Schüttnerkogel und Bruderkogel

am 23.02.2019

Schüttnerkogel 2.170 m, Bruderkogel 2.299 m - 1.480 Hm

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mit dabei:
Chris und Lisi

Start in die Pölsen mit Blick zum Bruderkogel
In den letzten Tagen hatten wir uns alle viel auf präparierten Pisten bewegt, Chris und Lisi im Tiroler Serfaus und wir in der Krakau. Weil am Vortag der Winter kurz zurückgekehrt war, haben wir uns zum Ziel gesetzt, auf der gemeinsamen Suche nach Pulverschnee irgendwo an der Nordseite des Alpenhauptkamms fündig zu werden. Weil es überdies weit hinauf geregnet hatte und daher die Zufahrtsstraßen in die Seitentäler mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vollkommen vereist waren, war überdies ein Ausgangspunkt möglichst nah an einer Durchzugsstraße gefragt. Daher hat sich wieder einmal die Tourenarena in der Pölsen aufgedrängt.

Verhaltensregel
Vom Parkplatz neben der Bundesstraße sind wir bei minus 9 Grad gestartet. Während der bergab führenden Passage vorbei am Forsthaus bis zum tiefsten Punkt bei der Bachquerung ist uns sicher noch nicht warm geworden. Entsprechend flott sind wir daher nach der folgenden Weggabelung, wo ein Holzschild in individueller Schreibweise darauf hinweist, im Wald das Singen und Pfeifen zu unterlassen, weiter gestiefelt. Und weil wir so flott dran waren und uns außerdem viel über die letzte Woche zu erzählen hatten, sind wir eine Abzweigung zu früh nach links hinauf abgebogen.

Die Zechneralm ist fast erreicht
Das war aber überhaupt nicht schlimm, weil ja alle Wege zur Lackneralm hinauf führen. Mit der Abkürzung der langen Kehre war auch der Weg dorthin kein wesentlich längerer. Ziemlich genau eine Stunde nach unserem Aufbruch haben wir dort eine erste kleine Pause eingelegt. Anschließend hat dann die Wegsuche richtig begonnen. Aufgrund der heuer außergewöhnlich guten Schneelage - das nahe Hohentauern war ja nach den starken Schneefällen Anfang Jänner einige Tage von der Außenwelt abgeschnitten - war der Weg hinauf ins Kar zwischen den Bäumen stellenweise nur zu erahnen. Einmal haben wir daher etwas zu hoch angetragen und mussten vor dem breiten Lawinenstrich vom Kohlmeisriedel herunter wieder bis zum Talgrund abfahren um uns das Überqueren der knolligen Lawinenkegel zu ersparen.

Spielplatz? – Die Riesen haben Schneeball geworfen ;-)
Danach haben wir - stellenwiese auf dem zugeschneiten Lackneralmbach - ins weite Kar hinauf gespurt. Chris hat dabei schon sehr intensiv alle lohnenden Abfahrtsmöglichkeiten in diesem Bereich ausgelotet. Die Nordseite des Bruderkogels, an der wir dort die ganze Zeit entlang gegangen sind, hat vor allem im oberen Bereich nicht wirklich lohnend ausgeschaut. Aber wir wollten - zumindest vorweg - ohnedies zum Schüttnerkogel.

Aufstieg im Kar
Daher sind wir auch noch über die nächsten Geländestufen weiter angestiegen. Schließlich sind wir ein kurzes Stück in den Talschluss hinein auch wieder leicht abwärts gewandert. Der kalte Wind hat in diesem Bereich ordentlich zugelegt und uns vor dem Schlussanstieg einmal dazu bewogen, Haube, Jacke und Gesichtsmaske anzuziehen.

Die letzten Meter zum Gipfel am Schüttnerkogel
Nach wenigen Metern am stellenwiese sehr harten Anstieg zum Südkamm hinauf haben wir dann zur Sicherheit auch noch die Harscheisen montiert. Vom kalten Wind getrieben waren wir bald oben und haben dann die kurze Höhenwanderung vorbei an den drei kleinen Gipfeln im Halbrund zur gegenüberliegenden Nordseite mit dem angestrebten Tagesgipfel begonnen. Nach einer Aufstiegszeit von insgesamt 3 ½ Stunden (mit der Pause auf der Lackneralm und dem Umrüsten im Kar) waren wir schließlich oben.

Gipfelfreude am Schüttnerkogel; rechts dahinter der später bestiegene Bruderkogel
Wegen des kalten Windes und der Länge der Tour bis dahin hätten Chris und ich an diesem Tag auf weitere Anstiege verzichtet. Lisi hat aber schon dort oben gemeint, dass der Bruderkogel jedenfalls auch noch mitzunehmen sei. Diese Entscheidung haben wir vorweg einmal vertagt, stand doch zuerst einmal die Abfahrt bis zu jener Stelle im weiten Kar an, von wo ein allfälliger zusätzlicher Anstieg zum zweiten Tagesgipfel beginnen würde.

Abfahrt vom Schüttnerkogel - Einfahrt in die Gipfelflanke
Für den ersten Teil der Abfahrt haben wir uns dazu entschieden, direkt über die Gipfelflanke südseitig ins Kar abzufahren. Die pulvrige Auflage auf dem Windharschdeckel war im obersten Teil perfekt, weiter unten im Kar dann stellenweise etwas schnittig. Sehr flott haben wir die Höhe auf direktem Weg wieder abgebaut und am Ausgang des Kars die kurze Gegensteigung im Wind absolviert.

Pulver gesucht – Pulver gefunden!
Danach sind wir kurz in etwa entlang des Aufstiegsweges weiter abgefahren. Für die nächste Geländestufe hatte Chris sich eine besondere Linie beim Anstieg ausgeschaut und daher oberhalb davon eine längere Schrägfahrt eingebaut. Der Lohn dafür war schließlich ein im Pulverschnee schön verzierter weiterer Hang. Am Ende des folgenden Karbodens haben wir uns dann eingebremst und weil der Wind jetzt etwas gnädiger war als während unseres Anstiegs, war die von Lisi initiierte Entscheidung für den weiteren Anstieg auf den Bruderkogel auch gefällt.

Anstieg zum Bruderkogel
Abermals wurden daher die Felle aufgezogen und gleich auch die Harscheisen montiert. Anschließend ging es nach rechts hinauf zum NW Rücken des „windigen Bruders“, wie er in der Führerliteratur mitunter bezeichnet wird. Sehr angenehm war in den unteren Regionen hier die Schneehöhe, die es möglich gemacht hat, über die sonst ziemlich lästigen Latschen oben drüber zu gehen.

Die letzten Meter auf Skiern beim Anstieg zum Bruderkogel knapp 100 m unter dem Gipfel
Die durchgehenden Schneeflächen ausnützend haben wir rasch an Höhe gewonnen und schließlich am letzten Schneefleckerl knapp unterhalb des Gipfels abgeschnallt. Von da sind wir dann noch das kurze Stück zum höchsten Punkt hinauf und die wenigen Meter zum etwas tiefer aufgestellten Gipfelkreuz hinunter gegangen. Genau eine Stunde nach dem Beginn unseres Wiederanstiegs war dann auch der zweite Tagesgipfel erreicht.

Chris und Lisi – Gipfelfreude am Bruderkogel
Der Wind war zwar sehr gnädig, aber allzu lange haben wir uns an diesem Panoramaplatz mit der herrlichen Aussicht trotzdem nicht aufgehalten. Bald sind wir daher wieder zu den Skiern abgestiegen und haben für die Abfahrt umgerüstet. Zuerst sind wir ein gutes Stück entlang unserer Aufstiegsroute zurück gefahren, dann haben wir uns nach rechts hinunter über Rinnen, Mulden und Wechten eine Abfahrtslinie zusammengestoppelt.

Geschwungene Linien
Pulvrige Passagen haben sich mit stellenweise etwas härteren Bereichen abgewechselt. Alles in allem war die Abfahrt aber bis hinunter zu unserer Aufstiegsspur im weiten Kar sehr gut. Ab da hat dann Chris die Führungsrolle übernommen und uns zu all jenen pulvrigen Hängen geleitet, die er während des Hinaufspurens für uns ausgespäht hatte.

(Nachmittags)Schatten bei der Abfahrt zur Lackneralm
Entsprechend laut haben wir daher dann hinunter gejubelt und ich hoffe, dadurch nicht das ausgeschilderte Pfeifverbot (s.o.) gebrochen zu haben. Sehr flott waren wir dann auch wieder auf Höhe der Lawinenkegel, die uns am Vormittag schon die kurze Zwischenabfahrt beschert hatten. Jetzt haben wir uns dazu entschlossen, an der orografisch rechten Seite des Lackneralmbaches zu bleiben und sind einigen Abfahrtsspuren von vor uns vom Bruderkogel Abfahrenden gefolgt.

Immer dem Bach entlang
Die haben dann aber plötzlich an der 1 1/2 m hohen Schneekante zum Bach hin geendet. Die Alternativmöglichkeiten, so wie diese von den vor uns Abfahrenden gewählt worden waren, nämlich in den Bach zu steigen, diesen zu durchwaten und auf der anderen Seite wieder nach oben zu klettern oder nach rechts weit hinauf zu staffeln haben wir beide verworfen. Wir sind in der stellenweise ziemlich steilen Böschung geblieben und weiter dem Bachlauf gefolgt. Der Lohn war, dass wir gegenüber der Lackneralm mit trockenen Füßen, ohne uns dabei durch einen zusätzlichen Anstieg weiter anstrengen zu müssen, herausgekommen sind.

Bachquerung über den imposanten Steg
Dort wo der Forstweg über den Bach quert, konnten wir kurz die Bachseite hinüber zu den Hütten wechseln, um gleich darauf über die Schneebrücke etwas weiter unten, über die wir in der Früh schon den Bach überquert hatten, wieder nach rechts zurück zu wechseln. Von da an ging es dann immer entlang des Weges recht flott talwärts. Jetzt sind wir auch jener Route gefolgt, die ich von vorigen Anstiegen und Abfahrten schon gekannt habe und an jenem Steg vorbei gekommen, der heuer auch besonders imposant zugeschneit ist.

Die letzten Meter zurück zum Ausgangspunkt
Schließlich sind wir wieder am tiefsten Punkt bei der Brücke über den Pölsbach unweit vom Forsthaus angekommen und haben dort die Skier für den unvermeidlichen Schlussanstieg über die letzten 800 m zurück zum Parkplatz aufgepackt. Rechtschaffen müde und sehr hungrig sind wir dort nach 7 Stunden am Berg und knapp 20 zurückgelegten Kilometern Wegstrecke eine Viertelstunde später angekommen.

Bergsteigersuppe
Auf der Suche nach einer Einkehrstätte sind wir am Eingang zum Triebental fündig geworden. Der Heinrich wird es zwar nicht feiern, dass die Küche keine „handfeste Nahrung“ für uns bereitstellen konnte, aber die von einer skitourenaffinen Geburtstagsrunde am Nebentisch empfohlene Bergsteigersuppe mit dreierlei Einlagen (Leberknödel, Lungenstrudel und Kaspressknödel) geht als vollwertige Mahlzeit durch. Noch während wir die Suppe gelöffelt haben ist uns vom Nebentisch auch noch ein Zirberl gereicht worden. Dafür haben wir uns am Schluss der kurzen Einkehr mit einem Geburtstagsständchen für den Jubilar bedankt, denn in der Gaststube hat ja das in der Pölsen ausgeschilderte Singverbot nicht mehr gegolten.



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