Tockneralm

am 05.01.2019

Tockneralm 1.830 m (Abbruch auf Höhe der Waldgrenze) - 605 Hm

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mit dabei:
Chris und Lisi


Ende eines Familienskitages in der Krakau
Nach einigen Tagen Pistenskilauf mit der gesamten Familie auf und abseits der Pisten am Krakauer Tockneralmlift bei traumhaften Schneeverhältnissen wollten wir am letzten Tag unseres Aufenthalts trotz ungünstiger Wetterprognose doch auch eine Skitour unternehmen. Die hohe Lawinenwarnstufe für den Bereich oberhalb der Waldgrenze hat uns dabei weniger Kopfzerbrechen bereitet, da uns die möglichen Gefahrenzonen abseits unserer Aufstiegs- und Abfahrtslinie bestens bekannt sind.

Anschnallen vor der Haustüre
Direkt vor der Haustüre meines Elternhauses haben wir angeschnallt und sind zuerst einmal in Richtung Skilift angestiegen. Knapp vor der Bergstation des Tellerliftes hat uns der in unserer Spur nachgelaufene Nachbarshund eingeholt. Axel ist ein sehr aufgewecktes Tier und war partout nicht dazu zu überreden, umzukehren.

Axel will mit auf Tour
Eine telefonische Kontaktaufnahme mit der Verwandtschaft war daher unumgänglich. Danach hat er auf Pfiffe und Befehle aus der Entfernung, die wir zwar eindeutig gehört haben, er aber nicht hören wollte, nicht reagiert. Da haben wir vereinbart, so lange zuzuwarten, bis ihn sein Frauerl Maria abgeholt und angeleint wieder heimgeführt hat.

Die sportliche Variante, den Windwurf zu queren
Erst danach konnten wir unseren Aufstieg - anfangs entlang der Skipiste - fortsetzen. Der weitere Routenverlauf folgte exakt jenem Weg, den ich in den letzten Jahren schon oftmals beschrieben habe. Im Hohlweg waren einige akrobatische Übungen vonnöten um die durch einen Windwurf aufgebauten neuen Hindernisse zu queren.

Aufstieg zur Waldgrenze
Am Fixlweg ging es dann weiter hinauf zur Hütte und ab da war dann schweißtreibende Spurarbeit gefordert. Je weiter wir hinauf gekommen sind umso mehr hat der schon bald nach dem Skilift sich bemerkbar gemachte Wind an Stärke zugelegt. Und direkt proportional dazu ist die Mächtigkeit des von weiter oben im lichten Wald abgelagerten Triebschnees angewachsen.

Sonne (re.o.) im Süden; Sturm aus dem Norden
Auf Höhe der Baumgrenze hat der Sturm schließlich noch ein Schäuferl zugelegt und uns zwischendurch komplett die Sicht geraubt. Weitere 450 Höhenmeter voll im Wind wollten wir uns keinesfalls antun. Und überdies war eine Gefahrenbeurteilung durch die stark eingeschränkte Sicht absolut unmöglich. Wie paradox, dass gleichzeitig vom Süden her die Sonne durch die Schneewolken durchgeblinzelt hat.

Versunken
Während des Umrüstens hat nicht nur der Sturm große Schneemengen von dem uns schützenden Baum auf uns abgeladen, sondern ich bin knapp daneben auch bis zu den Hüften eingesunken. Und überdies ist der Reißverschluss meiner Goretex Jacke eingefroren. Dies hat eine länger als geplante Umrüstphase verursacht. Der guten Stimmung hat dies aber, vor allem bei Frohnatur Lisi, keinen Abbruch getan.

Abfahrt zur Fixl Hütte
Etwas ausgekühlt sind wir daher in die Abfahrt gestartet. Der viele Triebschnee war vom ersten Meter an sehr gut fahrbar. Flott haben wir die hart erkämpften Höhenmeter wieder abgebaut und schon wenige Minuten später haben wir die Fixl Hütte wieder passiert.

Abfahrt im Hohlweg
Noch flotter ging es dann am geräumten Weg mit der dünnen Neuschneeauflage abwärts. Im Hohlweg folgten die „Kniebeugen“ wegen der vom Wind aufgebauten Hindernisse. Entlang des oberen Abschnitts des Krakauer FIS Hanges sind wir danach über die bestens präparierte Piste talwärts gecarvt. Und nach einer kurzen Geländefahrt haben wir dann direkt vor der Haustüre wieder abgeschnallt. Axel hätte uns gerne wieder begrüßt, durfte dies aber nur aus der Entfernung durch das geschlossene Fenster.

Deftiges Gabelfrühstück
In der warmen Stube hat Chris uns dann ein deftiges Gabelfrühstück bereitet, welches sicher auch dem Heinrich gemundet hätte. Danach haben wir schnell gepackt und sind im dichten Schneefall wieder nach Graz abgereist, wo Chris und Lisi uns am Abend in den Cirque Noel eingeladen haben. Danke!

Nach unserer Tour am 5.1. dieses Jahres hat mich die Familie Leitner vlg. Würger per E-Mail wissen lassen, dass sie meine Skitourenbeschreibungen auf die Tockneralm über den Lifthang und ihre Felder seit Jahren beobachten und dass sie das Skitourengehen auf ihren Feldern nicht dulden.
Seit meiner Jugendzeit gehe ich auf dieser Route von der Haustüre weg auf die Tockneralm. Dies war mir in den letzten Jahren vor allem deshalb immer ein besonderes Anliegen bei meinen Aufenthalten in der Krakau, weil es mit keiner Autofahrt verbunden ist, sitze ich doch eh sonst auch berufsbedingt sehr viel im Auto.
Das von den Grundstückseigentümern ausgesprochene Betretungsverbot werde ich beachten, obwohl es nach meinem Rechtsverständnis nicht rechtens ist. Die entsprechenden Passagen aus dem Forstgesetz betreffend die uneingeschränkte Betretung des Waldes bzw. die auch laut Juristen beider alpiner Vereine unproblematische Begehung und Befahrung von verschneiten Wiesenflächen habe ich den Grundstückseigentümern - auch per E-Mail - dargelegt.
Nun ist mir meine in der Heimat verbrachte Freizeit viel zu kostbar, um mich bei meinen seltenen Besuchen auch abseits der beruflichen Tätigkeit mit der Juristerei, die mich ohnedies das ganze Jahr über beschäftigt, zu befassen. Überdies ist der Aufstiegsweg ab der Klausen ohnedies der schönere und bietet Variationsmöglichkeiten vor allem im oberen Bereich, wenn man durch die Rinne abfahren will und nicht danach in elendslangen Schrägfahrten zum ehemaligen Aufstiegsweg zurück queren muss.
Beim Schallerwirt kann man außerdem direkt neben der Straße einparken, der Wirt Joseph Schnedlitz gibt kompetente Auskünfte zu Touren in der Krakau und lässt „zur Not“ auch sein WC benützen. Und wenn man bei ihm - mit neu gestaltetem Wellnessbereich - wohnt, ist man schon vor Ort und wird überdies abends auch noch ausgezeichnet bekocht.



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