Lärchkogel und Eiblkogel

am 09.01.2019

Lärchkogel 1.894 m, Eiblkogel 1.831 m - 1.300 Hm

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mit dabei:
Chris, Philipp, Andreas (Anderl) und Keano


Zweigeteiltes Land
Wenn in einem großen Teil des Bundeslandes Lawinenwarnstufe 5 herrscht, und man unternimmt an einem solchen Tag eine Skitour, dann wird man schon öfter einmal gefragt, ob man im Oberstübchen noch richtig tickt. Dazu bedarf es vorweg einer Klarstellung.
Skitouren bergen als Outdoor Sportart grundsätzlich ein Risiko in sich. Für jede Tour gibt es in unserer Tourenrunde eine akribische Vorbereitung. Dazu gehört natürlich auch das Studium des Lawinenlageberichts. Man will ja schließlich im ureigensten Interesse sicher auf den Berg hinauf- und von dort auch wieder herunter kommen. Die meisten Lawinenunfälle ereignen sich statistisch bei Lawinenwarnstufe 3 („Erheblich“). Ist diese höher, so kommt bei der Tourenplanung auch noch die Überlegung der sicheren An- und Abfahrt - die ja ohnedies das gefährlichste Moment einer jeden Skitour ist - dazu. Wenn Verkehrswege von Spontanentladungen und Baumbruch bedroht sind, dann werden solche Wege aus der Tourenplanung selbstverständlich ausgespart.

Stufe 5!
Die Lawinenwarnstufe 5 („Sehr groß“) wurde heute in der Steiermark nur für den Bereich der Nordalpen ausgegeben. Wenn es im Land wegen der anhaltenden Nordströmung aber weiter südlich eine Bergregion gibt, die auch noch ausreichend Schnee für Skitouren hat, die Lawinenwarnstufe dort aber nur mit „Mäßig“ (Stufe 2) ausgegeben ist, dann sollten auch an einem Tag, an dem einige Gemeinden im Land zum Leidwesen der dort lebenden Menschen zum Katastrophengebiet erklärt worden sind, keine Pauschalverurteilungen der Bewegung in der freien Natur Platz greifen.
Selbstverständlich gilt es dabei, die auch bei Lawinenwarnstufe 2 bestehenden Gefahrenbereiche tunlichst zu meiden und die Lage vor Ort zu beurteilen.

Aufstieg entlang der Rodelpiste
Bei dichtem Schneefall nördlich des Gleinalmtunnels sind wir in den Weitentalgraben angereist und haben die Tour am Parkplatz unterhalb der Rodelpiste begonnen. Auch beim Aufstieg zur Zechneralm hat es anfangs noch geschneit, zunehmend haben sich aber blaue Flecken in der löchrigen Wolkendecke gezeigt. Der Wind ist uns beim Aufstieg bis zum Melkboden sehr gnädig gestimmt geblieben.

Aufstieg zum Lärchkogel
Nach einer kurzen Trinkpause sind wir entlang des Rückens weiter in Richtung Gipfel angestiegen. Dabei galt es - wie auch bei der späteren Abfahrt – den Bereich der an der Geländekante aufgetürmten Wechte zu meiden. Mit zunehmender Höhe hat der Wind immer mehr aufgefrischt. Auch in den Bereich oberhalb des Seetals hat er dabei ordentlich Schnee hinein verfrachtet. Wie auch sonst immer ist dieser Bereich daher als Abfahrtsroute - heuer erst recht - ein Tabu.

Kuschelige Gipfelrast
Nach einer Aufstiegszeit von 1 Std 55 min haben wir uns alle zusammen in den schützenden kleinen Unterstand neben dem Gipfelkreuz hineingezwängt. Für Keano, der die Wege im Anstieg in seinem jugendlichen Elan gleich mehrfach gemacht hatte, war auch noch Platz. Unsere Rucksäcke sind zwar draußen geblieben, aber unsere - und damit auch seine - Jause haben wir mit hineingenommen. Gestärkt haben wir schließlich die kleine, aber feine Hütte wieder verlassen.

Abfahrt vom Melkboden zur Zechneralm
Nach wenigen Minuten Abfahrt voll im Wind haben wir allesamt unsere Gesichtsmasken zum Schutze vor gröberen Erfrierungen im Gesichtsbereich übergezogen. Dann sind wir weiter zum Melkboden abgefahren. Und war der abgeblasene Gipfelbereich schon sehr gut zu fahren (im Gegensatz zu den Vorjahren gab es fast keine herausschauenden Steine), so ist der Fahrspaß mit abnehmender Höhe im indirekt proportional zunehmenden Pulverschnee immer größer geworden.

Der Vierbeiner nimmt die Direttissima zwischen den Spuren der Zweibeiner
Sehr flott waren wir wieder auf Höhe Zechneralm bevor das Highlight der ersten Abfahrt, der Schlusshang hinunter zum Zechnerboden uns noch einmal zum Jubeln gebracht hat. Unten angekommen haben wir daher noch einmal genussvoll auf unsere Spuren im Schnee zurückgeschaut. Mein Turnprofessor aus den letzten beiden Schuljahren, Gernot R., nach wie vor fit wie ein Turnschuh, ist uns dort mit seinem Tourenkollegen im Aufstieg begegnet.

Blick zurück zur Zechneralm
Wir haben wieder die Felle aufgezogen und unseren Anstieg hinauf in Richtung Kreuzsattel begonnen. Durch den tief verschneiten Wald hat Chris uns eine Spur nach oben gezogen. Zwischen den Bäumen haben sich uns immer wieder kurze Ausblicke zurück zur Zechneralm und zu unseren Abfahrtsspuren ergeben.

Abgeblasene Flächen oberhalb der Baumgrenze
Ab der Baumgrenze war der Schnee dann schlagartig weg. Über den langen abgeblasenen Rücken haben wir den Weg zum Eiblkogel bei immer mehr zunehmender Staubewölkung zurückgelegt. Der Wind war gnädiger als erwartet. Nach einer weiteren Aufstiegszeit von ziemlich genau einer Stunde haben wir schließlich das zweite Tagesziel erreicht.

Abfahrt vom Eiblkogel
Trotz des immer noch gnädigen Windes haben wir den Gipfelaufenthalt eher kurz gehalten und flott für die Abfahrt umgerüstet. Im Whiteout galt es dann aber die richtige Abfahrtsroute zu finden, Eine anfängliche Fehleinschätzung der Richtung haben wir mit Hilfe elektronischer Orientierungshilfen wieder korrigiert und etwas später unsere Schwünge am langen flachen Rücken hinunter gezogen. In der anschließenden Schneise und im lichten Baumbestand daneben sind wir dann erst richtig ins Fahren gekommen.

Abfahrt in den Weitentalgraben
Und während wir bei unserer letzten Abfahrt im Dezember 2017 hier wegen Schneemangels einen langen flachen Bogen am Forstweg nach Norden gemacht haben, sind wir diesmal sehr genussvoll entlang des Wanderweges talwärts gebraust. Schließlich sind wir wieder auf den Forstweg gestoßen und auf diesem in den Talboden abgefahren, ohne auch nur von einem einzigen Stein eingebremst zu werden. Das habe ich vom letzten Mal auch etwas anders in Erinnerung.

Schweinsbraten
Entlang der Rodelpiste ging es schließlich - je nach Wachsung der der Skier in unterschiedlichen Fahrstilen - wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour, den wir ziemlich zeitgleich mit Gernot und seinem Kollegen erreicht haben. Kurz haben wir noch alte Geschichten aufgewärmt und daneben unsere Ausrüstung wieder akribisch ins Auto geschlichtet. Schließlich haben wir das auch noch mit unseren Körpern getan und uns von Andreas zur Einkehr chauffieren lassen. Der Heinrich wird sich darüber freuen, dass der mittlerweile schon sehr mächtige Hunger mit Hausmannskost, in meinem Fall mit einem Schweinsbraten gestillt worden ist. Chris sei für die Einladung gedankt.

Geldbörse
Philipp hätte dies auch gerne übernommen, aber irgendwo auf der Tour seine Geldbörse (I-Clip Spange mit 4 Karten, Führerschein und etwas Bargeld) verloren. Er würde sich sehr freuen, wenn ein wachsames Tourengeherauge dieses im Vorbeigehen finden könnte.



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