Krugkoppe und Gamskögel

am 07.03.2021

Krugkoppe 2.042 m, Gamskögel Westgipfel 2.386 m, Pumucklscharte 1.960 m - 1.990 Hm (mit Wiederanstiegen)

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mit dabei:
Chris und Lisi


Auf der Brücke ist er auch nicht (der Schnee)
Die – als gemütlich geplante - Wochenendtour mit Chris und Lisi hat uns nach langer Zeit wieder einmal ins Triebental geführt. Ziemlich frisch (minus 11 Grad) war es in der Früh am Ausgangspunkt bei der Bergerhube. Daher sind wir nach Bezahlung des Obolus für das Parken auf Privatgrund (€ 2,-) und dem obligaten LVS Check einmal flott losgestiefelt. Die ursprünglich angepeilten Tourenziele (Krugkoppe und Mödringkogel) im Visier sind wir dem ziemlich vereisten Weg in Richtung Mödringalm gefolgt. Bis zur Brücke haben wir einige apere Stellen überstiegen. Es war klar, dass diese uns bei der späteren Abfahrt wohl auch zum Abschnallen zwingen würden.

Aufstieg auf der Mödringalm
Auf der gegenüberliegenden Bachseite ging es dann vorbei an der Rehfütterung hinauf zur Mödringalm. Der Gamskögelgrat vor uns mit dem Mödringkogel links außen hat immer wieder unsere Blicke angezogen, auch weil wir im Laufe der Jahre alle nordseitigen Rinnen irgendwann einmal begangen und auch befahren hatten. Oberhalb der Alm sind wir noch durch den Wald und am Ende der anschließenden Almwiese nach links ins Paradies abgebogen.

Auf der Krugkoppe
Während wir zwischen den herausragenden Latschen Höhe gewonnen haben, sind unsere Blicke immer wieder in die ostseitige Flanke des Mödringkogels gewandert. Dies hatte vor allem den Zweck, eine der dortigen Rinnen für die spätere Abfahrt auszuloten. Zuvor wollten wir aber ohnedies auf die Krugkoppe und daher sind wir einmal bis zur Pumucklscharte und von da entlang der westseitigen Wechte gleich weiter zum ersten Tagesziel angestiegen. Dieses haben wir nach einer gemütlichen Aufstiegszeit von 2 ½ Stunden erreicht.

Spuren im konservierten Pulver am Karboden unter der Flanke
Der ursprüngliche Plan war, gleich wieder in die Scharte abzufahren, von da über den Grat zum Mödringkogel anzusteigen und danach über eine Rinne ostseitig abzufahren. Auf der Krugkoppe hat uns aber die südostseitige Gipfelflanke hinunter in Richtung Krugsee so sehr angelacht, dass wir erstmals spontan umgeplant haben. Nach dem Umrüsten ging es daher einmal über die schon aufgefirnten steilen Flächen flott hinunter. In den flacheren Passagen darunter hatte sich noch Pulverschnee konserviert.

Der Blick nach Westen
Den gab es dann auch in der nächsten Abfahrt in Richtung Südwesten bis unter die Hühnersteige. Von da wollten wir dann wieder auf die Pumucklscharte und weiter zum Mödringkogel ansteigen. Der Blick in Richtung Westen über den Bärentritt zum Amachkogel und die Vermutung, dass die Gamskögel Südflanke in der Sonne auch auffirnen könnte, hat uns abermals zum Umplanen animiert. Daher haben wir uns auf die lange, landschaftlich ungemein schöne Wanderung dorthin gemacht. Zwischendurch musste dabei auch Höhe etwas abgebaut und später wiedergewonnen werden.

Anstieg über die Gamskögel-Südflanke
Am Fuße der Gamskögel-Südflanke haben wir nach dem Festlegen einer ungefähren Aufstiegslinie die Harscheisen montiert und sind in vielen Kehren über die nicht ganz flache Leite aufgestiegen. Der ursprüngliche Plan war gewesen, über eine der Nordrinnen wieder zur Mödringalm abzufahren. Aber weil der Schnee während des Anstiegs so verlockend war, haben wir im letzten Drittel der Flanke schon beschlossen, hier auch wieder abzufahren, auch wenn sich die Tour dadurch abermals um einiges verlängern würde, da der unvermeidliche spätere Gegenanstieg von der Südseite auch noch dazukommen würde.

Gipfelfreude
Dort wo der Normalanstieg auf die Gamskögel herauf führt (NW Rinne) sind wir nach der langen Zeit, die wir so ganz alleine unterwegs gewesen waren, wieder auf eine größere Anzahl von Gleichgesinnten gestoßen. Wir haben unsere Skier deponiert, die erwartet guten Verhältnisse in der Nordseite bestätigt gefunden, aber trotzdem beschlossen, den noch besseren an der soeben begangenen Südseite für die Abfahrt den Vorzug einzuräumen. Davor sind wir noch zum Westgipfel an- und gleich wieder abgestiegen.

Vor der Abfahrt mit Blick zum Amachkogel und zum Kesseleck
Bei unserer Rückkehr wurden wir von einer Gruppe aus Niederösterreich gebeten, ihnen beim Absetzen eines Notrufs für einen Ihrer Kollegen mit Kreislaufproblemen behilflich zu sein, da sie mit ihren Mobiltelefonen keine Verbindung zustande gebracht hatten. Dies war dann mit einigen Hindernissen und schließlich auch noch dem Funkgerät, das sie mitgetragen hatten von Erfolg gekrönt. Da sie unsere Dienste schließlich nicht mehr benötigten (sie waren selbst Bergretter) und unsere Telefone auch massive Verbindungsprobleme hatten, haben wir uns an die Abfahrt gemacht.

Abfahrt über die Südflanke; dahinter der Lärchkogel
Etwa 100 Hm weiter unten hatte ich dann wieder Empfang, konnte dann einen Rückruf der Landeswarnzentrale entgegennehmen, die Position des erkrankten Bergkameraden noch einmal durchgeben und der Gruppe am Törl durch Zuruf die Ankunft des ÖAMTC Rettungshubschraubers aus St. Michael avisieren. Danach haben wir unsere Abfahrt über herrlich aufgefirnte Flächen und Rinnen in den Bärentritt fortgesetzt.

Abfahrt im Bärentritt
Von dort konnten wir dann auch den Anflug des Helis beobachten. Ich hoffe, dass es dem Abtransportierten mittlerweile wieder gut geht. Danach sind wir durch eine dünne, konservierte Pulverauflage talwärts gebraust. Die unendliche Weite des Geländes hat uns jede Menge Platz zum Schwingen geboten. Mit jedem Meter talauswärts entlang des Musenbachs hat sich aber auch der Wiederaufstiegsweg noch einmal verlängert. Eine Abfahrt entlang unserer Aufstiegsroute wäre zwar kürzer, aber sicher nicht so genussvoll gewesen. Schließlich haben wir ein kurzes Stück nach der Bachquerung über den zugeschneiten Steg das Gelände als für den Wiederanstieg geeignet erachtet.

Wiederanstieg zur Pumucklscharte
Nach einem kurzen Auf und Ab sind wir schließlich auf eine von rechts heraufziehende Aufstiegsspur gestoßen und dieser gefolgt. Auch diese hat uns nicht in stetiger Steigung entlang der Kehren nach oben geleitet, sondern abermals zu einer kurzen Zwischenabfahrt zwischen den Latschen veranlasst. Schließlich hat sich die Runde für uns dort wieder geschlossen, wo wir nach der Abfahrt vom Krugsee aufgefellt hatten.

Wiederanstieg zur Pumucklscharte
Jetzt sind wir noch kurz dem schon am Vormittag gegangenen Weg gefolgt und dann weiter nach rechts hinauf, am Schluss in einigen etwas steileren Kehren, zur Pumucklscharte angestiegen. Stark anstollende Felle haben diesen Schlussanstieg vor allem für Chris zu einer etwas mühsamen und rutschigen Angelegenheit gemacht. Auf die Verwendung von Harscheisen haben wir wegen der Kürze des Weges aber diesmal verzichtet.

Abfahrt von der Pumucklscharte ins Paradies
Am Törl war ein weiterer Anstieg auf den Mödringkogel jetzt natürlich kein Thema mehr und bei leichtem Wind haben wir dann letztmalig abgefellt. Bis jetzt waren wir – außer auf der ersten Dreiviertelstunde beim ersten Anstieg in der Früh – so gut wie ausschließlich in der Sonne unterwegs gewesen. Mit der Abfahrt ins Paradies sind wir in den Schatten eingetaucht. Entlang unserer Aufstiegsroute ging es talwärts. Die in der Früh ausgelotete Rinne hatte den Spuren nach jemand anderer „für uns befahren“.

Mehrfaches Abschnallen am Weg zurück zur Bergerhube
Die kurze Gegensteigung in Richtung Mödringalm haben wir uns erspart, mussten dafür aber mit einem ziemlich vereisten Weg nach rechts hinunter vorliebnehmen. Unterhalb der Mödringalm sind wir dann wieder auf den Forstweg gestoßen. Auch dieser war ziemlich glatt. Bei der Brücke haben wir dann erstmals abgeschnallt. Das hat sich dann am Weg zurück in Richtung Bergerhube zur Schonung der im Anstieg durch die Felle geschützten Laufflächen noch ein paar Mal wiederholt.

Lisi wird zur Skitourenritterin geschlagen
Über die Wiese ging es schließlich mit den letzten Schwüngen zurück zum Ausgangspunkt. Gleich nach dem Abschnallen wurde Lisi für ihre großartige Leistung auf dieser elendslangen Tour in den Skitouren-Adelsstand erhoben. Es ist wirklich einzigartig, wie ausdauernd sie mit uns lange Wege geht, steile Anstiege und Abfahrten mitmacht und dabei auch noch fast immer fröhlich ist.

Huhn im Speckmantel
Der Wirt der Bergerhube hat gerade seinen Aufsteller mit den angebotenen Köstlichkeiten zur Abholung vom Parkplatz, auf dem unser Auto als allerletztes noch gestanden ist, weggeräumt. Die Küche war natürlich längst zu, aber ein Getränk konnten wir ihm noch abkaufen. Kulinarisch versorgt sind wir dann nach unserer Heimkehr vom heimischen Herd geworden. Von Brigitte zubereitetes Huhn im Speckmantel mit einer Sahnesauce und Reis, dazu Salat und viel flüssiges Brot haben die auf der langen Tour verbrannte Energie wieder aufgefüllt. Darüber wird sich nach der vielen Einheitsnahrung am Ende vergangener Touren sicher auch Freund Heinrich freuen.



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