Preber

am 15.12.2018

Preber 2.740 m - 1.220 Hm

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mit dabei:
Philipp


Der Preber in der Morgensonne bei der Anfahrt
Der alljährliche vorweihnachtliche Besuch in meiner Krakauer Heimat hatte diesmal angesichts der außergewöhnlich guten Schneelage den Vorteil, mit einer Skitour auf den Krakauer Hausberg verbunden zu werden. Die Wetterprognose, die für den gesamten Rest der Steiermark eine graue Wolkendecke prognostiziert hatte, hat außerdem die Hoffnung auf ein blaues Fenster über uns genährt. Und diese Hoffnung hat sich bereits während der Anfahrt erfüllt, als der Preber sich in der Morgensonne präsentiert hat.

Beginn des Anstiegs bei der Ludlalm
Am Ausgangspunkt beim Prebersee hatte es allerdings - die ebenfalls vorausgesagten - minus 13 Grad. 35 Grad Temperaturunterschied beim Austeigen aus dem warmen Auto wirken dann schon wie ein kleiner Schock. Nach Überwindung desselben während des Anziehens haben wir dann direkt an der Landesstraße angeschnallt und mit flotten Schritten entlang der Rodelpiste die Muskelpumpe angeworfen.

Aufstieg zur Halterhütte
Die weiten Wegkehren entlang des Sommerweges abkürzend ist es uns bis hinauf zur Prodingerhütte doch wieder warm geworden. Weiter ging es dann hinauf bis zur Halterhütte. Und gab es bis dahin noch eine Aufstiegsspur, so war diese bald danach nur mehr in Ansätzen unter dem Neuschnee erkenntlich. Am Weg hinauf zu den Roßböden war sie dann ganz weg und hat uns von da an die Gestaltungsfreiheit für die weitere Wahl des Aufstiegsweges gelassen.

Sonnenspiegelung auf der Staubewölkung
Wir haben uns für längere Kehren etwas rechts von der Linie, in der üblicherweise die pfeilgerade „Lungauer Spur“ hinaufzieht, entschieden. Bei der kurzen Jausenpause auf ca. 2.100 m haben wir überdies die Harscheisen montiert, um die durch den Triebschnee verursachten Rutschphasen zu minimieren. Danach ging es weiter hinauf zur Roßscharte und nach einer weiteren Trinkpause in den Anstieg zum Vorgipfel. Zwischendurch hat sich immer wieder eine leichte Staubewölkung, aus der es auch leicht geschneit hat, vor die Sonne geschoben. Das hat beim Blick zurück sehenswerte Spiegeleffekte und eine besondere Lichtstimmung erzeugt.

Die letzten Meter zum Gipfel
Am Vorgipfel haben wir angesichts des ziemlich abgeblasenen Gipfelaufbaues die Skier deponiert und sind den Schlussanstieg – teilweise tief einsinkend – hinauf gestapft. Nach etwas mehr als 3 Stunden Aufstiegszeit, die vor allem der schweißtreibenden Spurarbeit geschuldet waren, haben wir den Gipfel erreicht. Und war es schon am Ausgangspunkt beim Prebersee kalt, so war die Zeit des Wechselns der durchschwitzen Oberbekleidung gegen trockenen Ersatz aus dem Rucksack erst richtig frisch. Am Gipfel hatte es jedenfalls noch um einige Grade weniger als am Ausgangspunkt.

Frostige Gipfelfreude
Allzu lange haben wir den Gipfelaufenthalt daher nicht in die Länge gezogen und sind - warm eingepackt - bald wieder zum Vorgipfel abgestiegen. Nach dem Umrüsten für die Abfahrt ging es dann in das Highlight dieser Tour, die lange Abfahrt. Schon die ersten Schwünge hinunter zur Roßscharte haben uns einen Vorgeschmack darauf gegeben, was uns entlang der nie enden wollenden Rinne weiter unter erwarten würde, perfektes Skifahren im Pulverschnee.

Nur Fliegen ist schöner
Nach der vorsichtigen Durchfahrt zwischen den herausschauenden Steinen auf Höhe der Roßscharte ging das Vergnügen dann richtig los. Und haben wir uns 200 Meter weiter unten zum genussvollen Zurückschauen noch einmal eingebremst, so gab es danach keinen Grund mehr für einen Zwischenstopp entlang der elendslangen Kurzschwungorgie in der Falllinie. Erst die nötige Schrägfahrt auf Höhe der Roßböden hat uns eingebremst.

Abfahrt mit Tiefblick zum Prebersee
Danach haben wir unser Abfahrtstempo wieder etwas gedämpft und sind etwas vorsichtiger zur Halterhütte abgefahren. Die eine oder andere kleine Berührung mit einem unter der Schneedecke verborgenen Stein lässt sich um diese Jahreszeit leider trotzdem nicht ganz vermeiden, hat aber der Abfahrtsfreude keinen Abbruch getan. Bei der Halterhütte haben wir dann einmal kurz abgeschwungen und die Pause zum Telekommunizieren genützt.

Schnitzel
Anschließend sind wir entlang der präparierten (Rodel)Piste talwärts gebraust und haben uns erst am Ausgangspunkt der Tour wieder eingebremst. Und weil die gastliche Einkehrstätte so einladend her gelacht hat, sind wir nach dem Verstauen der Ausrüstung in der immer noch ziemlich frostigen Umgebung gleich einmal in die warme Stube geflüchtet. Der Heinrich wird möglicherweise bei der Lungauer Kasknödelsuppe noch nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen (uns hat sie jedenfalls wieder aufgewärmt), spätestens beim Schnitzel danach wird aber wohl auch sein Herz aufgehen. Und das Gebräu aus Murau dazu wäre sicher auch nach seinem Geschmack.

3. Advent
Derart gestärkt haben wir uns dann auf den Weg in die Krakau zum Friedhofs- und Verwandtenbesuch gemacht. Und nach einem weiteren Kurzbesuch in Murau haben wir schließlich der Heimat den Rücken gekehrt und die Fahrt zurück nach Graz angetreten.

Mit der dritten Kerze auf unserem – tierischen – Adventkranz wünsche ich einen schönen Beginn der letzten Arbeitswoche vor Weihnachten.



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