Griesmoarkogel und Himmeleck

am 20.03.2019

Griesmoarkogel 2.009 m, Himmeleck 2.096 m - 1.110 Hm

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mit dabei:
Gerhard


Aufstieg zum Steinbruch mit Blick zur SO Flanke des Himmelecks
Zurück in der Heimat war an einem weiteren Urlaubstag nach drei Tagen ausschließlicher Liftanstiege wieder einmal Muskelkraft gefordert. Die Wetterprognose hatte wolkenloses Wetter prognostiziert. Deshalb war die Idee, eine sonnenbeschienene, aufgefirnte Südseite zu befahren. Umso überraschter waren wir, als während unseres Anstiegs aus dem Liesinggraben zur Beisteiner Alm leichter Schneefall aus der nicht weichen wollenden Bewölkung eingesetzt hat.

Aufstieg auf der Beisteiner Alm
Während der kurzen Rast vor der tief eingeschneiten Almhütte haben wir auch gleich die Harscheisen montiert. Diese waren dann beim weiteren Anstieg hinauf auf den baumfreien und von Süden her leicht eingeblasenen Rücken stellenweise eine wertvolle Unterstützung. Während des folgenden Anstiegs hinauf zum Griesmoarkogel sind unsere Blicke immer wieder zur Südflanke des Himmelecks gewandert. Es galt nicht nur die möglichen Abfahrtslinien auszuloten, sondern diese auch nach Windzeichen zu untersuchen.

Schlussanstieg zum Griesmoarkogel
Weil solche auch während der wenigen sonnigen Momente außer im kammnahen Bereich nicht erkennbar waren, ist trotz der nicht eingetroffenen Erwartung von Firn die Möglichkeit einer Abfahrt über die begutachtete Steilflanke aufrecht geblieben. Auch in den Kehren des Schlussanstiegs zum Griesmoarkogel sind die Schneeverhältnisse in allen begangenen Expositionen weiter intensiv beobachtet worden.

Gut getarntes Schneehuhn
Nach einer Aufstiegszeit von 2 Stunden 5 Minuten (mit Pause) war der erste Tagesgipfel erreicht. Die Harscheisen durften wieder in den Rucksack und auf Fellen ging es in die kurze Zwischenabfahrt hinunter in den Liesingkarsattel. Zwei Schneehühner haben unmittelbar vor mir die Route gequert. Während Gerhard am tiefsten Punkt noch eine Pause zum Stärken für den Schlussanstieg zum Himmeleck eingelegt hat, bin ich gleich wieder angestiegen.

Anstieg von der Liesingkarscharte zum Himmeleck
Wegen der niedrigen Temperaturen wären die stellenweise recht breiten Wechten sicher sehr kompakt gewesen, aber im Zweifel ist der Weg über festem Boden immer sicherer. Auch birgt der zugewehte Spalt zwischen der Wechte und der Geländekante immer zusätzliches Gefahrenpotential. Während in den letzten Wochen der abgeblasene Bereich neben der Wechte größtenteils nur mehr mit aufgepackten Skiern zu begehen war, hat der Neuschneezuwachs der letzten Tage ausgereicht, um durchgehend auf Skiern aufzusteigen. Für die Abfahrt auf derselben Route wäre aber jedenfalls zu wenig Schnee gelegen.

Gipfelfreude am Himmeleck
Bei der Überquerung einiger harter Altschneefelder wären die Harscheisen jetzt wieder ganz hilfreich gewesen, aber bei vorsichtiger Gehweise war auch so der Anstieg kein Problem. Eine knappe halbe Stunde nach Beginn des Wiederanstiegs war auch der zweite Tagesgipfel erreicht. Während der folgenden Umrüst- und Jausenpause ist die SO Flanke - soweit vom Gipfel aus einsichtig - weiter beobachtet worden.

Tiefblick zur Liesingkaralm (re. o.)vor der Einfahrt in die SO Flanke über die Wechte
Auch von oben hat sie sehr sicher ausgeschaut und es galt nun, die beste Stelle für die Einfahrt über die gesetzte, wegen der tiefen Temperatur sehr kompakte und darüber leicht eingeblasene Wechte zu finden. Die alternative Möglichkeit, über den ausgeaperten, gefrorenen Bereich direkt unterhalb vom Gipfel bis unter die Wechte abzusteigen und erst dort anzuschnallen, haben wir zugunsten der ersten Möglichkeit verworfen und gleich auf der Wechte angeschnallt.

Abfahrt in der SO Flanke mit Tiefblick zur Liesingkaralm
Dann ging es mit einem kleinen Hopser hinein in die Flanke. Die Pulverauflage auf dem kompakten Harschdeckel war vom ersten Meter an eine perfekte Unterlage für die folgende Abfahrt. Und weil der Neuschnee vollkommen vom Wind unbehandelt war, konnten wir eine sehr direkte Linie wählen und brauchten uns nur an den wirklich ausgeprägten Geländerippen anhalten. Der Bereich dazwischen war eine einzige weite Fläche, die wir mit einem breiten Zopf verzieren konnten.

Abfahrt in der SO Flanke
Auch die weitere Abfahrt ins Liesingkar über die nächste Geländerippe, hinter der sich etwas tieferer Triebschnee angesammelt hatte, konnte trotz der Wechten hoch über uns gefahrlos befahren werden. Bei höheren Temperaturen und voller Sonnenbestrahlung hätte ich hier eine andere Linie gewählt. Auch im Kar selbst, das heuer wegen der außergewöhnlich guten Schneelage so gut wie keine hinderlichen Stauden zeigt, war bis hinunter zur Querung des letzten Grabens vor der Liesingkaralm genussvolles Geländecarven auf einem kompakten Harschdeckel mit einer pulvrigen Neuschneeauflage angesagt.

Blick zurück zur SO Flanke über die Liesingkaralm
Nach den wenigen Metern Gegensteigung sind wir noch an der tief verschneiten Alm vorbei gefahren und haben uns danach einmal eingebremst um ausgiebig auf die so genussvoll befahrene Flanke zurückzuschauen. Auch die nächste Geländestufe über das Sausteigl war gut fahrbar und oberhalb des Steinbruchs hat sich die Runde für uns wieder geschlossen. Weil links von der Aufstiegsroute der Hang hinunter in Richtung Wasserfall so einladend ausgeschaut hat, sind wir dieser Einladung gefolgt und haben uns den etwas engen ausgefahrenen Weg entlang des Steinbruchs damit erspart.

Variante neben dem Steinbruch
Die wenigen Meter Gegensteigung am Forstweg zurück hinauf zum Fuß des Steinbruchs war diese Variante jedenfalls wert. Von da sind wir weiter dem Weg mit seiner langen Schleife gefolgt, weil der Aufstiegsweg darunter im Wald nicht mit sehr viel Schnee gesegnet ist. Vorbei am Reichenstaller ging es schließlich zurück zum Ausgangspunkt, den wir mit einmal Abschnallen zum Überqueren einer kurzen ausgeaperten Stelle auch auf Skiern wieder erreicht haben.

Wiener Schnitzel
Resümierend ist es schon beachtlich, dass auch am ersten Tag des astronomischen Frühlings der Winter die Oberhand behalten hat. Aber es soll uns nie etwas Schlimmeres passieren, als trotz des nicht vorgefundenen erwarteten Firns schließlich über lupenreinen Pulver vielleicht noch genussvoller abgefahren zu sein; zumal dieser im Gegensatz zur Abfahrt auf derselben Route vor ziemlich genau drei Jahren von oben bis unten von einheitlich gleichbleibender Qualität war. Nach dem Verstauen der Ausrüstung ging es auf dem aufgetauten und daher viel Dreck versprühenden unasphaltierten Weg zurück hinaus aus der Liesing zum Einkehrschwung nach Kalwang. Der Heinrich kann sich wieder einmal über heimische Kost freuen. Und nach dem Schnitzel haben wir vom Parkplatz aus noch einmal genussvoll auf unseren Zopf im oberen Bereich der SO Flanke des Himnmelecks zurück geschaut. Danach ging es wieder heimwärts.
Tele-Blick von Kalwang zum oberen Abschnitt der befahrenen Flanke



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