Hochwart und Zagelkogel - Zagelkar

am 23.03.2019

Hochwart 2.210 m, Zagelkogel 2.255 m - 1.500 Hm

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mit dabei:
Chris, Lisi, Martin, Philipp, Andreas und Keano


Das Zagelkar, schon in aller Früh voll in der Sonne bei der Anfahrt in St. Ilgen
Ein Wundertag mit angesagtem Kaiserwetter hat uns zum wiederholten Mal in dieser Saison zum Hochschwabmassiv geleitet. Obwohl wir schon früh in Graz weggefahren waren, haben wir bei unserer Ankunft schon einen sehr gut gefüllten Parkplatz beim Bodenbauer vorgefunden. Bedingt durch die nächtliche Abstrahlung sind wir auf sehr kompakter Schneedecke gestartet. Und weil wir bei ähnlichen Verhältnissen im Bereich unterhalb der Hundswand und auch weiter oben im Rauchkar auf vereister Schneedecke schon Dramen miterlebt hatten, haben wir uns gleich für die etwas längere Sicherheitsvariante im Aufstieg über die Häuslalm entschieden.

Aufstieg oberhalb von der Häuslalm
Mit der Sonne im Rücken haben wir diese 1 ½ Stunden später erreicht und uns dort eine Trinkpause gegönnt. Dann ging es weiter hinauf in den Häusltrog. Für die schattseitigen Bereiche rechts am Hang waren Harscheisen grundsätzlich hilfreich. Ich habe mir diese schenken können, weil mein am Vorabend zurechtgeschnitztes neues Fell ausgezeichnet gehalten hat.

Lisi und Chris; rechts oberhalb von Chris der Zeiritzkampel mit der vor Kurzem von uns befahrenen Nordflanke
Über glasige Flächen ging es später nach rechts hinauf über die Hirschgrube der Sonne entgegen. Nach dem Linksschwenk sind wir dann weiter über die Hundsböden angestiegen. Stellenweise war hier die Schneedecke schon etwas löchrig. Im Anstieg hat das aber keineswegs gestört. Und bläst auf der Hochfläche üblicherweise immer eine frische Brise, so haben wir uns heute nahezu bei Windstille nach oben bewegt. Lisi hat zum wiederholten Male ihre Kondition unter Beweis gestellt. Auch wenn das Gehtempo zwischendurch hoch war, wann immer ich mich umgedreht habe, war sie knapp hinter mir. Und ihr Bruder Martin steht ihr diesbezüglich um nichts nach.

Schlussanstieg auf der Hochfläche
Öfter haben wir aber auch unseren Anstieg kurz unterbrochen, um die Szenerie rund um uns zu genießen und in die nähere und auch weiter entfernte Bergwelt zu schauen. Oberhalb des Rauchtals haben wir schließlich den durch Stangen markierten Weg verlassen und sind nach links hinauf abgebogen. Vorbei an einigen riesigen Windkolks haben wir schließlich den Gipfel des Hochwart nach einer Aufstiegszeit von insgesamt 3 ¼ Stunden (einschließlich Pausen) erreicht.

Gipfelfreude am Hochwart
Am Gipfel haben wir auch Silvia und Christoph, mit denen ich auch schon gemeinsam auf Tour war, getroffen. Silvia zeichnet auch für das bunte Gipfelfoto von uns verantwortlich. Danke! Nachdem wir uns über alles Mögliche ausgetauscht und daneben auch gestärkt hatten, sind wir gleich auf Fellen in den oberen Rauchtalsattel abgefahren.

Anstieg zum Zagelkogel
Dabei hat sich Keano leider seine rechte Vorderpfote an der Kante von Andreas’ Ski verletzt. Andreas und Chris haben ihn gleich verbunden, der Verband hat sich aber beim weiteren Anstieg in Richtung Zagelkogel gleich wieder verabschiedet. Während wir zum immer mit einem Eispanzer überzogenen zweiten Tagesgipfel in einer weiteren Aufstiegszeit von 20 Minuten über stellenweise recht rutschiges Terrain angestiegen sind, ist Andreas gleich auf Höhe der Einfahrt in das Zagelkar geblieben und hat dort versucht, mit einem neuen Verband die Blutung an Keanos Pfote zu stillen.

Abfahrt im Zagelkar
Wir sind nach dem Umrüsten am Gipfel zu ihm abgefahren und dann gemeinsam weiter zur steilen Einfahrt ins Zagelkar. Wenn man eine Viertelstunde vor Mittag in eine seit Sonnenaufgang voll in der Sonne liegende Steilflanke einfährt, dann darf man sich keinen Butterfirn erwarten. Umso überraschter waren wir, dass der noch nicht gänzlich umgewandelte Schnee doch sehr gut fahrbar war.

Abfahrt auf bester Unterlage in der Lawinenbahn
Keano hatte zwar keine Schmerzen und er ist auch nicht gehumpelt. Seine hinterlassene Blutspur im weißen Schnee wegen des abermals verlorenen Notverbandes hat aber unser Abfahrtstempo beflügelt. Im tieferen Bereich des Kars haben wir dann in einer Lawinenbahn aus dem orografisch linken Ast des Kars sogar ausgezeichnete Schneeverhältnisse vorgefunden und sind sehr flott darin abgefahren.

Bester Firn im Trawiestal
Danach sind wir dann nach links ins Hintere Trawiestal hinaus gequert. Dort hat Andreas beschlossen uns vorauszufahren, um Keano in Ruheposition möglichst schnell noch einmal verbinden zu können. Philipp hat ihn begleitet. Der von der Exposition her veränderte Teil der Abfahrt hinunter in den Talboden hat uns beim Nachfahren dann noch einmal Jubeln lassen. Jetzt hatten wir doch noch den zu dieser späten Stunde nicht mehr erwarteten Paradefirn.

Bachquerung
Auch die folgende Waldpassage war in der ausgefahrenen Spur sehr gut fahrbar. Und die „Bobbahn“ unter der Hundswand habe ich heuer auch schon viel schlechter erwischt. Die an den unvermeidlichen Staudentango unterhalb der Wand anschließende Querung des Trawiesbaches ist nur mehr zu Fuß möglich, da alle Schneebrücken mittlerweile weggeschmolzen sind.

Viele Stockschübe und Schlittschuhschritte zum Schluss
Auch am Weg zurück zum Bodenbauer war es einmal nötig, die Skier abzuschnallen um einen kurzen ausgeaperten Bereich zu überwinden. Nach vielen Schlittschuhschritten über die letzte Wiese sind wir schließlich um ¾ 1 Uhr wieder am Ausgangspunkt angekommen. Andreas hatte inzwischen Keano in dessen Transportbox abermals verbunden und die Blutung dadurch vorweg zum Stillstand gebracht.

Professioneller Verband
Für uns war aber klar, dass seine fachgerechte ärztliche Versorgung jedenfalls Vorrang vor der unsrigen mit Nahrungsmitteln hatte. Daher haben Andreas und ich uns unverzüglich ohne Einkehr auf den Heimweg gemacht. Der Heinrich als ausgewiesener Tierfreund wird dies auch sehr gut verstehen. Auch mein Hausarzt, bei dem ich nächste Woche zur Gesundenuntersuchung aufschlagen werde, wird es begrüßen, wenn ich mir nicht zweimal in der Woche ein fettes Schnitzel einwerfe. Schon während der Fahrt hat Andreas den Kontakt mit der Tierärztin hergestellt. Bei einem Zwischenstopp auf halbem Weg konnten wir uns davon überzeugen, dass es dem Unglücksraben eh gut geht. In seiner Box hat er einen zufriedenen Eindruck gemacht. Und gleich nach der Ankunft in Graz ist Keano auch schon ärztlich versorgt worden. Mit einer Naht, die er ohne Narkose zugelassen hat (die Zweite hat er verweigert), wurde die klaffende Wunde genäht. Und jetzt hat er auch einen professionellen Verband und genießt es, fortdauernd bemitleidet zu werden. Am Mittwoch gibt es Verbandswechsel und nach 10 Tagen kommt die Naht raus. Alles Gute, Keano!
Keano rekonvaleszent



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