Rupprechtseck

am 09.01.2021

Rupprechtseck 2.591 m - 1.460 Hm (mit Wiederanstieg)

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mit dabei:
Chris und Andreas


Frostige Morgentemperatur bei der Anreise
Während es bei der Familienskitour am 5. Jänner sehr gemütlich zugegangen ist, hat uns die Krakau heute ein rassiges Tourenzuckerl beschert. Die derzeitigen Verhältnisse lassen auch Touren im Steilgelände, welches ich sonst nicht begehen oder befahren würde zu. Auch das hochwinterliche Wetter hatte sich den außergewöhnlichen Verhältnissen angepasst. Bei der Anfahrt hatte es im Bereich Löwenwirt (vor Ranten) schon einmal -20 Grad, am Ausgangspunkt beim Etrachsee waren es immer noch 15 Grad unter Null.

Aufstieg bei der Spreitzerhütte
Entsprechend flott sind wir entlang des Etrachsees einmal losgestiefelt um die Muskelpumpe anzuwerfen. Vorbei an der Spreitzerhütte ging es taleinwärts und weiter hinauf in Richtung Grafenalm. Ab der Abzweigung entlang des Sommerweges hinauf ins Spreitzerkar konnten wir einer frischen Aufstiegsspur folgen und dadurch Energie sparen. Vielleicht ist uns auch deshalb nie wirklich warm geworden.

Holziger Aufstieg ins Spreitzerkar
Über die holzige und steinige Geländestufe ging es hinauf ins Kar. Schon zu diesem Zeitpunkt haben wir uns für die spätere Abfahrtsvariante entschieden, auch wenn wir unsere Pfadfinderqualitäten erst vor wenigen Tagen bei der Abfahrt vom Mirnock unter Beweis gestellt hatten. Das teilwiese doch recht neue Skimaterial sollte aber halbwegs unversehrt wieder im Tal ankommen

Frostige Außentemperatur erfordert eine Lage mehr
Im Kar hat uns ein leichtes Lüfterl empfangen. Die mit zunehmender Höhe noch weiter sinkende Außentemperatur hat durch den Chill die gefühlte Temperatur noch einmal nach unten gedrückt. Trotz mittlerweile angelegtem Gesichtsschutz und dicker Handschuhe kann ich mich nicht daran erinnern, wann es mir während eines Anstiegs einmal so kalt gewesen ist. Selbst in über 5.000 m Höhe am Damavand war es mir sicher nicht so kalt.

Aufstieg im Kar
Mit der Festlegung des Tourenziels (Dachleiteck oder Rupprechtseck?) wollten wir ursprünglich bis zum Erreichen des Karbodens zuwarten und dies dort entscheiden. Die nach rechts hinaufziehende Spur hat uns die Entscheidung leicht gemacht. Gerne sind wir ihr mit den angezeigten Entlastungsabständen gefolgt. Der Dreiergruppe vor uns sei auch an dieser Stelle noch einmal für die Spur gedankt. Einzig, weiterhin an der Nordseite nur im Schatten unterwegs zu sein, hat trotz der fortlaufenden Bewegung kein wohliges Wärmegefühl aufkommen lassen.

Immer mir nach!
In vielen Kehren haben wir stetig an Höhe gewonnen und zwischendurch auch immer wieder einmal die Aussicht in die Bergwelt der Schladminger Tauern genossen. Ein Rudel Gämsen, das in der Gegenrichtung an uns vorbeigesprungen ist, hat schon einmal auf die spätere Abfahrt eingestimmt.

Die letzten Meter zum Gipfel
Erst knapp unter dem Gipfel sind wir vom Schatten in die Sonne gekommen. Diesen haben wir nach einer Aufstiegszeit von 3 Std 25 min (einschließlich einer kurzen Pause im Kar) erreicht, gerade als unsere Spurgeber mit langen Carvingschwüngen ins Kar abgefahren sind. Am Gipfel haben wir aber noch eine weitere, von der Südseite heraufgekommene Dreiergruppe getroffen, darunter der Höhenmetersammler Richard M. aus Leoben. Es ist schon einige Jahre her, dass wir uns im Ostkar des Zeiritzkampel über den Weg gelaufen sind. Und ist er damals 3 mal das Kar, das er zuvor gespurt hatte, gefahren, so hat er sich heute mit einem Wiederanstieg begnügt. Mit ihm auf Tour waren Chri und Berni.

Abfahrt ins Spreitzerkar
Am Gipfel ist es uns in der Sonne auch nicht wirklich warm geworden. Also haben wir halbwegs flott umgerüstet, uns nebenbei gestärkt, ein paar Fotos geschossen und uns für die Abfahrt fertig gemacht. Danach sind wir zwischen den anfangs noch herausschauenden Felsbrocken noch etwas vorsichtig und danach in flotter Fahrt in der direkten Linie ins Kar abgefahren. Jeder Schwung im ungebundenen Pulverschnee war ein Genuss. Entsprechend laut hat der eine oder andere Jucherzer die Abfahrt begleitet.

Gegenanstieg aus dem Spreitzerkar
Auf den ca. 550 Hm, die wir so genussvoll abgebaut haben, war kein einziger schlechter Schwung dabei. Am flacheren Karboden haben wir uns schließlich einen Flecken in der Sonne gesucht und dort die Felle wieder aufgezogen. Dann sind wir den Gegenanstieg hinauf auf den Westrücken des Dachleitecks. Um weitere Rutscher auf dem harschigen Untergrund zu vermeiden haben wir bald einmal die Harscheisen montiert.

Einfahrt in die Rinne
Weil wir jetzt in der Sonne unterwegs waren, ist uns erstmals an diesem Tag einmal ein bisschen warm geworden. Vorbei an der Kote 2178, wo wir erstmals in die Rinne, die zur Grafenalm hinunter pfeift, hineinschauen und sie von oben beurteilen konnten, sind wir dann noch ein Stück in Richtung Nordosten angestiegen. Am oberen Ende der Rinne haben wir schließlich die Felle wieder abgezogen und unsere Ausrüstung in den Abfahrtsmodus gebracht.

Pulvertraum in der Rinne
Dann hat Chris die erste Spur in die Rinne gelegt. Vom ersten Schwung an war klar, dass wir eine unvergleichlich perfekte Schneekonstellation darin vorgefunden hatten. Die negative Erwartungshaltung, dass dies nicht bis ganz unten so bleiben würde, wurde bis zum Schluss nicht erfüllt. Gut so! Auf den ca. 600 Hm, die wir im mittelsteilen Gelände so genussvoll abbauen konnten, war schon wieder kein schlechter Schwung dabei. Entsprechend gefeiert haben wir unsere Entscheidung für den Wiederanstieg und den „Verzicht“ auf die holzige Waldabfahrt.

Abfahrt zum Etrachsee
Auch die letzten Meter zwischen den Latschen bis hinunter zum Weg auf der Grafenalm waren noch sehr gut fahrbar. Entlang des Weges, der von vielen von Bauleiteck und Krautgartenscharte abfahrenden Tourengehern schon gut niedergefahren war, sind wir schließlich zum Ausgangspunkt am Etrachsee zurückgefahren.

gek. Rindfleisch
Nach dem Verstauen der Ausrüstung haben wir noch einen Abstecher zum Friedhof gemacht, bevor es wieder heimwärts ging. Vom eisigen Einkehrschwung- wieder im Freien- vor dem Lebensmittelmarkt in Murau, gibt es kein Fotodokument. Die angebissene Leberkäsesemmel, die ich mit klammen und senfverschmierten Fingern festgehalten habe, wird den Heinrich nicht wirklich zufriedenstellen. Als Ersatz gibt es dafür ein Bild von der warmen Mahlzeit aus der heimischen Küche nach der Heimkehr. Das gekochte Rindfleisch mit Röstkartoffeln und einer Schnittlauchsauce hat ausgezeichnet geschmeckt. Der Rotwein dazu war jedenfalls bekömmlicher als das eiskalte Bier aus dem Kofferraum nach der Tour.



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