Kesseleck und Lärchkogel

am 23.01.2020

Kesseleck 2.308 m, Lärchkogel 2.258 m - 1.650 Hm

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mit dabei:
Rainer, Max und Christian (Wolke)




Aufstieg zur Gamshütte
Ein Urlaubstag an diesem mit einer traumhaften Wetterprognose versehenen Donnerstag war bestens investierte Zeit. Der Obere Lerchbacher hat uns am Ausgangspunkt der Tour auf Nachfrage einen Parkplatz zugewiesen. Dafür sei ihm auch an dieser Stelle noch einmal gedankt. Seiner Warnung, uns nur ja von der Rotwildfütterung etwas weiter oben rechtsseitig des Lerchgrabens entfernt zu halten, hätte es nicht bedurft. Wir hatten ja ohnedies vor, zuerst einmal linksseitig des Grabens zur Gamshütte aufzusteigen und dort über unseren weiteren Tourenverlauf zu entscheiden.

Sondieren der späteren Aufstiegs- und Abfahrtsrinne
Mit ein paar Abkürzungen von Wegkehren mit geschulterten Skiern sind wir einmal bis dorthin angestiegen. Dann haben wir beschlossen, vorerst einmal die vom Lärchkogel herunterziehenden Rinnen aus der Froschperspektive auf ihre Fahrbarkeit zu begutachten. Erst bei der dritten gab es ein eindeutig durchgehendes Schneeband und auch die nach oben sich aufweitende Gipfelflanke hat eine durchgehende Schneedecke aufgewiesen. Kleine Einwehungen gab es maximal ganz oben und auch die waren schon gesetzt.

Aufstieg in Richtung Amachkogel
Diese Rinne haben wir für unseren Anstieg und auch die spätere Abfahrt ausgewählt. Bis die Schneeverhältnisse darin aber passend sein würden hatten wir noch ausreichend Zeit. Die wollten wir mit einem Anstieg auf den Amachkogel nutzen. Am Weg dorthin haben wir uns im Schneeloch für ein zusätzliches erstes Ziel, das Kesseleck, entschieden. Auf stellenweise ziemlich glasigem Untergrund sind wir dahin angestiegen und haben den ersten Tagesgipfel nach einer Aufstiegszeit von 2 Std 20 min erreicht.

Die letzten Meter zum Gipfel
Jetzt waren wir nach der langen Zeit im Schatten auch erstmals in der Sonne und haben die Szenerie rund um uns genossen. Eine allzu lange Gipfelrast haben wir uns aber nicht gegönnt. Der Plan war, gleich auf den Amachkogel weiter anzusteigen. Wegen der harten Schneedecke war es aber jedenfalls angezeigt, für die kurze Zwischenabfahrt in den Sattel die Felle abzuziehen. Die hätten dann für die noch fehlenden 100 Hm im Anstieg wieder drauf müssen und am Amachkogel natürlich wieder herunter. Das kostet Zeit

Abfahrt im Schneeloch
Andererseits ist die Südflanke des Lärchkogels mittlerweile längst voll in der Sonne gestanden. Um nur ja nicht zu spät dran zu sein, haben wir daher beschlossen, den Amachkogel rechts liegen zu lassen und sind gleich ins Schneeloch abgefahren. Dort sind wir auf gepressten Pulverschnee gestoßen, der mit einiger Vorsicht ganz gut zu fahren war. Weiter hinunter gab es dann sogar noch ungebunden Pulverschnee, der aber auch den einen oder anderen Feind zugedeckt hatte. Mit ein paar Nebengeräuschen sind wir daher in diesem Bereich bis unter die Rinne abgefahren.

Aufstieg am Fuße der Rinne
Im Latschengürtel haben wir wieder aufgefellt und danach den zweiten Anstieg in Angriff genommen. Anfangs noch ein bisschen auf und ab ging es bald recht zapfig aufwärts. Mit der Sonne im Rücken wurde der Schweißfluss ordentlich angekurbelt. Die Schneedecke war mittlerweile auch bestens aufgefirnt und daher sind wir problemlos ohne Harscheisen angestiegen. In einigen anfangs kurzen Kehren im engen Graben, danach in langen Kehren über die gesamte Flanke haben wir rasch an Höhe gewonnen.

Blick über das Gaaler Törl zur Hochleitenspitze
Die sich auftuenden Blicke in alle Richtungen wurden zu unzähligen Fotostopps genutzt. Mit abnehmender Hangneigung knapp unterhalb des Gipfels hat sich die Schneekonsistenz geändert und der Triebpulver in den Schneelinsen auf unseren nassen Fellen Stollen gebildet. Nach einer weiteren Anstiegszeit von 1 Std 20 min waren Max und ich am zweiten Tagesgipfel. Rainer, der von Beginn an den Turbo gezündet hatte und Wolke - obwohl er unterwegs zum Zwecke der Kühlung einen Striptease eingelegt hatte, um sich seiner „Gatte“ zu entledigen – waren um einiges schneller oben.

Der Önologe serviert „Kühles Rotes“
Am Gipfel gab es ein kühles Lüfterl, ein kühles Blondes hat Wolke auch noch aus seinem Rucksack gezaubert und zu guter Letzt noch ein Flasche Rotwein (etwas zu kühl 😉). Nach der derart vorwiegend flüssigen Gipfeljause und dem Umrüsten für die Abfahrt ging es dann wieder abwärts. Nach einigen Schwüngen im gepressten Pulver gab es dann den erwarteten Lieblingsschnee jedes Skitourengehers, den schmierigen Firnschnee in der besten Qualität.

Abfahrt vom Lärchkogel
Durch diesen haben wir dann abwärts gejubelt und dies auch lauthals kundgetan. Ein Mund voll Schnee nach einem Salto im Anschluss an einen Fahrfehler hat meinen Jubel kurzzeitig unterbrochen. Dann konnte es wieder lustvoll weitergehen. Bis hinunter zum Auslauf der Rinne war jeder Schwung ein Genuss. Danach gab es dann einen Mix aus (Bruch)harsch, Pulver und aufgefirnten Flächen.

Schweinsbraten
Durch diesen haben wir die Höhe vorbei an der Gamshütte recht flott wieder abgebaut. Danach ging es entlang der Forstwege, auf denen stellenweise die Schneedecke ziemlich dünn war – zwischenzeitig ist sie sogar vollständig ausgeblieben und hat uns zum Abschnallen gezwungen - zurück zum Ausgangspunkt der Tour. Nach dem Verstauen der Ausrüstung ging es zur Einkehr in Möderbrugg. Freund Heinrich wird es sicher auch mit Freude registrieren, dass die Schweinsbratendiät („Ich esse alles außer Schweinsbraten“) zu Ende ist. Es gibt also diesmal kein Bilddokument von einem Schnitzel 😉 für ihn.

Gipfelfreude am Lärchkogel
Viel gab es auf der kurzweiligen Heimfahrt noch zu beplaudern und ich bin davon überzeugt dass diese erste Tour mit Nachbar Rainer, Max und Christian sicher nicht die letzte gewesen sein wird und wir schon sehr bald wieder gemeinsam ein neues Tourenziel ansteuern werden.



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