Zirbitzkogel

am 17.02.2021

Zirbitzkogel 2.396 m (2x) - 1.280 Hm (mit Wiederanstieg)

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mit dabei:
Andreas



Aufstieg zur Linderhütte
Eine kurzfristig mit Andreas vereinbarte Tour hat uns wieder einmal auf den Zirbitz geführt. Bei der Sabathyhütte sind wir bei bewölktem Himmel gestartet. Nicht verborgen sind uns zu diesem Zeitpunkt schon die über den Gipfel hinwegfetzenden Wolken geblieben. Etwas Wind hatten wir aufgrund der Prognose zwar erwartet, aber demnach könnte es schon ungemütlich werden.

Aufstieg zum Lindersee
Vorbei an der Linderhütte sind wir ziemlich flott aufgestiegen. Auf Höhe der letzten Zirben hat uns erstmals eine kräftige Böe begrüßt. Danach war es bis hinauf zum Lindersee zwar etwas windig, aber auch ohne Jacke noch absolut aushaltbar. In der Steilstufe nach dem See haben wir sehr bald beschlossen, bei nächstbester Gelegenheit die schützende Oberbekleidung zu ergänzen und auch gleich die Harscheisen zur Erhöhung der Standfestigkeit zu montieren. Einerseits hat der Wind an uns gerüttelt und andererseits wirkte die dünne Triebschneeauflage auf dem harten, stellenwiese etwas eisigen Untergrund wie ein Kugellager.

Schlussanstieg im Sturm
Sicheren Schrittes haben wir danach den flotten Anstieg weiter fortgesetzt. Auf Höhe der Schutzhütte hat uns der über den Kamm wehende Wind dann mit voller Stärke erfasst. Mit gespreizten Beinen und vor allem den absichernden Stockeinsätzen haben wir die letzten Meter zum Gipfel überwunden und diesen nach einer Aufstiegszeit von 1 Std 36 min erreicht. Da oben hat es so stark geblasen, dass wir sehr froh gewesen sind, die Harscheisen montiert gehabt zu haben. Diese und die Seilabspannung des Gipfelkreuzes haben uns dabei unterstützt, uns gegen den Wind zu stemmen.

Zu wenig Windschatten bei der Gedenkstätte
Zentimeterweise haben wir uns dann wieder abwärts bis in den Windschatten der Gedenkstätte für die in den beiden Weltkriegen gefallenen Mitglieder des ÖTK bewegt. Aber auch dort war es fast unmöglich die Balance zu halten. Ziemlich oft war ich in den letzten Jahren - auch bei viel Wind - am Zirbitzkogel. Den Schutz des Helmut Erd Schutzhauses habe ich dabei noch nie in Anspruch genommen. Diesmal war aber der Zeitpunkt dafür gegeben. Zentimeterweise sind wir daher weiter abwärts getapst bis wir im Windschatten der Hütte vor dem Eingang zum Winterraum Schutz gefunden haben.

Umrüsten im Windschatten des Schutzhauses
Während des Umrüstens hat eine Böe das Fellsackerl von Andreas mitgerissen. Gleich darauf sind mir beim Einpacken meine Harscheisen aus der Hand gefallen und dem sie umhüllenden Sackerl entglitten. Dieses ist gleichzeitig von einer weiteren Böe hochgewirbelt worden. Ein Hechtsprung mit ziemlich unsanfter Landung war zum Glück beim Einfangen von Erfolg gekrönt. Da hat es sich jetzt - spät aber doch - ausgezahlt, dass ich in jungen Jahren wegen Unbrauchbarkeit auf allen anderen Positionen beim Fußballspiel fallweise ins Tor gestellt worden bin ;-).

Abfahrt zum Lavantsee
Als alles eingefangen und abgedichtet war, haben wir uns wieder in den Wind hinausgestellt und angeschnallt. Bis zur ersten Kehre sind wir der Ratracspur gefolgt und dort in die Südflanke eingefahren. Im Windschatten des Berggipfels war es jetzt schlagartig ruhig. Auf einem griffigen Harschdeckel sind wir lustvoll talwärts gebraust, immer mit einem Auge auf der Suche nach dem entfleuchten Fellsackerl. Dieses haben wir zwar nirgends entdeckt, dafür aber eine Sonnenbrille, die der Wind irgendwann in den letzten Tagen hierher verlagert hatte. Wenn sie jemand vermisst, sie kann bei mir angefordert werden.

Abfahrt zum Lavantsee
Im flacheren Bereich unterhalb der Flanke hat der Wind dann wieder aufgefrischt. Als sichtbares Zeichen, dass dies dort auch schon an den Vortagen so war, sind wir über viele Windgangeln drübergefahren. Der Harschdeckel war kompakt und das ist auch in der etwas steileren Geländestufe bis hinunter zum Lavantsee so geblieben.

Wiederanstieg vom Lavantsee zum Zirbitzkogel
Dort haben wir für den Wiederanstieg umgerüstet. Den ursprünglichen Alternativplan, über den Fuchskogel und danach entlang des Südgrats wieder anzusteigen, hatten wir schon am Gipfel verworfen. Viel zu lange wären wir dabei voll im Wind gestanden. Und davon hatten wir bereits beim kurzen Gipfelaufenthalt genug abbekommen. Daher sind wir in der direkten Linie wieder angestiegen.

Wiederanstieg vom Lavantsee zum Zirbitzkogel
Dabei haben wir versucht, möglichst lange im Windschatten des Berges zu bleiben. Erst ganz zum Schluss sind wir für die letzten beiden Kehren auf die Ratracspur hinaus gegangen. Der uns jetzt wieder mit großer Wucht entgegenblasende Wind hat uns auch dazu veranlasst nach dem Erreichen des Schutzhauses (Wiederaufstiegszeit vom Lavantsee 40 min) auf einen zweiten Gipfelgang zu verzichten.

Abfahrt zum Lindersee
Wieder haben wir im Windschatten der Hütte - diesmal ohne den Verlust weiterer Ausrüstungsgegenstände – umgerüstet. Als alles gut fixiert und verstaut war, haben wir mit kräftigen Stockschüben über die ebene Fläche bis zum Beginn der Abfahrt gegen den Wind angeschoben. Auf einem sehr griffigen Harschdeckel ging es danach flott abwärts. Mit abnehmender Höhe ist der Wind schwächer geworden. Vorbei am Lindersee sind wir entlang der Standardroute abgefahren und haben schließlich bei der Sabathyhütte abgeschwungen.

Suppe to go
Nachdem die Ausrüstung im Auto verstaut war, sind wir ins Lokal gegangen. Dort haben wir die Parkgebühr (für die Benützung des privaten Parkplatzes wird neuerdings um einen Obulus von € 3 ,-gebeten) entrichtet und uns das umfangreiche Suppenangebot aufzählen lassen. Weil jetzt aber leider Fasttag war, ist es schließlich eine würzige Broccolicremsuppe mit Romanesco- und Karotteneinlage geworden. Das wird auch der Heinrich verstehen. Andreas hat die Suppentöpfe dann in gekonnter Manier - gelernt ist gelernt - über den rutschigen Untergrund zum abseits des Lokals angelegten Konsumationsbereich serviert.



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