Deneck

am 13.04.2019

Deneck 2.433 m - 1.070 Hm

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mit dabei:
Philipp




Jubiläumstorte
Diese Tour an der Südseite der Schladminger Tauern war in mehrfacher Hinsicht eine besondere. In erster Linie wohl deshalb, weil der Tourenzähler wieder einmal einen Hundertersprung gemacht hat. Und da ist es längst wieder einmal angezeigt, mich bei meiner Familie, und hier in erster Linie bei meiner Frau dafür zu bedanken, dass sie mir ermöglicht, meiner winterlichen Leidenschaft so ausgiebig nachgehen zu können. Nicht nur, dass ich so viele Tage während der kalten Jahreszeit bis weit in den Frühsommer hinein in den Bergen verbringen kann, sondern dabei auch noch von ihr in allen Belangen unterstützt werde, ist einen besonderen Dank wert. Und nicht nur das. Zum Tourenjubiläum hat Brigitte es sich wieder einmal nicht nehmen lassen, mir eine köstliche Torte in die Proviantdose zu packen und damit die Gipfeljause auch noch zu einem besonderen Leckerbissen erhoben. Danke für so vieles, Schatz!

Aufstieg knapp unterhalb der Stampferhütte
Jetzt aber zur Tour: Von der Kreuzerhütte in den Katschbachgraben ist die Forststraße in den letzten Wochen anfangs auch schon ausgeapert. Daher muss man die Skier ein Stück tragen. Kurz nach der Jagdhütte beginnt das löchrige Schneeband am Weg, welches sowohl im Aufstieg als auch bei der späteren Abfahrt wieder einmal eine gute Übung für flottes Ab- und Anschnallen ist. Das hat sich dann am Weg hinauf zur Stampferhütte einige Male wiederholt.

Gebrochenes Harscheisen
Ab der Hütte gab es dann aber ein durchgehendes Schneeband am Weg hinauf bis zur Waldgrenze. Dort haben wir uns eine kurze Trinkpause gegönnt. Der Blick nach oben in Richtung weiterer Aufstiegsweg hinauf zu den Etrachböden hat eine ebenso durchgehende harte Harschfläche offenbart. Deshalb habe ich auch gleich einmal die Harscheisen montiert und bei dieser Gelegenheit feststellen müssen, dass eines davon gebrochen war. Diese Tour war ja auch als letzter Materialtest vor der anstehenden großen Bergfahrt gedacht und daher war mir der Schaden an der nützlichen Aufstiegshilfe exakt zum richtigen Zeitpunkt aufgefallen.

Anstieg mit Tiefblick in den Katschgraben
Der Harschdeckel war zwar griffig, die Zacken der Eisen haben aber doch den einen oder anderen Rutscher, der auch bei nagelneuen Fellen, wie Philipp sie ebenso zum Abschlusstest aufgezogen hatte, sonst unvermeidlich wäre, verhindert. Von unten sind wir schön langsam dem Wolkenstau näher gekommen. Im Bereich des Übergangs zu den weiten Flächen der Etrachböden hat zudem eine frische Brise geblasen.

Gipfelanstieg zum Deneck
Beim weiteren Aufstieg in Richtung des meist in den Wolken steckenden Gipfels hat sich diese aber wieder beruhigt. Schließlich haben wir am Rand des Schneebandes im finalen Steilaufschwung die Skier deponiert und sind weiter hinauf gestapft. Eine ursprünglich angedachte zweimalige Überschreitung mit Wiederanstieg von der Sölktaler Seite hatten wir angesichts der Wetterentwicklung zu diesem Zeitpunkt bereits verworfen. Im über weite Flächen mit einer Raureifauflage versehenen, darunter aber größtenteils ausgeaperten Gipfelbereich haben wir auf das Montieren der Steigeisen verzichtet. Dies auch deshalb, weil sogar die Querung der etwas ausgesetzten schmalen Rinnen am Weg zum Gipfel problemlos war. Der Stapfschnee darin hat uns guten Halt gegeben und daher durften die zackigen Gehhilfen im Rucksack bleiben.

Unversehrt nach oben gebracht
Aus diesem habe ich aber nach der Ankunft am Gipfel nach einer Aufstiegszeit von insgesamt 3 Stunden 10 Minuten einige weitere für Skitouren eher unübliche Begleiter ausgepackt. Neben der bereits eingangs erwähnten Torte wurde gleich einmal das begleitende Getränk, der schon öfter erwähnte Muskateller Frizzante von meinem Lieblingsweinbauern Adam am Schererkogel kühl gestellt. Und um den besonderen Anlass auch noch extra zu würdigen, habe ich mir wieder einmal das Jubiläumsoutfit angezogen.

Torte anschneiden am Gipfel
Dann konnte die Torte angeschnitten werden. Der Leatherman wäre zwar auch irgendwo im Rucksack gewesen, der Leichtpickel ist mir aber im Augenblick der Gipfelfreude als das passendere Gerät dafür erschienen. Und so haben wir wieder einmal am Gipfel besondere Leckereien genossen und ein bisserl auf viele gemeinsame Touren zurück geblickt. Die Flasche komplett zu leeren wäre etwas zu viel gewesen, hatten wir doch noch den Abstieg vor uns. Zweihundert Touren zuvor habe ich das mit Philipp am Zagelkogel schon einmal getan, damals hat uns aber der Starkwind beim Leeren der Gläser unterstützt. Und weil uns niemand gefolgt ist, auch von Sölktaler Seite bei den etwas unwirtlichen Verhältnissen niemand zu unserer Unterstützung heraufgekommen ist, haben wir die Flasche wieder verschlossen und sie für einen späteren Nachschlag im Tal wieder eingepackt.

Dichter Schneefall im Bereich oberhalb der Baumgrenze
Dann sind wir zum Skidepot abgestiegen. Hinter uns hat sich der Himmel verfinstert und als wir nach dem Umrüsten für die Abfahrt losgefahren sind, haben rund um uns zum Zeichen der Jubiläumsfreude auch schon die Schneeflocken getanzt. Die Sicht war aber soweit noch ganz passabel. Die zunehmend höher werdende, dünne Neuschneeauflage war sehr gut zu fahren.

Frühlingsboten am Wegrand
Entlang unserer Aufstiegsroute haben wir die Höhe daher sehr genussvoll wieder abgebaut. Nach unten hin ist der Schneefall immer stärker geworden. Das hat aber nicht gestört. Sehr bald waren wir wieder auf Höhe der Stampferhütte, wo sich in der Wegböschung zugleich mit den Flocken viele Frühlingsboten, die aber auch noch den Schnee im Namen haben, gezeigt haben.

Schneefleckerl hupfen am Weg zurück zum Ausgangspunkt
Am Forstweg sind wir noch so weit gefahren bis das Schneeband zum ersten Mal unterbrochen war. Ab da hat dann die Disziplin „Schneefleckerl hupfen“ begonnen. An- und Abschnallen hatten wir in diesem Bereich ja schon im Anstieg ausreichend geübt. Schließlich haben wir die Skier noch ein Stück geschultert und bis zum Ausgangspunkt zurück getragen.

Rindsgulasch
Bei der Einkehr am Weg in die Krakau ist uns ein köstliches Gulasch vom obersteirischen Ochsen / alternativ Salat mit Schöderberger Schafskäse serviert worden. Das wird jetzt den Heinrich freuen. Und wenn ich ihm abschließend noch verrate, dass ich am Tag danach beim Buschenschankbesuch am Schererkogel eine Bauernjause geordert habe, so wird möglicherweise sein Herz aufgehen. Dies wird aber jetzt für längere Zeit auch die letzte Frohbotschaft für meinen kulinarisch interessierten Freund sein. Ab Donnerstag - und das bleibt leider auch über Ostern so - ist es vorbei mit Schweinernem. Da reise ich zusammen mit Philipp und Andreas zum Bergsteigen in den Iran. Ziel ist es, nach einigen Eingehtouren zum Zwecke der Akklimatisation im Elbursgebirge im Bereich zwischen 3.500 und 4.200 m am Schluss den höchsten Vulkan Asiens, den Damavand mit seinen 5.672 m, zu besteigen und von dort abzufahren. Hoffentlich ist uns das Wetter gut gesinnt. Auch Reinhold Messner ist dort einmal daran gescheitert. Aber wenn Engel reisen …



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