Gmeineck

am 13.02.2021

Gmeineck 2.592 m - 1.660 Hm

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mit dabei:
Chris, Andreas und Karlheinz



Das Gmeineck im Morgenlicht bei der Anfahrt im Drautal
Nach der gestrigen Schönwetter-Familienskitour ging es heute wieder ans Eingemachte, vor allem auch deshalb, weil das Wetter zwar strahlend schön, aber von der Temperatur und den Windverhältnissen her doch eher im Extrembereich angesiedelt war. Zudem ist die Tour auf den Oberkärntner Skitourenklassiker auch nicht ganz kurz. Die beiden „Afritzer Berschn“ hatten diesen schon länger am Plan. Da haben sich die Schitter Buam gerne mit eingebaut.

Aufstieg zur Salentinigalm
Los ging es bei 10 Grad unter Null beim Kolmwirt am Hühnersberg oberhalb von Lendorf im Drautal. Ein kurzes Stück haben wir unsere Skier noch bis zum Schranken am Beginn des langen Forstweges getragen. Dann sind wir vorbei am Wasserreservoir in den Graben nordöstlich vom Kolm. Bei der Kote 1354 sind wir zur Brücke nach rechts hinunter. In diesem Bereich habe ich schon minus 15 Grad gemessen. Um den südseitigen Rücken herum sind wir dann zur Salentinigalm aufgestiegen. Ab da haben wir an Hand der Windfahnen an den umliegenden Bergkämmen schon einmal erahnen können, dass es weiter oben recht ungemütlich werden könnte.

Luken dicht machen im Schutz der letzten Bäume
Über das Almgelände ging es weiter hinauf zur Steinbruggeralm und von da – die Wegkehren abkürzend – über Schneisen und durch lichten Wald bis zur Baumgrenze. Am Weg dahin haben wir uns nach einer Aufstiegszeit von 2 Stunden eine Trinkpause gegönnt. Auf Höhe der Waldgrenze hat der Wind schon ordentlich geblasen. Im Windschatten der letzten Bäume haben wir dann die Jacken angezogen und die Luken dicht gemacht.

Aufstieg über die Südflanke
Dann ging es weiter hinauf auf den breiten Rücken und über diesen nach Norden an den Fuß der langen südseitigen Gipfelflanke. Unaufhörlich hat der in diesem Bereich am stärksten auf der gesamten Tour aus NO entgegen blasende Wind an unserer Balance gerüttelt. In kürzester Zeit waren auch die Skibrillen so stark zugeeist, dass nur mehr ein kleines Sichtfenster hin zu den Skispitzen bzw. den Skienden des Vordermanns frei war. Der Erste in der Reihe hatte dann die nicht leichte Aufgabe, die verwehte Spur zu finden. Chris hat diese Aufgabe für uns übernommen.

Aufstieg über die Südflanke
Anschließend ging es in die „Spitzkehrenorgie“ über die elendslange Gipfelflanke. Diese hat den Nordwind zum Glück etwas abgeschattet, sodass sich auch die Sichtverhältnisse wieder etwas gebessert haben. Zwischendurch war natürlich auch immer wieder einmal Partnerkontrolle angesagt. Bei den extremen Wetterverhältnissen friert man sich, wenn man nicht aufpasst, schon einmal eine schlecht geschützte Gesichtspartie ab, ohne dies selbst zu bemerken. Es war aber alles im grünen Bereich.

Karli „sitzt in meinem Rucksack“ ;-) ; unter uns der Millstätter See
Inmitten der Flanke hat Chris der vollkommen vereisten Brille wegen Andreas den Vortritt für die Spursuche gelassen. Er hat sich angehängt, ich hinterdrein und Karli ist „in meinem Rucksack gesessen“. Kehre für Kehre haben wir an Höhe gewonnen. Eine kurze Pause zum „Nachtanken“ hätte ich mir zwischendurch schon einmal gewünscht. Aber allein schon der Gedanke, den Gesichtsschutz dafür lupfen zu müssen, hat die in diversen Pölstern am Körper eh zur Genüge gespeicherten Energiereserven aktiviert.

„Berg Heil!“ am Gmeineck
Diese haben dann auch vollkommen ausgereicht, den Gipfel nach einer Aufstiegszeit von insgesamt 3 Std 50 min (mit Pausen) zu erreichen. Dort oben war der Wind wieder stärker. Die Aussicht in alle Himmelsrichtungen, die dort oben so genial ist, zu genießen, war uns daher nicht vergönnt. Sehr flott sind wir einige Meter wieder abgefahren und haben dort umgerüstet. Jetzt musste auch der vereiste Gesichtsschutz herunter und daher war der Weg endlich frei für die Nahrungsaufnahme.

Gut abgedichtet
Ich bin nicht wirklich kälteempfindlich, aber bei minus 18 Grad und dem stetig blasenden Wind habe ich auch darauf geachtet, dass die Pausen, an denen die Handschuhe ausgezogen waren, eher kurz gehalten wurden. Diverse Handgriffe funktionieren halt ohne die die Griffel schützenden Bekleidungsstücke besser. Trotzdem habe ich am Schluss noch die Hilfe von Chris benötigt um mein Helmband zu schließen. Die inzwischen vollkommen vereiste Skibrille musste durch die Sonnenbrille ersetzt werden.

Abfahrt vom Gmeineck
Dann haben wir die Abfahrt mit dem grandiosen Blick ins Drautal und zum Millstätter See begonnen. Der windgepresste Schnee war zwar etwas schwer zu fahren, aber absolut berechenbar. Mit leichter Rücklage haben wir Fahrt aufgenommen und bald einmal unseren Spaß dabei gehabt. Mit etwas mehr Körnern in den Oberschenkeln wäre er noch größer gewesen.

Abfahrt vom Gmeineck
Während kurzer Abfahrtspausen haben wir immer wieder Energie für den nächsten Abschnitt gesammelt. Kurzzeitig hatten wir auch überlegt, den steileren Abfahrtsweg über die Kohlmeierhütte zu nehmen. Damit wären wir jenem Bereich am langen Rücken, wo uns im Aufstieg der starke Wind so geplagt hatte und daher der Schnee extrem verblasen war, entkommen. Außerdem hätten wir uns bei der späteren Abfahrt von der Salentinig Alm einige Gegensteigungen erspart. Aber andererseits ist es gerade bei nicht optimalen Wetterbedingungen immer wieder angezeigt, dem Bekannten gegenüber dem Unbekannten den Vorzug einzuräumen. Und das haben wir dann getan.

Weniger gebundener Schnee im Bereich der Baumgrenze
Belohnt worden sind wir für diese Entscheidung mit einem vom Schnee her besonders homogenen letzten Stück der Gipfelflanke hin zum – eh so erwarteten - verblasenen Rücken. Über diesen ging es zurück zu jenem Bereich, wo wir uns in der Früh abgedichtet hatten. Zwischen den ersten Bäumen und in den Schneisen danach war der Pulverschnee dann stellenweise unbehandelt und daher bestens fahrbar. Viele Abfahrtsspuren haben uns auch den Hinweis gegeben, dass nach uns viele Aufsteigende vorzeitig umgedreht hatten.

Nachgeholte Gipfeljause auf der Steinbruggeralm
Über die querenden Forstwege bzw. abschnittsweise auf diesen ging es dann noch hinab zur Steinbruggeralm. Jetzt war in der wärmenden Sonne die Verlängerung der sehr kurzen Gipfeljause angesagt. Die hat uns dann für die weitere Abfahrt entlang der Aufstiegsroute noch einmal gepusht. Einige kurze Gegensteigungen - nicht nur nach der Brücke, sondern auch schon davor und danach - gilt es dabei mit vielen Schlittschuhschritten zu überwinden.

Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt
Nach dem langen schattigen Bereich hinter dem Kolm haben wir dann beim Wasserreservoir endlich wieder die Sonne gesehen. Von da ging es dann noch weiter hinunter bis zum Schranken, wo wir in der Früh angeschnallt hatten. Jetzt haben wir nach dem Abschnallen aber noch ein paar Aufstiegsmeter mit geschulterten Skiern draufgepackt. Dafür haben wir dann über die Wiese oberhalb des Weges noch bis neben unserem Parkplatz abfahren können und dort nach 5 ½ Stunden am Berg endgültig abgeschnallt.

Parkplatzeinkehr
Die Ausrüstung wurde wieder im Auto verstaut und wir sind auf der schmalen, etwas vereisten, aber gestreuten Straße, die in der Früh ein vor uns auffahrendes Auto noch zur Schneekettenmontage genötigt hatte, wieder nach Lendorf hinuntergefahren. Der Lebensmittelmarkt am Ortsrand ist in Ermangelung geschlossener Einkehrstätten Anlaufstelle für viele Heimfahrende nach der Skitour auf diverse Ziele in der Reißeck- und auch in der Kreuzeckgruppe. Daher war der warme Leberkäse so gut wie ausverkauft. Zwei Randstücke konnte ich noch ergattern. Als Ersatz hat es dafür ein knupspriges Brüstl im Roggenweckerl gegeben. Besonders fein war aber der sonnige Stehtisch über dem grünen Rasenteppich am Parkplatz vor dem Markt. In der Farbe dazu passend das Etikett des hopfigen Kaltgetränks aus der steirischen Heimat; das hätte sicher auch dem Heinrich gefallen.

Das Gmeineck hoch über dem Millstätter See
Am Heimweg haben wir noch einen kleinen Umweg über das Gegendtal eingebaut. Der war zwar insofern nicht von Erfolg gekrönt, als die Fischzucht in Feld am See am Samstag Nachmittag geschlossen hat, aber dafür haben wir uns am Weg dorthin am Millstätter See noch einmal eingebremst und genussvoll auf das Tourenziel zurückgeschaut.



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