Schattnerzinken

am 13.03.2021

Schattnerzinken 2.156 m, N.N. 2.085 m - 1.410 Hm

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mit dabei:
Chris, Lisi und Andreas



Tourenstart im Bretsteingraben
Weil wir am Sonntag mit unserer spontanen Routenwahl rund um die Gamskögel so gute Erfahrung gemacht hatten, haben wir für heute die Tourenplanung offengelassen. Der Schattnerzinken als zentrales Ziel und der Erstanstieg dorthin wurde schon vorweg festgelegt, aber die Zwischenabfahrten bzw. Wiederanstiege sollten erst vor Ort an Hand der Schneeverhältnisse und der Wetterentwicklung entschieden werden. Am Parkplatz Bichlerhütte im Bretsteingraben ging es bei 5 Grad unter Null mit der Überquerung des Baches über den Steg los. Gleich danach haben wir angeschnallt und den LVS-Check durchgeführt.

Aufstieg oberhalb der Falbalm; re.oberhalb der Bildmitte der Schattnerzinken mit der befahrenen Westrinne
Entlang der obligaten Route mit den anfänglichen Abkürzungen der Wegkehren über die freie Fläche bzw. dann durch den Wald sind wir bis zur Falbalm angestiegen. Oberhalb der Alm war der Schnee in den sonnenbeschienenen Bereichen nicht von jener Qualität, die wir uns für die Abfahrten gewünscht hatten. Eine sehr krustelige Unterlage konnte durch die dünne Neuschneeauflage nicht wettgemacht werden. Zwei breite Abfahrtsspuren (Schienenschnee!) vom Vortag haben dies eindrucksvoll dokumentiert.

Aufstieg zur markanten Abflachung
Einer schön angelegten Aufstiegsspur sind wir dann in einigen Kehren bis knapp unter die markante Abflachung gefolgt. Mit einer ganz kurzen Zwischenabfahrt und der folgenden Trinkpause ging es danach weiter nach rechts hinauf in die markante rinnenförmige Mulde. Aus dieser sind wir dann bewusst nach links hinaus gegangen. Der Plan war - wie schon bei der Tour im Vorjahr (8.2.2020) - gleich einmal durch den an der Nordseite sicher noch konservierten Pulverschnee ein Stück ins Schattnerkar abzufahren und wieder anzusteigen. Und hat im Vorjahr der windbehandelte Schnee dort nicht gepasst, so war es heuer die fehlende Sicht. Zwischen den Felsen hinunter zu suchen ist nicht das, was man sich unter einer Genussabfahrt - und eine solche sollte es ja werden – vorstellt.

Zustieg zum Gipfel im Gegenwind
Wir sind also entlang der abgewehten Geländekante wieder nach rechts zum Aufstiegsweg auf den Schattnerzinken zurückgekehrt. Jetzt hat ein aufkommender, sehr ungemütlicher kalter Wind die Regie für den weiteren Tourenverlauf übernommen. Nachdem wir all unsere Luken abgedichtet hatten, haben wir vorweg alle Pläne für Zwischenabfahrten und Wiederanstieg verworfen. Der neue Plan war daher, auf den Schattnerzinken zu gehen und von dort abzufahren.

Vorfreude auf die Abfahrt oberhalb der Westrinne
Nach einer Aufstiegszeit von 2 ¼ Stunden haben wir den Gipfel erreicht. Nur kurz haben wir uns dort aufgehalten und nach dem Sondieren der Schneelage, die dort für eine Abfahrt nicht wirklich ausreichend war, gleich den Abstieg über den südseitigen Grat in Angriff genommen. Am letzten Zapfen oberhalb des Sattels, von dem aus man in die Westrinne einfährt, war dabei einmal kurz die Balance gefordert. Am Sattel haben wir für die Abfahrt umgerüstet. Daneben haben wir uns gestärkt und uns darüber gefreut, dass hier der Wind um vieles gnädiger war als einige Meter weiter oben.

Pulvertraum in der Westrinne
Auch die Sicht war mittlerweile wieder perfekt und so konnten wir die Einfahrt über wenige Meter mit nicht komplett geschlossener Schneedecke auch gut ausmachen. Danach aber gab es bis ganz hinunter keine Einschränkung für perfektes Fahrvergnügen. Eine dicke Pulverschneeauflage auf einer tragenden, sehr kompakten Altschneedecke war die großartige Unterlage, auf der wir talwärts gebraust sind. Einige eingelagerte Schneeknollen konnten den Fahrspaß ebenso nicht mindern, wie die leicht gepresste Schneeoberfläche in manchen Bereichen.

Pulvertraum in der Westrinne
Während wir im Vorjahr ziemlich hoch nach rechts hinausgequert waren, um den Weg für den Wiederanstieg etwas zu verkürzen, haben wir diesmal die mehr als 400 Hm im Pulver bis ganz hinunter ausgekostet. Und wieder einmal waren wir davon begeistert, wie Lisi sich auch bei Steilabfahrten im Gelände bewegt. Nach einem ersten Kontrollschwung fährt sie kontrolliert und unbekümmert drauf los, so als hätte sie nie etwas anderes getan. Und ihr unverwechselbares Lachen im Gesicht verliert sie dabei auch nie.

Genussvoller Blick zurück
Nach dem Abschwingen haben wir dann einmal auf die so genussvoll abgebaute Höhe zurückgeschaut. Weil sich mittlerweile das Wetter abermals gebessert hatte, haben wir schon während einer Abfahrtspause in der Rinne beschlossen, den Tourenplan abermals abzuändern und jedenfalls noch einen Anstieg draufzupacken. Und da ist uns die voll in der Sonne stehende Südseite, die wir auch schon im letzten Jahr begangen und befahren hatten, ins Auge gestochen.

Aufstieg über die Abflachung; im Hintergrund die Westrinne
Während der namenlose Glapf im linken Drittel des Gratverlaufs zwischen Seitnerzinken und Schattnerzinken als höchster Punkt des angepeilten Anstiegs sonst sehr häufig begangen wird, war diesmal noch keine Spur dort hinauf gezogen. Chris hat vorweg einmal eine Spur für uns durch das Kar bis zur Aufstiegsspur unseres Erstanstiegs gelegt. Dieser sind wir dann in den schon bekannten Spitzkehren bis knapp unterhalb der Abflachung gefolgt.

Schlussanstieg
Von da hat Chris dann nach links weg eine neue Spur für uns ins Gelände gezeichnet. Über die Flachpassage hinweg in einem langen Linksbogen über die erste Steilstufe, danach sehr elegant durch das kupierte Gelände und in einer langen Querung wieder nach rechts zurück über die zweite Steilstufe hat er uns bis unter die Wechte an der Geländekante hinauf geführt. Dort oben hat der Wind wieder aufgefrischt und wir konnten ihm beim Wechtenbau zuschauen. Rechts der Wechte haben wir dann die letzten Meter hinauf bis zum höchsten Punkt absolviert.

Gipfelfreude am namenlosen Glapf
Am Gipfel hätten wir jetzt freie Sicht zu vielen Gipfeln in der Nähe und Ferne gehabt. Diese auszukosten hat uns der kalte Wind aber verleidet. Nichts desto trotz haben wir jetzt zumindest im - mittlerweile vielbefahrenen - Schattnerkar nach weiteren Abfahrtsvarianten für nächste Touren in der Gegend Ausschau gehalten. Nach dem Umrüsten und einer kleinen Stärkung ging es dann wieder abwärts.

Herrlicher Pulver in der ersten Geländestufe
Die dem Gelände angepasste Spuranlage von Chris hatte uns jetzt für die Abfahrt mit Ausnahme einer einzigen Querung der Aufstiegslinie vollkommen unberührte Flächen übriggelassen. In diesen lag eine gleichmäßig dicke Schicht Pulverschnee, der je nach Einstrahlungsgrad der Sonne in manchen Bereichen etwas nasser, aber überall bestens fahrbar war. Die Steilheit des Geländes hat das übrige zum perfekten Fahrspaß beigetragen.

Nasser Pulver in der nächsten Geländestufe hinunter zum Karboden
Jede Geländestufe haben wir mit diesen perfekten Rahmenbedingungen genussvoll abgebaut. Einzig die Sonne hat sich manchmal hinter den aufziehenden Wolken versteckt und daher nicht für perfektes Fotowetter gesorgt. Aber das ist jetzt Jammern auf sehr hohem Niveau. In den flacheren Passagen weiter hinunter zur Falbalm hatten wir uns auf den während des Erstanstiegs mit Argusaugen betrachteten „Eisenbahnerpulver“ (= Schienenschnee bzw. Bruchharsch) unter der dünnen Neuschneeauflage eingestellt. Umso mehr waren wir jetzt positiv überrascht, dass die Sonne auch in diesem Bereich für uns perfekte Arbeit geleistet hatte. Der Schnee war jetzt auch hier bestens fahrbar. Eine kurze Abfahrtspause haben wir uns trotzdem gegönnt, um noch einmal genussvoll auf unsere Abfahrtsspuren in der Westrinne nach oben zu schauen

Abfahrt von der Falbalm
Vorbei an der Falbalm ging es weiter abwärts. Schließlich haben wir uns die im Aufstieg genommene Abkürzung durch den Wald geschenkt und sind weiter am Forstweg geblieben. Leider hatte auch hier die Sonne inzwischen ganze Arbeit geleistet und unter der dünnen Schneedecke einige Minenfelder freigelegt. Die Laufflächen meiner Tourenskier haben daher jetzt ein paar Gebrauchspuren mehr.

Parkplatzmenü
Am Ende gab es noch ein paar Schwünge über die freie Fläche hinunter zum Bach, wo wir direkt neben dem Holzsteg (oder danach, für die, die bis zum Auto fahren wollten ;-)) abgeschnallt haben. Nach dem Verstauen der Ausrüstung ging es wieder heimwärts. Es tut schon weh, wenn man an einem Samstag am wegen der Pandemie geschlossenen Lokal der Schaffer Frieda vorbeifahren muss, wohl wissend, dass wir sonst hier ein Bratl mit Sauerkraut, Knödel und Granten (Preiselbeeren) genossen hätten. Darüber wird auch der Heinrich traurig sein. Ob ihn die in Möderbrugg am Parkplatz des Lebensmittelmarktes verzehrte Leberkäsesemmel etwas fröhlicher stimmen wird, wage ich angesichts der entgangenen Alternative zu bezweifeln. Weil sich während der langen Heimfahrt der Hunger schon wieder eingestellt hatte, war die von Brigitte vorbereitete Lasagne das perfekte Mittel, diesen zu stillen. Und das sollte jetzt auch den Heinrich trösten.



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