Gstoder

am 06.01.2020

Gstoder 2.140 m - 960 Hm

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mit dabei:
Chris, Lisi und Andreas


Sternsinger am Berg
Nach zwei weiteren Pistenskitagen mit der Familie am Krakauer Tockneralmlift war heute wieder einmal Bewegung im Gelände angesagt. Der Dreikönigstag ist seit vielen Jahren mit einer Traditionsskitour besetzt. Um die „Sternsingertruppe“ zu vervollständigen sind Chris und Lisi auch wieder in die Krakau angereist.

Das imposante Kreuz am Gstoder, dahinter die Radstädter und Schladminger Tauern
Weil Chris derzeit etwas rekonvaleszent ist, haben wir ein eher gemütliches Ziel in Auge gefasst. Wobei das „Ins Auge fassen“ überflüssig war. Der Gstoder ist jener Berg, den ich von klein auf vom Esstisch in der Küche unseres Elternhauses bei jeder Mahlzeit und während der Volksschulzeit auch beim Aufgabe machen immer vor mir gesehen habe. Diesen so isoliert am Südrand der Schladminger Tauern stehenden Aussichtsbalkon haben wir uns als Ziel unserer Dreikönigstour daher vorgenommen.

Frostiger Tourenstart in Seetal
Dazu mussten wir zuerst einmal nach Seetal fahren. Dort haben wir uns mit Andreas getroffen. Ihm wurde nun die Rolle des dritten Königs zugeteilt und mir ist wieder einmal die tragende Rolle (für den Stern) verblieben. Nachdem auch die Suche nach einem geeigneten Parkplatz gelöst war (bei der Volksschule), sind wir anfangs mit geschulterten Skiern losgezogen. Die frische Außentemperatur von minus 10 Grad hat unsere Schritte zur Ankurbelung der Muskelpumpe beflügelt. Beim letzten Haus am Beginn des nordseitigen Anstiegs haben wir dann angeschnallt und sind der am Vortag gut ausgetretenen Spur gefolgt.

Aufstieg zur Forststraße
Im Hohlweg östlich des Dürrriegels sind uns – trotz sonst sehr guter Schneelage – viele unter der ausgefahrenen Schneeschicht verborgene Steine ins Auge gestochen. Die haben schon jetzt Überlegungen über den Verzicht auf die Abfahrt in diesem Bereich verursacht. Nach der eingezäunten Wiese ging es kurz am Forstweg weiter.

Aufstieg zur Dorfer Hütte
Dann sind wir jener Spur, die die folgenden Wegkehren in direkterer Aufstiegslinie abkürzt, gefolgt. Zwischendurch war es immer wieder einmal erforderlich, umgestürzte Bäume, die den Weg blockierten, kleinräumig zu umgehen. Einige kleine Wässerchen haben zusätzlich die Spur vereist bzw. mussten an jenen Stellen, wo sie nicht vollständig zugefroren waren, vorsichtig überstiegen werden, um späteres Anstollen der Felle zu vermeiden.

Vom Schatten in die Sonne – endlich!
Etwas unterhalb des Hüttendorfes rund um die Dorfer Hütte sind wir wieder auf den Forstweg gestoßen und diesem bis oberhalb der Hütten gefolgt. Bis hinauf zum SW-seitigen Rücken sind wir danach einer sehr ambitioniert angelegten Spur gefolgt bzw. haben selbst daneben etwas flacher gespurt. Am Rücken sind wir dann erstmals aus dem kalten Schatten in die Sonne gekommen.

Aufstieg entlang der Landesgrenze
Das hat nicht nur das Aufsetzen der Sonnenbrillen eingefordert, sondern auch die längst fällige Trinkpause in der wärmenden Sonne. Auch haben wir uns jetzt erstmals die Zeit genommen, die sich westlich und nördlich vor uns auftuenden Bergszenerie etwas genauer zu betrachten. Danach ging es – jetzt in der Sonne – weiter hinauf zur Baumgrenze und von da dann nach einem Rechtsbogen immer entlang der Landesgrenze weiter in Richtung SO.

Schlussanstieg beobachtet von der Enkelin aus dem Küchenfenster in der Krakau
Einmal ist in diesem Bereich mit einer kurzen steileren Querung von Salzburg in die Steiermark zurück zu wechseln, danach geht es in gemächlicher Steigung bis hinauf zum großen Gipfelkreuz. Dieses mag ich wegen des geschnitzten Christuskorpus‘ darauf besonders gern. Die in der Krakau gerade zum Pistenskilauf ausrückende Familie konnte dies vom Küchenfenster aus mit dem Ferngucker mitverfolgen.

Gipfelfreude am Gstoder
Jetzt haben wir uns trotz einer frischen Brise ausreichend Zeit für den unvergleichlichen Rundumblick und dessen fotografische Dokumentation genommen. Natürlich haben wir uns auch gestärkt und für die Abfahrt umgerüstet. Danach konnte die Abfahrt beginnen. Anfangs hat es auf den abgeblasenen Harschflächen noch ein bisschen geklappert, je näher wir der Waldgrenze gekommen sind, umso lustvoller haben wir dann Spuren in den leicht verspurten Triebschnee gezogen.

Abfahrt durch herrlichen Pulver mit Raureifauflage im Wald
Im lichten Wald und in Schlägen dazwischen sind wir schließlich auf vollkommen unverspurtes Gelände gestoßen und haben uns perfekt durch, mit Oberflächenreif verfeinerten, rauschenden Pulverschnee gesucht. Mehrere tief zugeschneite Stockschläge haben wir so jubelnd befahren und sind schließlich mit einer Schrägfahrt wieder auf einen Weg gelangt, der uns zur Forststraße im Freiwald zurückgeleitet hat.

Auch hinter dem Räumfahrzeug ist der Weg noch gut fahrbar
In flotter Fahrt ging es dann – jetzt alle Kehren ausfahrend – talwärts. Einmal mussten wir uns beim Passieren des entgegenkommenden Räumfahrzeugs kurz einbremsen. Aber auch dahinter war der Weg dank der sehr humanen Räumtiefe immer noch bestens fahrbar. In kürzester Zeit waren wir daher wieder bei der eingezäunten Wiese und sind dort in Richtung Seetal abgezweigt.

Materialschonung beim Abstieg hinter dem Dürrriegel
Nach der Bachquerung haben wir für die kurze Gegensteigung die Skier gleich geschultert und sie im steinigen Hohlweg gleich auf den Schultern belassen. Die Laufflächen und Kanten haben es uns gedankt. Bei nach uns Abfahrenden hat es sicher unter den Laufflächen gefunkt. Weithin haben wir die unvermeidlichen Kanten-Stein-Kontakte gehört.

Letzte genussvolle Schwünge am Ortsrand
Für die letzten Wiesen bis hinunter zum Talboden haben wir noch einmal angeschnallt. Ganz zum Schluss hat sich noch die Frage aufgetan, ob es besser sei, den schmalen, schneebedeckten Steg in flotter Fahrt oder mit quergestellten Skiern zu überwinden. Chris hat sich für Zweiteres entschieden, seine am Vorabend frisch gewachsten Laufflächen haben ihm aber die nötige Haftung am bombierten Brückerl verweigert und er hat daher seine Skienden im kalten Wasser versenkt. Die dritte Möglichkeit, vorher abzuschnallen wäre daher jedenfalls die beste Lösung gewesen. Kurz ging es dann noch durch den Laubwald hinauf bis zum Ausgangspunkt der Tour beim Sportplatz neben der Volksschule.

Jägerschnitzel
Nach dem Verstauen der Ausrüstung sind wir dann in die Krakau zur gemeinsamen Einkehr mit unseren PistenskifahrerInnen gefahren. Jetzt darf sich der Heinrich darüber freuen, dass das Jägerschnitzel mit Butterreis nach der Griesnockerlsuppe meine erste Wahl auf der Speisekarte war. Um auch den darunter verborgenen Rindsbraten – zumindest optisch – genießen zu können, muss er sich, so wie ich, allerdings erst einmal durch die g’schmackige Schwammerlsauce durchkämpfen.

Besuch der Könige
Nach der Heimreise haben mir Lisi und Chris am Abend noch mitgeteilt, dass passend zum Tag auch bei ihnen zu Hause die Könige in der Weihnachtskrippe angekommen sind, nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie auf dem Kamel angereist sind, während wir zu Fuß unterwegs waren.



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