Begunjscica (Überschreitung)

am 14.04.2018

Veliki vrh 2.060 m - 1.200 Hm

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mit dabei:
Philipp

Aufstieg vorbei an blühenden Frühlingsboten
Ein traumhaft schöner Tourentag im Süden, an dem man sich bei der Auswahl der möglichen Tourenziele wieder einmal hätte vierteilen müssen, hat uns wieder einmal an den südlichen Rand der Karawanken nach Slowenien geführt. Gleich nach dem Südportal des Loibltunnels haben wir eingeparkt und den Aufstieg mit aufgepackten Skiern auf ausgeapertem Boden begonnen.

Aufstieg am Fuße der Gipfelrinne mit Blick zu Vertatscha, Pautz und Selenitza
Aber schon nach 9 Minuten Aufstiegszeit, vorbei an vielen blühenden Frühlingsboten, haben wir angeschnallt und den Aufstieg entlang des ehemaligen Skigebiets fortgesetzt. Bald schon konnten wir aus der Entfernung den regen Betrieb vieler Aufsteigender in der Mittelrinne beobachten. Wir sind daran aber unterhalb vorbei gegangen und weiter bis zum Auslauf der Gipfelrinne knapp vor dem Planinski dom na Zelenici angestiegen.

Skianstieg in der Gipfelrinne
Dort haben wir eine Trinkpause eingelegt und gleich die Harscheisen montiert. Danach ging es mit dem unverwechselbaren Tiefblick zur Hütte und dem Fernblick zu den Karawankengipfeln im Norden in vielen Kehren aufwärts. Je weiter wir dabei in den Schatten eingetaucht sind, umso härter ist die Schneedecke geworden.

Anstieg im eisigen Mittelteil der Gipfelrinne
Schließlich haben wir die Skier auf die Rucksäcke gepackt und dafür die Steigeisen an den Schuhen montiert. Weil untertags der folgende immer steiler werdende Abschnitt der Rinne doch etwas Sonne abbekommt, war die Schneedecke dort glasig und hart. Der Pickel als Absicherung hat jetzt sehr wertvolle Unterstützung gegeben. Während Philipps nächtlicher Packaktion hatte allerdings der Seinige vergessen „Hier!“ zu rufen. Daher waren seine Schritte mit noch mehr Bedacht zu setzen.

Aufstieg mit Tiefblick zum Planinski dom na Zelenici
Zusätzlich hat zu diesem Zeitpunkt auch noch ein massiver Beschuss durch Steine von oben eingesetzt. Einer davon hat mich voll erwischt. Zum Glück hat er mich an jener Stelle in Höhe des Bauchnabels getroffen, an der Männer fortgeschrittenen Alters üblicherweise am besten gepolstert sind. Hätte er 15 cm tiefer eingeschlagen, …

Aufstieg im oberen Teil der Gipfelrinne
So schnell, wie es das sichere Steigen erlaubt hat, haben wir daher diesen Bereich hinter uns gebracht. Im steilsten Stück hat es zwischendurch auch ein paar Trittstufen gegeben, die das Steigen erleichtert haben. Als wir dann nach rechts in den hier wieder sonnenbeschienenen oberen Abschnitt der Rinne hineingequert sind, waren wir einerseits aus der Schusslinie der Steine und andererseits war der Trittfirn eine viel angenehmere Unterlage für den weiteren Anstieg.

Die letzten Meter zum Gipfel mit Blick zum Triglav und Tiefblick nach Bled
Da konnten wir uns jetzt für den weiteren Weg hinauf zum, von der Mittelrinne her gut besuchten, Firngrat knapp unterhalb des Gipfels etwas Zeit lassen. Von da waren es dann nur mehr wenige Meter hinauf zum höchsten Punkt (Veliki vrh), den wir nach einer Aufstiegszeit von insgesamt 2 Std 40 min erreicht haben.

Frühling in Bled
Dort oben hatten wir jetzt erst recht viel Zeit zum in die Ferne schauen. Der unvergleichliche Tiefblick nach Bled mit seinem markanten See mit der Insel mittendrin, oder zu den Juliern mit König Triglav in der Mitte im Westen, zu den Steiner Alpen im Südosten bzw. zu den Karawankengipfel im Norden, viel hatten wir zu schauen.

Voltreffer!
Und auch die Spuren des Steinschlags galt es zu begutachten. Durch die Kleidung hindurch war die schmerzende Bauchdecke blutig geschlagen. In den folgenden Tagen sollte sich rund um die Einschlagstelle noch ein ordentliches Hämatom dazu gesellen. Der ungetrübte Sonnenschein hat uns die Gewissheit gegeben, dass es irgendwann auch auf unserer geplanten Abfahrtsroute über die NW- Rinne auffirnen würde. Aber das hatte noch etwas Zeit. Und die haben wir auf dem Gipfel einfach nur genossen.

Einfahrt in die NW Rinne; im Hintergrund Vertatscha, Pautz und Selenitza
Irgendwann haben wir dann aber doch den Zeitpunkt als gegeben erachtet und sind anfangs bis zum Ausstieg aus der Gipfelrinne zurück gefahren. Und war der Schnee hier an der Südseite schon ziemlich weich, so hat sich das nach dem kurzen ostseitigen Hineinqueren in den Sattel am oberen Ende der NW-Rinne schlagartig geändert.

Firnabfahrt in der NW Rinne
Die Rinne war in ihrer Mitte am Vortag etwas zerfurcht worden, die Spuren waren aber über Nacht gefroren. Ebenso war die steilere glatte Fläche am Rand der Rinne im Schatten des Gipfelaufbaus noch pickelhart. Das ist auf den nächsten 150 Hm auch so geblieben. Danach sind wir in den sonnenbeschienenen Teil der Rinne ganz rechts außen gequert und haben ab da über den oberflächlichen Firn gejubelt.

Die letzten Meter des Wiederanstiegs; im Hintergrund in Bildmitte der Anstiegsweg am Fuße der Nordrinne
Das Jubeln hat sich bis dann bis ganz nach unten - lediglich einmal für das Übersteigen des Latschengürtels an dessen schmalster Stelle (ca 10 m) unterbrochen - fortgesetzt. Ganz unten hat es richtig geschmiert und ewig hätten wir so noch weiterfahren können. Auf Höhe des markanten Stallgebäudes (Smokuska pl.) haben wir schließlich wieder die Felle aufgezogen und sind - vorbei am Planinski dom Mrzli studenec - bis zum höchsten Punkt oberhalb des Planinski dom na Zelenici, wiederum vorbei an ungezählten blühenden Schneerosen und Krokussen, angestiegen.

Abfahrt entlang des ehem. Skigebiets
Nach knapp 40 Minuten Aufstiegszeit haben wir hier endgültig abgefellt. Und wir sind danach entlang des ehemaligen Skigebiets bis knapp unterhalb von jenem Punkt abgefahren, wo wir in der Früh angeschnallt hatten. 6 Minuten nach dem Aufpacken der Latten waren wir dann auch schon wieder am Ausgangspunkt beim Tunnelportal.

Steak mit Speckbohnen nach Westernart
Eine kleine Hürde hat sich dann noch bei der Heimfahrt aufgetan. Weil Philipps Reisepass der vielen Fernreisen, die ihn dauernd nach Asien und zu diversen Zielen innerhalb Europas führen, überdrüssig war, ist er auch zu Hause geblieben. Und weil der mitgeführte Führerschein nicht als Reisedokument gilt, ist jetzt die Amtskasse der BH Klagenfurt Land dank eines dienstbeflissenen Grenzpolizisten um € 25,- reicher. Das Essensgeld war somit schon einmal vor der Einkehr ausgegeben.

Spargel klassisch
Den Heinrich wird es aber freuen, dass wir uns trotzdem ein Steak von der Hochrippe mit Speckbohnen nach Westernart gegönnt haben. Und weil im Lavanttal die Spargelsaison gerade angelaufen ist, haben wir bei der weiteren Heimfahrt noch einen kleinen Abstecher eingebaut und Solospargel bzw. Premium Spargelspitzen gebunkert. Die haben wir uns zum Abschlussbierchen der Tour im heimischen Garten noch nicht gegönnt, wohl aber haben sie den Mittagstisch am Sonntag zu einem kulinarischen Highlight werden lassen. Und deswegen gibt es heute für meinen Kulinarikkritiker Heinrich ein zusätzliches Fotodokument.



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