Lahngangkogel

am 16.01.2019

Lahngangkogel - Westgipfel 1.778 m , Ostgipfel (2x) 1.738 m - 1.200 Hm

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mit dabei:
Chris


Wechtentürme am Weg zum Ostgipfel
Nach zwei Wochen intensivem Schneefall mit Sturm war der erste schöne Tag für uns beide arbeitsfrei. Um den zu nützen haben wir sehr lange über Tourenmöglichkeiten bei nach wie vor großer Gefahrenstufe nachgedacht. Das schon öfter nach Neuschneefällen besuchte „Kanada des Kleines Mannes“ über der Kaiserau ist uns auch wegen der gesicherten Anfahrt als beste Destination erschienen. Und wir haben es sehr gut erwischt.

Aufstieg zur Wagenbänkalm
Früh sind wir am geräumten Parkplatz aufgebrochen. Zuvor haben wir allerdings noch den kleinen Abstecher zum Automaten absolviert und dort den Obulus für das Parken deponiert. Entlang der westlichen Skipiste sind wir dann bis zur Bergstation des Schleppliftes angestiegen. Bis dahin hatte uns das Pistengerät eine kompakte Unterlage geschaffen. Ab da war dann aber Spurarbeit gefordert.

Aufstieg zur Wagenbänkalm
Und weil der Sturm des Vorjahres oberhalb des sonst begangenen Weges an der Nordseite große freie Flächen geschaffen hat, die sehr stark eingeweht waren, haben wir den Anstieg – wie schon im Vorfeld geplant – in Richtung Wagenbänkalm fortgesetzt. Der Neuschneezuwachs der letzten Woche in Verbindung mit dem starken Wind hat die Wege unter einer dicken Decke verschwinden lassen. Infolge kompletten Wegverlustes haben wir zwischendurch etwas mühsam zwischen den Bäumen hindurch die am Weg liegenden Gräben gequert.

Auf der Wagenbänkalm
Schließlich ging es auf dem ebenso dick zugeschneiten Forstweg hinauf zu den Hütten auf der Alm, die ebenso teilweise in den Schneewechten verschwunden waren. Nach dem Überqueren des Almbodens sind wir dann in Richtung Norden zwischen den dick zugeschneiten Bäumen in Richtung Westgipfel angestiegen.

Aufstieg von der Wagenbänkalm zum Westgipfel
Freie Flächen meidend haben wir zwischen den Bäumen eine Spur hinauf gelegt und uns dabei öfters abgewechselt. Schließlich wurde das Gelände wieder flacher und es galt jetzt, nicht am Gipfelkreuz vorbei zu gehen. Weil es noch ein paar Zentimeter aus der aufgetürmten Schneewechte herausgeschaut hat, ist uns auch dies gelungen. Nach 2 ¼ Stunden recht anstrengender Spurarbeit waren wir am Ziel.

Zugeschneites  Gipfelkreuz am Westgipfel
Ursprünglich hatten wir die Absicht gehabt, auch wieder entlang des Aufstiegsweges abzufahren. Nach dem Kartenstudium haben wir uns aber dazu entschlossen, die etwas flachere Variante vom Ostgipfel in die Flitzen und danach vom Kalblinggatterl über die Klinke Hütte zurück in die Kaiserau abzufahren.

Am Weg zum Ostgipfel
Dazu mussten wir aber jetzt einmal zum Ostgipfel kommen. Und ist diese Höhenwanderung bei schönem Wetter wegen der alpinen Szenerie im Hintergrund auch sonst immer lohnenswert, bei den heutigen Verhältnissen war sie unübertrefflich schön. Vorbei an der verwehten Einfahrt in die Nordabfahrt, die wir bereits im Vorfeld ausgeschlossen hatten, ging es nach Osten.

Winterwonderland knapp vor dem Ostgipfel
Dabei hatten wir einige Male tiefe Einschnitte zwischen den Wechtentürmen zu queren. Und nach der obligaten Zwischenabfahrt oberhalb des Seekars haben wir dann unsere Spur unter den wirklich mächtigen Wechten zum Ostgipfel gezogen. Nach etwa einer halben Stunde war die Überschreitung ab dem Westgipfel an einem sonnigen und windstillen Platz zwischen den tief verschneiten Bäumen beendet.

Erste Abfahrt in die Flitzen
Dort haben wir dann erst einmal getrunken und gegessen und danach für die Abfahrt umgerüstet. Bei den derzeitigen Schneehöhen sind Tiefschneebänder ein „must have“ und diese sind daher auch montiert worden. Nachdem alle Luken dicht gemacht waren, haben wir unsere Abfahrt begonnen.

Erste Abfahrt in die Flitzen
Vom ersten Meter an war dabei Jubel angesagt. Nicht nur dass der hier so gut wie vollkommen ohne Windeinfluss gefallene Schnee bestens fahrbar war, hat es auch hier nicht das geringste Gefahrenzeichen in Form von „WUMM Geräuschen“- wie auch schon auf der gesamten Tour bis hierher - gegeben. So haben wir die Höhe bis hinunter in die Flitzen sehr fein wieder abgebaut.

Aufstieg zum Kalblinggatterl
Lediglich die Landschaft verändert sich doch erheblich, wenn mehrere Meter Schnee liegen. So haben wir an etwas anderer Stelle als in den Vorjahren wieder aufgefellt. Schon jetzt war aber klar, dass wir nach dem kurzen Wiederanstieg vom Kalblinggatterl nicht gleich wieder in die Kaiserau abfahren wollten.

Verweht und verspurt
Auch wenn es dafür abermals einiger Anstrengung beim Spuren bedurft hat, sind wir daher von dort neuerlich zum Ostgipfel angestiegen. Auch hier in dieser Mächtigkeit noch nie gesehene Wechten galt es dabei zu überqueren bzw. eine Spur zwischendurch zu ziehen. Chris in seinem jugendlichen Elan hat dies zum größten Teil übernommen. Und ich habe hinterdrein viel Zeit gehabt zu genießen und Fotos zu schießen. Etwa 40 Minuten nach dem Beginn des Wiederanstiegs waren wir wieder auf unserem festgetretenen Umrüstplatz am Ostgipfel angelangt.

Zweite Abfahrt in die Flitzen
Abermals haben wir alles abgedichtet, die Tiefschneebänder montiert und dann unsere zweite Abfahrt etwas weiter südlich begonnen. Jeder einzelne Schwung war auch hier ein Hochgenuss. Und fast hätten wir die Abfahrt bis hinunter in den Talgrund etwas zu lange ausgekostet. Die abschließende Schrägfahrt hat uns nämlich etwa 20 Meter unterhalb des Umrüstplatzes vom ersten Mal landen lassen.

Untauglicher Versuch einer Schneehöhenmessung
Daher hieß es neuerlich einen Platz festzutreten, wollten wir nicht nach dem Abschnallen im Tiefschnee versinken. Und wie tief der Schnee dort ist, wollte ich mit Hilfe meiner Lawinensonde feststellen. Der Versuch war aber untauglich, weil ich mit der vollen Länge (Kürze) meiner Sonde von 2, 60 m nicht bis zum Boden gekommen bin. Und graben wollten wir wirklich nicht.

Aufstieg beim Kalblinggatterl
Die dabei gesparte Energie haben dann nach dem Wiederanstieg zum Kalblinggatterl dafür verwendet noch ein Stück in Richtung Kalbling weiter anzusteigen. Eine dort schon bei unserem Wiederanstieg zum Ostgipfel vis a vis zuvor entdeckte frische Aufstiegsspur hat uns auf den letzten 100 Hm dies etwas erleichtert.

Klinke Hütte im Schnee versunken
Oben haben wir ein letztes Mal abgefellt und uns dann in die Abfahrt auf der ehemaligen Skipiste hinunter zur Klinkehütte gestürzt. Sonnseitig war der Schnee schon etwas umgewandelt, aber immer noch sehr gut fahrbar. Die Hütte ist derzeit bis unter das Dach zugeweht. Von dort sind wir dann - vorbei an einigen aufsteigenden Tourengehern und Schneeschuhwanderern - in die Kaiserau abgefahren, wo wir nach knapp 6 Stunden am Berg, etwas länger als wir geplant hatten, neben dem Auto abgeschwungen haben.

Abendhimmel über Graz
Und weil das Zeitkorsett für den Nachmittag daher etwas angespannt war, haben wir den Einkehrschwung ausfallen lassen und sind schnurstracks heimgefahren. Der Heinrich braucht deswegen nicht traurig sein, weil ich überzeugt bin, dass ihm auch der Lauch-Käsestrudel nach der Grießnockerlsuppe vom heimischen Herd sehr gut geschmeckt hätte. Und als zweites Dessert hat es dann nach der Joghurtcreme mit Waldbeeren auch noch einen vom heimischen Garten aus beobachteten herrlichen Abendhimmel über Graz gegeben, der ihm sicher auch gefallen hätte.



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