Roteck und Gr. Barbaraspitze

am 08.06.2019

Roteck 2.742 m, Gr. Barbaraspitze 2.726 m - 1.190 Hm

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mit dabei:
Erich



Morgenstimmung im Talschluss des Prebertals
Das für den Nachmittag anberaumte Cousin/Cousinentreffen in der Krakau (Danke den Organisatorinnen Lisi, Christl, Hermine und Inge!) haben Cousin Erich und ich schon um 5.00 Uhr in der Früh begonnen. Bei der gemeinsamen Anfahrt ins Prebertal haben wir außerdem festgestellt, dass es für uns beide der 40. Skitourentag in diesem „Winter“ ist. Erich, der am Fuß der Tockneralm wohnt hat seinen Hausberg in dieser Saison 28 Mal bestiegen, am Roteck war er aber auf Skiern noch nie.

Aufstieg im Ölaschngraben
Daher war es für ihn eine Premiere, als wir bei der Moarhütte den Anstieg mit aufgepackten Skiern begonnen haben. Sei der letzten Woche hat der Ausaperungsprozess zwar ordentliche Arbeit geleistet, nach 100 Hm hätten wir aber trotzdem schon anschnallen können. Wir haben uns ob der kompakten Schneedecke aber dazu entschlossen, die Latten auf den Rucksäcken zu belassen und sind durch den Ölaschngraben in der direkten Linie nach oben gestiegen.

Erich beim Anstieg ins Moarkar
Beim Ausstieg aus der Rinne sind wir aus dem Schatten in die Sonne gekommen. Diese hatte in der vergangenen Woche auch für die Ausaperung des Übergangsbereiches hin zur nächsten Rinne gesorgt. Über diese sind wir dann recht flott weiter hinauf ins Moarkar angestiegen und haben uns dort eine kurze Trinkpause gegönnt. Während rechts von uns über das Prebertörl die Staubewölkung aus dem Ennstal übergeschwappt ist, waren wir unter wolkenlosem, leicht diesigem Himmel unterwegs.

Die letzten Spitzkehren vor dem Ausstieg aus dem Moarkar
Damit das auch so bleiben möge, sind wir sehr flott durch das Kar weiter angestiegen und haben dabei wegen der griffigen Schneedecke nach wie vor keine Harscheisen gebraucht. Nach den letzten steilen Spitzkehren ganz oben im Kar haben wir wegen des auch innerhalb der letzten Woche ausgeaperten Ausstiegsbereiches die Skier kurz abgeschnallt. Einmal kamen sie danach noch kurz zum Einsatz bevor wir sie nach einer Aufstiegszeit von ziemlich exakt 2 ½ Stunden im Sattel zwischen Roteck und Barbaraspitze endgültig abgeschnallt haben.

Der in der letzten Woche ausgeaperte Gipfelgrat
Die wenigen Meter bis zum Beginn des Grats sind wir dann hinauf gestapft und sind dort Herbert. H. aus Graz begegnet, der schon am Rückweg vom Gipfel war. Vor 8 Jahren habe ich ihn schon einmal auf dieser Tour getroffen. Damals haben wir ihm am Bahnhof (Abzweigung zwischen Ranten- und Prebertal) dabei geholfen, sein zu gut eingeparktes Auto aus dem Graben zu schieben. Heute war er um 3.00 Uhr zu Hause weggefahren und ab dem Bahnhof dann mit dem Mountainbike zur Möslhütte weitergeradelt. Ob sein ambitionierter Plan, nach der flotten Abfahrt umgehend die Heimreise anzutreten und um 11.00 Uhr schon wieder zum 2. Frühstück zu Hause zu sein, aufgegangen ist, entzieht sich meiner Kenntnis und wird dies wohl der starke Pfingsturlauberverkehr in Richtung Süden bestimmt haben.

Zwei Cousins am Roteck
So eilig hatten wir es jedenfalls nicht und sind gemütlich über den während der letzten Woche auch vollständig ausgeaperten Grat zum ersten Tagesgipfel angestiegen. Diesen haben wir zwölf Minuten später erreicht. Beim Rundumblick hatten es uns vor allem die im Wolkenstau steckenden Gipfel im Norden und die dazwischen herabfließenden Wolkenbänder angetan. Es war zwar herrlich warm und nahezu windstill, aber die schnell aufziehende Bewölkung rundherum hat uns dann doch etwas zur Eile getrieben.

Der 2. Tagesgipfel ist erreicht; li. dahinter der Preber
Also sind wir flott wieder abgekraxelt und vom Ende des Grats noch bis zu unseren Skiern in den Sattel hinunter gestapft. Dort haben wir dann angeschnallt und sind zur Gr. Barbaraspitze angestiegen. Ein paar Minuten später waren wir dann beim Steinmann unseres zweiten Tagesgipfels. Auch heute haben wir den Gipfelaufenthalt ausfallen lassen, weil wir noch bei guter Sicht und ebensolchem Schnee abfahren wollten.

Abfahrt von der Gr. Barbaraspitze mit Tiefblick ins Prebertal
Daher ging es gleich wieder zurück zu den wenige Meter unter dem Gipfel deponierten Skiern. Nach dem Abziehen der Felle und dem Umrüsten der Ausrüstung für die Abfahrt sind wir zuerst in den Sattel und dann gleich weiter zur direkten Einfahrt ins Kar abgefahren. Über ein ganz schmales ausgeapertes Band ging es gleich auf Skiern drüber, dann stand der langen Talabfahrt nichts mehr im Wege.

Abfahrt im Moarkar; der Einfahrtsbereich am re. oberen Bildrand
In der Steilstufe (an der steilsten Stelle habe ich dort schon mehrmals 50 Grad gemessen) war der Schnee wesentlich besser als in der Vorwoche. Und das ist weiter hinunter ins Kar auch so geblieben. Deswegen sind wir diesmal links von der Lawinenbahn der Vorwoche bis zum Karboden abgefahren. Wegen der nach Westen drehenden Hangexposition war der Schnee hier besonders gut.

Abfahrt aus dem Moarkar
Auch am Karboden hat es sich geschmiert. Am Karausgang haben wir noch einmal kurz gestoppt und zurückgeschaut. Danach haben wir uns in der nächsten Rinne bis hinunter zum ausgeaperten Bereich oberhalb des Ölaschngrabens über sehr kompakten, oberflächlich aufgefirnten Frühjahrsschnee gefreut.

Perfekte Verhältnisse im Auslaufbereich der Rinne bis zum letzten Schwung
Nach dem Abstieg über die Kante haben wir wieder angeschnallt und danach auf dem noch kompakteren Lawinenschnee in der Steilrinne nach unten gejubelt. Das eine oder andere durch den Kontakt mit Findlingen auf dem Schnee verursachte Nebengeräusch hat mich dabei nicht gestört, zumal ich diesmal ohnedies meine Geröllskier angeschnallt hatte.

Abstieg durch den frühlingshaften Schutzwald
Nach unten hin haben die festen Störfaktoren wieder abgenommen und daher waren die letzten Schwünge vor dem endgültigen Abschnallen am letzten Zipferl Schnee besonders genussvoll. Wieder sind die Latten auf die Rucksäcke gekommen und durch den im frühlingshaften hellgrün gehaltenen Schutzwald ging es über die verbliebenen 100 Hm abwärts bis zum Ausgangspunkt neben der Moarhütte.

Die Murtal Classic in Krakauebene
Schon um 3/4 10 Uhr haben wir dort die Tour beendet; keine Minute zu früh, wie sich beim Blick zurück in die inzwischen in der aufziehenden Bewölkung verschwundene Gipfelregion gezeigt hat. Den aufkommenden Durst haben wir nach der Rückfahrt aus dem Tal - während oberhalb von uns die ersten Teilnehmer an der Murtal Classic auf ihrer großen Runde nach der Sonderprüfung in Krakaudorf vorbei gebraust sind - dann in Erichs Garten mit einem gepflegten Weizen gestillt. Danke!

Buffet
Und am Nachmittag haben wir dann beim Cousin/Cousinentreffen zur Aufrechterhaltung unserer Stimmkraft für die vielen Dinge, die man sich bei so seltenen Treffen in der Verwandtschaft zu erzählen hat, noch das eine oder andere Glaserl folgen lassen. Weil der Mensch nicht nur von flüssigem Brot allein lebt, hat es natürlich nach Kuchen und Kaffee auch noch Handfestes zu essen gegeben. Und da überlasse ich es jetzt dem Heinrich, sich am Ende einer langen Tourensaison selbst ein virtuelles Menu aus dem köstlichen Angebot vom Buffet zusammenzustellen.

Frühsommeridylle beim Hubertusbildstock am Bahnhof
Ihm und allen übrigen Lesern danke ich für die Treue und die an den Tag gelegte Ausdauer bei der Lektüre meiner Tourengeschichten. Ich wünsche euch allen einen - hoffentlich nicht allzu langen ;-) - schönen und unfallfreien Sommer und melde mich wieder, sobald Frau Holle eine ausreichende Unterlage für Skitouren ausgeschüttelt hat.



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