Petzen (AUT/SLO)

am 06.04.2019

Kordeschkopf (Kordezeva glava) 2.126 m, Knieps (Koncnikov vrh) 2.110 m - 1.685 Hm

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mit dabei:
Philipp



Wolkendeckel über dem Petzenstock
Nach den Regenfällen der letzten Tage bis weit hinauf war die Idee, eine möglichst kompakte Unterlage als Basis für eine halbwegs genussvolle Abfahrt zu nutzen. Und weil das Skigebiet auf der Petzten seit dem letzten Wochenende in der Sommerpause ist, war dieser markante Gebirgsstock am östlichen Rand der südlichen Kalkalpen wieder einmal unsere erste Wahl. Bei der Anfahrt hat sich dieser allerdings ab der Mitte nach oben hin in den Wolken versteckt. Und das sollte leider auch den ganzen Tag über so bleiben.

Aufstieg entlang der Piste
Weil die Talabfahrt nicht mehr bis zum Saisonschluss befahrbar war, haben wir am Ausgangpunkt schon einmal die Skier auf die Rucksäcke gepackt und sind über die grüne Wiese gestartet. Weiter hinauf als bei unseren Touren in den Vorjahren sind sie dort auch geblieben. Nach ca. 300 Hm sind wir - nach unzusammenhängenden Schneeflecken zuvor - auf ein durchgehendes Schneeband gestoßen. Jetzt hätten wir anschnallen können. Den Skianstieg auf einer in der Früh noch sehr harten, vereisten steilen Piste zu beginnen wollten wir aber nicht. Daher sind wir noch sehr bequem auf dem ausgeaperten Weg außen herum weiter mit den Skiern am Rucksack angestiegen und haben dann 100 Hm weiter oben, als wir wieder auf die Piste gestoßen sind, angeschnallt.

Fortsetzung des Anstiegs auf Skiern
Auch der folgende lange Hang ist nicht gerade flach, die Schneedecke war dort ähnlich hart, aber jetzt wollten wir nicht mehr weiter schleppen. Die gleich montierten Harscheisen haben uns auf den folgenden vielen Kehren hinauf bis zum Skiweg aber sicheren Stand gegeben. Nach knapp 700 Hm haben wir uns dort eine kurze Trinkpause gegönnt und die jetzt nicht mehr benötigten Harscheisen durften wieder in den Rucksack.

Viele Schneerosen neben dem Skiweg
Vorbei an unzähligen blühenden Schneerosen in der Böschung haben wir dann den Aufstieg entlang des nur mit einer sehr dünnen, stellenweise löchrigen, Schneeauflage versehenen Weges fortgesetzt. Damit hatten wir gerechnet, wird doch immer am Ende der Saison der Schnee mit dem Pistengerät aus den Wegen hinausgeschoben, damit diese nach der „Räumung“ möglichst bald wieder mit Fahrzeugen befahrbar sind.

Knapp vor der Zollhütte
Ab dem Beginn des Skigebiets am Berg gab es eine dünne Neuschneeauflage. Mit zunehmender Höhe ist diese rasch höher geworden. Indirekt proportional ist gleichzeitig die Sicht in der dicken Nebeldecke, in die wir jetzt eingetaucht sind, sehr schnell schlechter geworden. Die Orientierung war aber trotz der starken Sichtbeeinträchtigung kein Problem. Die Zollhütte haben wir auch erst gesehen, als wir unmittelbar davor gestanden sind.

Aufstieg zum Kniepssattel oberhalb der Bergstation
Dort haben wir uns - jetzt nach ziemlich genau 1.000 Hm im Anstieg - wieder eine kleine Stärkung gegönnt. Danach haben wir im Blindflug weiter hinauf gespurt. Die Schneehöhe hat nach oben hin weiter zugenommen. Ab der Bergstation des Schlepplifts gab es dann endlich auch wieder ein bisschen mehr Sicht. Am Weg hinauf zum Kniepssattel hat die Sonne kurzzeitig durch die löchrige Wolkendecke durchgeblinzelt, gleich darauf war sie auch schon wieder weg.

Anstieg vom Kniepssattel auf den Rücken am Weg zum Koordeschkopf
Am Sattel hatten wir, nachdem wir kurz zuvor wieder vom Nebel eingehüllt waren, dann so viel Sicht, dass der weitere Weg in Richtung Kordeschkopf eindeutig auszumachen war. Daher sind wir einige Meter hinunter gerutscht und in der markanten flachen Rinne nach Osten hin weiter angestiegen. Wieder hat sich kurz die Sonne gezeigt, um gleich darauf wieder hinter den Wolken zu verschwinden. Am höchsten Punkt hat es noch einmal kurz aufgerissen und der Kordeschkopf hat sich kurz gezeigt.

Bauchfleck bei der Zwischenabfahrt
Bei der folgenden Zwischenabfahrt war die Sicht dann aber schon wieder weg. Eine dadurch übersehende Geländekante hat mir - auch wegen der nicht fixierten Bindung - eine Bauchlandung beschert. Rechtzeitig für Philipp, das Ergebnis auch zu dokumentieren, hat sich der Nebel wieder kurz gelichtet. Nachdem alle offenen Hosentaschen vom Schnee befreit, darin verstautes optisches Gerät abgewischt und die Brille geputzt war, konnte die Abfahrt fortgesetzt werden.

Gipfelfreude am Kordeschkopf
Der letzte Anstieg hinauf zum Kordeschkopf, der höchsten Erhebung des Petzenstocks und gleichzeitig dem östlichsten 2.000er der südlichen Kalkalpen, haben wir wieder im dichten Nebel absolviert. Trotzdem haben wir - obwohl dieser wenige Meter entfernt noch nicht zu erkennen war - eine Punktlandung hingelegt. 3 Stunden 40 Minuten nach dem Start in Feistritz haben wir unsere Rucksäcke neben dem tief verschneiten, markanten Gipfelzeichen abgestellt. Die hier oben sonst so herrlichen Ausblicke, vor allem in die Steiner Alpen, waren uns diesmal leider verwehrt.

Die letzten Meter zum 2. Tagesgipfel
Für den Rückweg zum Kniepssattel - die Felle blieben gleich aufgezogen - war die Sicht weiterhin miserabel, unsere Aufstiegsspur hat uns aber perfekt zurückgeleitet. Anfangs bergab, dann über den nächsten Hügel mit Zwischenanstieg und -abfahrt drüber, waren wir 20 Minuten später wieder am Sattel und sind gleich weiter zum Knieps angestiegen. Diesen haben wir wenige Minuten später erreicht.

Abfahrt vom Kniepssattel
Jetzt haben wir auch abgefellt und unsere Ausrüstung auf Abfahrt getrimmt. Ab dem ersten Meter der Abfahrt waren wir von der Qualität des zu durchfahrenden Neuschnees positiv überrascht. Entlang der Staatsgrenze hinunter zum Kniepssattel und von da an wieder auf österreichischem Staatsgebiet weiter bis zur Bergstation des Skilifts war der Pulverschnee nahezu perfekt. Auch die Sicht ist hier kurzzeitig recht gut gewesen. Die Sonne hat durch die Wolkendecke geluchst.

Im Blindflug immer der Aufstiegsspur nach
Auf der Piste ist nach unten hin der Schnee dann immer nasser und daher schwerer geworden. Anfangs hat es so ausgeschaut, als wollte sich die Sonne doch noch zeigen, aber gleich darauf waren wir wieder vom Nebel umhüllt. Unsere Aufstiegsspur hat uns nicht nur den nötigen Kontrast gegeben, sondern uns perfekt wieder hinunter geleitet.

Routensuche am Skiweg
Vorbei an der Zollhütte - immer noch im dichten Nebel - ging es weiter talwärts. Erst ganz unten im Skigebiet hat uns die Wolkendecke nach unten hin entlassen. Gute Sicht war dann am folgenden Skiweg kein Nachteil um zwischen den ausgeaperten Flächen ein halbwegs durchgehendes Schneeband auszumachen und dadurch oftmaliges Ab- und Anschnallen zu vermeiden. Zweimal war dies zur Vermeidung von gröberen Gebrauchsspuren an der Unterseite der Skier trotzdem notwendig.

Schneefleckerl hupfen
Die Sicht war auch in der nächsten Geländestufe noch gegeben, während der Abfahrt über den folgenden langen Hang, über den wir in der Früh mit montierten Harscheisen auch angestiegen waren, aber größtenteils wieder weg. Erst der Bereich darunter war dann wieder nebelfrei. Fahrend haben wir uns vorerst einmal bis zum Ende des durchgehenden Schneebandes bewegt. Danach hat dann das „Schneefleckerl Hupfen“ begonnen. Zur Vermeidung von Fußwegen haben wir an jedem größeren Schneefleck noch einmal angeschnallt und dadurch Abfahrtsmeter geschunden.

Kräuterkotelette von Bioschwein
Erst ca. 130 Hm über dem Ausgangspunkt haben wir dann endgültig abgeschnallt und die Skier für den finalen Fußmarsch noch einmal auf die Rucksäcke geschnallt. Nach 5 Stunden 50 Minuten am Berg haben wir die Tour am Ausgangspunkt in Feistritz wieder beendet. Die nasse und dreckige Ausrüstung wurde gesäubert und im Auto verstaut. Danach ging es heimwärts. Unterwegs haben wir die Fahrt bei der üblicherweise am Heimweg aus Kärnten angefahrenen Einkehrstätte unterbrochen. Für Heinrich und mich hat das Schnitzelfasten ("Ich esse nichts - außer Schnitzel!" ;-)) jetzt ein Ende. Die istrischen Köche der Raststätte haben uns nach der Suppe nämlich köstliche Kräuterkoteletts vom Bioschwein auf den Holzkohlengrill gelegt.

Spargel aus dem Lavanttal
Und dass das Schnitzelfasten auch noch weitergeht, dafür hat ein weiterer Zwischenstopp auf der Heimfahrt gesorgt. Im Lavanttal ist die Spargelsaison angebrochen und nach einer ersten Lieferung zur Wochenmitte war ich nun erstmals in dieser Saison auch selbst beim Spargelbauern unseres Vertrauens und kann dem Heinrich zum Gustieren abschließend ein Bilddokument meines Mittagessens vom Sonntag nachliefern. Wohl bekomm’s!



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