt von der Herberge
Also konnten wir nun ein - unerwartetes - viertes Mal im unverspurten Pulver abwärts jubeln, auch wenn die Sicht nicht mehr so gut war, wie bei den vorangegangenen Abfahrten. Jetzt sind wir aber gleich weiter entlang der - mittlerweile auch zugewehten - Aufstiegspur in den Talschluss abgefahren.

Es staubt auch auf der Wiese, über die man die lange Wegkehre abkürzt
Von dort ging es dann entlang des Forstweges wieder talaus. Auch die Abkürzung der Wegkehre über die Wiese hat noch einmal feinsten Pulver für uns bereitgehalten. Danach ging es zurück zum Ausgangspunkt und direkt neben dem verschneiten Auto haben wir nach knapp 5 1/2 Stunden am Berg wieder abgeschwungen.

Gekochtes Rindfleisch mit Semmelkren
Bei der Fahrt zur Einkehr in Kalwang war dann wegen des glatten Untergrunds wieder Vorsicht und Geduld geboten. Das hat uns dafür die Zeit gegeben, die hochwinterliche Landschaft rund um uns zu genießen. Der Heinrich wird sich darüber freuen, dass es diesmal wieder feste Nahrung - nach der von ihm ungeliebten Suppe - zum Auffüllen der Energiespeicher gegeben hat. Ob das gekochte Rindfleisch mit Semmelkren und Kartoffeln auch seine Wahl auf der Tageskarte gewesen wäre oder er den Schweinsbraten bevorzugt hätte, weiß ich nicht. Uns hat Ersteres jedenfalls ausgezeichnet gemundet.



Mehr Bilder zur Tour

Zurück







| Suchmaschinenoptimierung durch die Lorem Ipsum GmbH |