Kloben - Schönbergkar

am 20.02.2019

Kloben 2.048 m - 1.200 Hm

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mit dabei:
Andreas (Anderl) und Keano


Da capo!

Eislaufplatz als Parkplatz
Weil es am Sonntag so fein war und weil Andreas noch nie am Kloben war, sollte es eine Wiederholung der Tour vom Wochenende werden. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Und das Wetter ist halt einmal kein Wunschkonzert. Der nächtliche Regen hat schon bei der Anreise auf der vereisten Straße zwischen St. Ilgen und Innerzwain die elektronischen Fahrhilfen voll gefordert. Danach ging es sehr schaumgebremst zum Ausgangspunkt der Tour beim Bodenbauer.

Aufbruch beim Bodenbauer
Weil die Wolkenuntergrenze bei ca. 1.800 m gelegen ist, war bis dahin zumindest mit halbwegs passabler Sicht zu rechnen. Und für den Bereich darüber war ich mir sehr sicher, auch bei schlechter Sicht den Weg hinauf auch ohne elektronische Navigationshilfen zu finden. Und diese hätten wir zur Not auch noch mitgehabt.

Aufstieg unter der Hundswand
Anfangs ging es entlang des obligaten Aufstiegsweges hinauf zur Hundswand. Dort haben wir wieder etwas unterhalb des Aufschwungs entlang des Wandfußes die Harscheisen montiert. Die wären aber wegen der durchfeuchteten und dadurch sehr griffigen Schneedecke überhaupt nicht nötig gewesen. So sind wir recht flott bis unterhalb vom Rauchkar aufgestiegen. Und von da sind wir wieder zuerst gerade hinauf und dann unterhalb vom G. Beilstein nach links ins Schönbergkar gequert.

Aufstieg im Bereich der Einmündung der Salzleiten
Ab da war dann die Schneedecke nicht mehr durchfeuchtet. Auf dem harten Harschdeckel war anfangs eine Graupelschicht, weiter oben dann immer wieder Triebschnee in unterschiedlicher Mächtigkeit. Ab da waren dann die Harscheisen jedenfalls gefordert. Der Wind hat auch aufgefrischt und den wenigen Neuschnee herumgeweht.

Anstieg im White out
Beim großen Stein haben wir uns schließlich eine Trink- und Jausenpause gegönnt. Einige Gämsen waren sehr an unserem Vorhaben interessiert. Danach ging es weiter hinauf im Kar. Mit zunehmender Höhe ist wegen des kalten Windes die Schneeoberfläche immer härter geworden. Und gleichzeitig ist auch die Sicht immer schlechter geworden. Schließlich sind wir im völligen Whiteout gelandet.

Aufstieg in der Mulde
Das beim sonntäglichen Anstieg eingeprägte Gelände war aber noch so präsent, dass es kein Problem war, den angepeilten Aufstiegsweg zu finden und diesem zu folgen. Einige Meter sind wir dabei in die Mulde hinab gestiegen und haben uns die dortigen Geländemerkmale ganz genau eingeprägt, um bei der späteren Abfahrt auch wieder rechtzeitig aus der Mulde auszusteigen und nicht in der an diesem Tag aufgrund der pickelharten Schneedecke zu steilen direkten Einfahrt ins Schönberkar zu stranden.

Skidepot am Beginn des Gipfelaufbaus
Dieser Mulde sind wir dann nördlich vorbei am Kloben gefolgt. Einige Meter zu spät sind wir später nach rechts abgebogen und daher genau oberhalb der Salzleiten gelandet. Das hat uns einen kurzen abermaligen Abstieg zurück zum Fuß des Gipfelaufbaus beschert. Von dort sind wir noch einige Meter angestiegen und haben dann die Skier deponiert. Einen Anstieg auf Skiern bis zum Gipfel über teilweise ausgeapertes Gelände wollte ich diesmal meinen am Vortag erworbenen und zugeschnittenen Fellen ersparen.

Die letzten Meter zum Gipfel
Nach 2 Std 55 min Aufstiegszeit waren wir am Gipfel, sind dort aber nur sehr kurz geblieben. In einer etwas geschützten Mulde haben wir nach wenigen Metern Abstieg dann gejausnet und für die Abfahrt umgerüstet. Danach sind wir den kurzen Weg zum Skidepot abgestiegen. Den Abfahrtsweg über die Salzleiten haben wir schon während des Anstiegs weit unten aus Sicherheitsgründen verworfen. Ich habe immer noch die Worte des Schweizer Lawinenpapstes Werner Munter bei einem Vortrag in Graz im Ohr, als er gesagt hat: „40 Grrrad und ein harter Harschdeckel druf, das ist Absturrzgelände“. Und die Salzleiten hat stellenweise ein noch größeres Gefälle.

Abfahrt ins Nichts
Für die ersten Meter der Abfahrt in völligen Whiteout war es nur wichtig, halbwegs in der Falllinie zu bleiben und uns 170 Meter weiter unten von der Mulde, durch die wir aufgestiegen waren, auffangen zu lassen. Das ist sehr gut geglückt und auch die weitere Abfahrt zurück durch die Mulde war unproblematisch. Jetzt hätten wir zwar weiter geradeaus direkt ins Schönbergkar abfahren können, aber die Steilheit der Einfahrt in Verbindung mit dem pickelharten Harschdeckel hat nach der Sicherheitsvariante „Back track“ gerufen. An jener Stelle, wo wir in diese beim Anstieg kurz abgestiegen waren, sind wir daher aus der Mulde wieder kurz angestiegen und haben unsere Abfahrt entlang der Aufstiegsroute fortgesetzt.

Abfahrt im Schönbergkar, teilweise mit Pulverauflage
Mit dem Eintauchen ins Schönbergkar ist zwar kurzzeitig die weiter oben schon passable Sicht wieder schlechter geworden, weil es hier sehr stark geweht hat, ab da abwärts war sie dann aber gut. Harte bis glasige Harschflächen haben sich auf den nächsten 200 Höhenmetern mit Triebschneeansammlungen unterschiedlicher Mächtigkeit abgewechselt. Mit deren Abnahme hat es nach unten hin immer mehr unter unseren Latten zu klappern begonnen.

Andreas und Keano nach dessen Umweg am Beginn dieser Steilstufe wieder vereint
Keanao, der sonst nichts lieber macht, als uns in der Abfahrt zu folgen, hat auf dem glasigen Harschdeckel in einer Steilstufe einmal kurz verweigert und einen flacheren Umweg genommen. Ab dem Bereich, wo wir aus dem Schönbergkar wieder nach links unter dem Gr. Beilstein hinaus gequert sind, war die Schneedecke dann wieder durchweicht und auch für den Wauzi kein Problem mehr.

Abfahrt unterhalb des G. Beilstein
Wie schon am Sonntag sind wir nicht zur Gänze dem Aufstiegsweg gefolgt, sondern bei erstbester Gelegenheit gerade hinunter gestochen. Auch der Bereich bis hinunter zum Wandfuß bzw. der Wald darunter war völlig anders zu fahren als drei Tage zuvor. Die durchfeuchtete Schneedecke war zwar stellenwiese etwas schnittig, aber dafür hat der Kanteneinsatz diesmal nicht den essentiellen Stellenwert gehabt. Einige Kadaver toter Gämsen, die den heurigen extremen Witterungsbedingungen zum Opfer gefallen sind, liegen in diesem Bereich herum.

Wiener Schnitzel
Entlang der Aufstiegsspur ging es dann über den Trawiesbach und zurück zum Ausgangspunkt der Tour beim Bodenbauer, wo wir um 11.40 Uhr mit den ersten zaghaften Sonnenstrahlen des Tages abgeschnallt haben. Nachdem dann der gefährlichste Part der Tour, nämlich das Umrunden des Autos auf dem spiegelglatten und vollkommen vereisten Parkplatz, ein zweites Mal am Tag unfallfrei geglückt war, sind wir zur Einkehr gefahren und haben uns in St. Ilgen mit einem knusprigen Schnitzel belohnt. Das wird sicher auch den Heinrich freuen.



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