Schattnerzinken

am 08.02.2020

Schattnerzinken 2.156 m, N.N. 2.065 m - 1.300 Hm

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mit dabei:
Philipp


Die Sonne im Gepäck
Weil die Verhältnisse am letzten Samstag im Bretsteingraben so herrlich waren und wir am Gipfel auch Gelegenheit gehabt haben, ein bisserl die nähere und weitere Umgebung zu betrachten, haben wir heute wieder denselben Ausgangspunkt, den Parkplatz Bichlerhütte angesteuert. Heute haben wir aber gleich den Bach über den Holzsteg überquert und am gegenüberliegenden Ufer sofort angeschnallt. Die ersten Meter im Anstieg waren bei minus 10 Grad noch ziemlich frisch, sehr bald aber waren wir – und das sollte bis zum Schluss der Tour so bleiben – ausschließlich in der Sonne unterwegs.

Aufstieg auf Höhe der Baumgrenze
Beim flotten Anstieg hinauf zur Falbalm ist uns auch deshalb sehr bald warm geworden. Glitzernder Oberflächenreif und dort, wo der Wind der letzten Tage nicht angreifen konnte, auch noch tief verschneite Bäume haben - und das ist selten in diesem Jahr – eine Wintermärchenstimmung aufkommen lassen. Oberhalb der Alm im freier werdenden Gelände haben wir begonnen die möglichen Abfahrtsroute(n) im Detail zu betrachten. Und da war sehr bald einmal klar, dass die Verhältnisse in der Westrinne vom Schattnerzinken , die wir auch schon vor einer Woche vom Seitnerzinken aus sehr genau betrachtet hatten, augenblicklich sehr sichere Verhältnisse bietet. Und es war trotzdem ausreichend Schnee für eine durchgehende Abfahrt vorhanden.

Rechtschwenk auf der Abflachung
Zuerst aber mussten wir einmal hinauf. Entlang der obligaten Aufstiegsroute sind wir im Kar zuerst links haltend, dann über die Abflachung mit einer kurzen Zwischenabfahrt nach rechts hinüber zur rinnenförmigen Mulde und durch diese hinauf bis zum Kamm zwischen Schattnerzinken und dem später bestiegenen namenlosen Glapf weiter westlich. Die ursprüngliche Idee war, jetzt einmal nordseitig ins Schattnerkar abzufahren und hierher wieder aufzusteigen. Der dort erwartete Pulverschnee war aber - zumindest in den oberen Regionen – komplett verblasen.

Schattnerzinken 2.156 m
Daher haben wir diesen Plan vor Ort verworfen und sind weiter zum Schattnerzinken angestiegen. Der gesamte nordseitige Gipfelaufbau war von einem eisigen „Zuckerguss“ überzogen und deshalb waren die Schritte bis hinauf zum ersten Tagesgipfel mit etwas Vorsicht zu setzen. Nach einer Aufstiegszeit von 2 ¼ Stunden waren wir am in der Sonne glänzenden Gipfelplateau. Bevor wir jetzt einmal ordentlich gerastet und die Szenerie rundherum eingesaugt haben, galt es geschwind den Abstiegsweg zur Westrinne am Südgrat auszuloten. Der war zum größten Teil – soweit einsehbar – schneebedeckt und daher sicher fahrbar. Und der Rest konnte – soweit wir das schon vorher vom Kar aus gesehen hatten – auch kein Problem sein.

Abfahrt am Südgrat
So war es dann auch. Nach der Pause, in der wir für die Abfahrt umgerüstet, gegessen und getrunken und uns beim Gipfelquiz betätigt hatten, haben wir direkt am Gipfel angeschnallt und sind den größten Teil des kurzen Abstiegs am Südgrat abgefahren. Zuletzt haben wir aber doch einmal abgeschnallt und sind über einen ausgeaperten Zapfen noch bis in den kleinen Sattel oberhalb der Rinne abgestiegen. Dort wurde dann wieder angeschnallt. Dann konnte es losgehen.

Abfahrt durch die Westrinne
Auf den ersten Abfahrtsmetern war die Schneedecke noch ziemlich hart. Daher sind wir bis an den orografisch rechten Rand der Rinne gefahren, wo der Einstrahlungswinkel der Sonne schon ein bisschen besser gepasst hat. Auf der glatten, oberflächlich leicht aufgefirnten Fläche ging es ab da sehr flott abwärts. Jeder Schwung war ein Genuss. Mit abnehmender Höhe hat sich die Schneekonsistenz geändert. Ein fester Windharschdeckel und Triebpulver haben den Fahrspaß in diesem Bereich noch gesteigert.

Kurze Spurarbeit zu Beginn des Wiederanstiegs
Bis ins Kar hinunter war kein schlechter Schwung dabei. Zuletzt sind wir in einem weiten Rechtsbogen um das halbe Kar bis auf den mittleren Rücken herumgefahren und haben dort wieder aufgefellt. Jetzt wollten wir nämlich noch einmal südseitig aufsteigen Das Ziel war die markante, recht viel begangene namenlose Erhebung im linken Drittel des Gratverlaufs zwischen Seitnerzinken und Schattnerzinken. Auch die hatte ich in der Vorwoche vom Seitnerzinken schon ins Auge gefasst.

Blick zum Schattnerzinken
Kurz war noch eigene Spurarbeit angesagt bevor es dann in der gut ausgetretenen Aufstiegsspur zum zweiten Mal nach oben ging. Ab der Verflachung, wo wir beim ersten Mal nach rechts abgebogen waren, ging es jetzt in die beiden steileren Aufschwünge in der geraden Linie weiter hinauf. Und einige Spitzkehren später haben wir nach einer Wiederaufstiegszeit von 50 Minuten am höchsten Punkt wieder abgeschnallt.

Südseitige Genussabfahrt über mehrere Geländestufen
Abermals haben wir uns an der uneingeschränkten Sicht in alle Himmelsrichtungen mit der Unzahl an bekannten und unbekannten Gipfeln delektiert. Für Zweitere hat die Peak-App am Smartphone beim Gipfelquiz die richtigen Antworten serviert. Schließlich haben wir wieder für die Abfahrt umgerüstet und sind entlang der Aufstiegsspur und etwas daneben talwärts gebraust.

Südseitige Genussabfahrt über mehrere Geländestufen
Der Schnee war in manchen Passagen schon etwas tief, anderorts aber auch herrlich firnig. In den eher ostseitigen Passagen bzw. auch in den Flachpassagen weiter unten hatte sich noch Pulver konserviert. Auch diesen haben wir genussvoll durchpflügt. Von der Baumgrenze bis zur Falbalmhütte und weiter hinunter sind wir dann vorwiegend in der Aufstiegsspur abgefahren.

Abschnallen neben dem Steg im frostigen Schatten
Zuletzt haben wir uns die im Aufstieg genommene Abkürzung durch den Wald geschenkt und sind weiter am Forstweg geblieben. Abschließend gab es auf der freien Fläche noch ein paar schöne Schwünge in der Sonne bevor wir für die letzten 200 m wieder in den Schatten am Talboden eingetaucht sind. Und schlagartig war es dort auch wieder sehr frostig. Beim Abschnallen um 13.00 Uhr hatte es dort immer noch minus 4 Grad.

Friedas Ofenbratl
Warm ist es uns dann spätestens in der Gaststube bei der Schaffer Frieda geworden. Um für den Heinrich kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Wir haben das unverwechselbare Ofenbratl mit Sauerkraut, Knödel und Preiselbeeren zuerst verspeist und dann zum Kaffee den süßen Gruß aus der Küche (diesmal einen Apfelkuchen). Das gab dann nicht nur Energie für die Heimfahrt, sondern auch für den Rest des Tages, der noch ein längerer geworden ist. Hat nämlich der Tourentag für mich schon um 5.00 Uhr in der Früh begonnen, so hat er am Abend deswegen noch länger gedauert, weil ich mit meinem FC Porto beim Prestigeduell gegen Benfica am TV Gerät mitfiebern musste. Wegen der Zeitverschiebung und der dort üblichen, sehr späten Beginnzeit wurde es dann noch ein langer Abend. Das Match wurde mit 3:2 gewonnen und das hat natürlich auch noch einer telefonischen Nachbetrachtung mit meinem portugiesischen Freund Toni direkt im Stadion bedurft.



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