Lahngangkogel

am 20.03.2021

Lahngangkogel - Westgipfel 1.778 m (3x), Ostgipfel 1.738 m (3x) - 1.830 Hm

Zurück

mit dabei:
Chris und Andreas


Winterliche Verhältnisse bei der Anfahrt
Während es am ersten Tag des meteorologischen Frühlings heuer wirklich frühlingshaft war, hat uns heute, am Tag des astronomischen Frühlingsbeginns, der Winter wieder. Die aufgrund der massiven Schneeverfrachtungen nach den intensiven Schneefällen der letzten Tage angespannte Lawinensituation hat uns wieder einmal bei der Tourenplanung gefordert. Da heißt es dann eben kleine Brötchen zu backen. Aber wenn man ganz viele kleine Brötchen zusammenlegt, dann ergibt das auch eine ordentliche Mahlzeit. Und wenn es besonders gut schmeckt, so muss man dann aufpassen, sich nicht zu überessen ;-).

Am Weg in Richtung Osten
In Graz hatte es beim Wegfahren schon geschneit, zwischendurch wieder nicht, aber ab dem Schoberpaß war es bei der Anfahrt dann schon wirklich winterlich. In der Kaiserau hat uns Chris dann nach dem LVS Check direkt über die seit 7.3. in der Sommerpause befindliche Skipiste eine Spur zur Bergstation des Brunntalliftes hinauf gezogen. Ab da ging es dann entlang des Weges ostwärts. Eine am Vortag hier und in sehr ambitionierter Steigung weiter hinauf gezogene Spur hat Chris und in seinem Gefolge auch uns beiden den Anstieg doch sehr erleichtert. Es musste nur noch der nächtliche Neuschneezuwachs gespurt werden.

Erste Abfahrt vom Westgipfel
Der Schneefall hat nachgelassen und zwischendurch hat schon die Sonne durch die Wolken geblinzelt. Nach einer Aufstiegszeit von 1 Std 20 min haben wir zum ersten Mal das Gipfelkreuz am Westgipfel erreicht. Unseren ursprünglichen Plan, gleich zum Ostgipfel weiterzugehen, haben wir kurz danach am höchsten Punkt verworfen. Weil sich zu diesem Zeitpunkt nämlich ein so früh noch nicht erwartetes Sonnenfenster aufgetan hatte, haben wir schnell abgefellt und sind südseitig ca 150 Hm durch unverspurtes Gelände abgefahren. Unter der letzten Neuschneeschicht war zwar ein leichtes Krusterl, aber alles in allem war der Schnee so gut fahrbar, dass wir gleich nach dem viertelstündigen Wiederanstieg. - wieder vorbei am Gipfelkreuz - gleich noch einmal südseitig abgefahren sind.

Abfahrt zur Wagenbänkalm
Jetzt ging es aber zuerst ein Stück zurück zum Wiederanstiegsweg und dann weiter hinunter bis zur Wagenbänkalm. Die Schneequalität war ähnlich wie beim ersten Mal, in abgeschatteten Bereichen noch besser. Entsprechend groß war die Freude während des Auffellens. Dazu gab es noch Kuchen von Gisela, den sie Andreas in die Jausenbox gepackt hatte. Der hat dann darüber hinweggetröstet, dass sich die Sonne wieder versteckt und Schneefall eingesetzt hat.

Im dichten Schneefall vom West– zum Ostgipfel
In einer auch von anderen über die Wagenbänkalm Aufsteigenden mittlerweile gut verfestigten Spur haben wir nach 20 Minuten, ziemlich genau zum Zeitpunkt des Frühlingsbeginns, das Gipfelkreuz zum dritten Mal passiert. Und genau jetzt hat der Winter während unseres weiteren Weges mit den trickigen Zwischenabfahrten hinüber zum Ostgipfel einen ordentlichen Gruß geschickt. Der Schneefall ist nämlich immer stärker geworden.

1. Abfahrt in die Flitzen
Am Ostgipfel haben wir dann zum dritten Mal abgefellt und die Abfahrt in die Flitzen - immer noch bei dichtem Schneefall - begonnen. Jetzt hat es erst richtig gestaubt. Bis zu den Schultern sind wir zwischendurch eingetaucht und es war wichtig, zum richtigen Zeitpunkt Luft zu holen. Am Ende dieser Abfahrt haben wir uns dann beim Umrüsten gefragt, warum wir nicht unseren ursprünglichen Plan verfolgt haben und gleich zum Ostgipfel weitergegangen sind.

Wiederanstieg zum Kalblinggatterl
Das war aber gleichzeitig der Auftrag, es keinesfalls bei dieser einen Abfahrt im lupenreinen mehr als 60 cm tiefen Pulver zu belassen. Die Felle kamen also wieder drauf und nach einigen kurzen Kehren im Unverspurten konnten wir uns in eine vorhandene Spur in Richtung Kalblinggatterl einklinken. Immer wieder einmal von Baumentladungen eingenebelt ging es dorthin und danach gleich weiter nach links hinauf zum Ostgipfel.

2. Abfahrt in die Flitzen
Diesen haben wir nach einer Wiederaufstiegszeit von einer halben Stunde zum zweiten Mal erreicht. Jetzt hatte auch der Schneefall wieder eine Pause eingelegt. Dies hat das sorgfältige Verstauen der Felle erleichtert. Wieder wurden alle Luken dicht gemacht, widerspenstigen Schuhverriegelungen Gewalt angedroht und - erfolglos - auch angetan und dann konnte es erneut losgehen.

2. Abfahrt in die Flitzen
Etwas weiter rechts als beim ersten Mal haben wir wieder im unverspurten Pulverschnee abwärts gejubelt. Der vollkommen unbehandelte Schnee war stellenweise so tief, dass man keinesfalls darin stürzen wollte. Einmal bin ich kurz abgetaucht, wegen der Steilheit des Geländes zum Glück aber nicht umgefallen. Chris ist bei der finalen Querung nach links einmal in einem treehole leicht versunken. Schließlich haben wir uns wieder einen Umrüstplatz festgetreten und sind nach dem Abschnallen gleich darauf trotzdem 40 cm tiefer gestanden.

Wiederanstieg zum Ostgipfel
An einem normalen Tourentag hätten wir jetzt wohl das letzte Mal die Felle aufgezogen. Aber nach diesen beiden Abfahrten wollten wir es noch einmal wissen. Trotz des etwas längeren Wiederanstiegsweges waren wir abermals nach einer halben Stunde Anstiegszeit schon wieder, jetzt das dritte Mal, am Ostgipfel. Wieder wurden die Felle sorgfältig verstaut – einmal sollten sie ja zumindest noch kleben – und die widerborstigen Schuhverriegelungen noch einmal „behandelt“.

3. Abfahrt in die Flitzen
Immer noch gab es genug unverspurte Bereiche, durch die wir ein drittes Mal abwärts gejubelt haben. Das auch in diesem Blog schon mehrfach bezeichnete „Kanada des kleinen Mannes“ hat uns auch bei dieser Abfahrt für jeden Aufstiegsmeter mehr als entschädigt. Bis zum letzten Schwung haben wir jeden Meter genossen und schließlich ein letztes Mal die nicht mehr ganz klebewilligen Felle aufgezogen.

Wiederanstieg oberhalb vom Kalblinggatterl
Dann ging es wieder hinauf zum Kalblinggatterl. Wissend, dass der Schnee am Hang rechts darüber hinauf zum Kalbling eine ähnliche Schneekonsistenz wie bei den anfänglichen südseitigen Abfahrten für uns bereithalten würde, sind wir trotzdem auch dort noch aufgestiegen und haben am oberen Ende der ehemaligen Skipiste nach 25 Minuten Aufstiegszeit ein allerletztes Mal die Felle abgezogen. Eigentlich sind sie eh schon fast von selbst heruntergefallen.

Abfahrt zur Oberst Klinke Hütte im dichten Schneetreiben
Um das Krusterl unter dem Neuschnee noch etwas tiefer zu verstecken und damit weniger spürbar zu machen, hat Petrus noch einen Versuch gestartet und es neuerlich ordentlich schneien lassen. Während der Abfahrt zur Oberst Klinke Hütte haben daher die dichten Flocken rund um uns die Sicht etwas beeinträchtigt.

Abfahrt in die Kaiserau
Die Abfahrt von der Hütte war vor uns schon von vielen Gleichgesinnten befahren worden. Entsprechend zerfahren waren die beiden, die Wegkehren abkürzenden, Hänge schon. Mit der Gier, am Rand trotzdem noch ein paar Abfahrtsmeter im unverspurten Schnee zu schinden, habe ich mir einen Einfädler mit Abtauchen eingebrockt. Nachdem mich Chris ausgebuddelt hatte, ist bei der flotten Wegabfahrt zurück in die Kaiserau und bei den abschließenden Schwüngen über die letzte Wiese nichts mehr passiert. Direkt neben dem Auto haben wir nach etwas mehr als 7 Stunden am Berg abgeschnallt und die nasse Ausrüstung darin verstaut.

Schweinsbrüstl im Roggenweckerl
Weil die Parkgebühr am Parkplatz in der Kaiserau ein stundenabhängiger Tarif ist, waren wir an diesem Tag sicher diejenigen, die am meisten gelöhnt haben. Aber jeder Euro war für die mehr als 1.800 so genussvoll abgefahrenen Höhenmeter bestens investiert. Über die mittlerweile nicht mehr so tiefwinterliche Straße wie bei der Auffahrt ging es zurück nach Trieben. Und wenn sich der Heinrich bei der Lektüre bis hierher vielleicht schon einmal gefragt hat, ob es denn bei den vielen Abfahrten und Wiederanstiegen nie eine Jausenpause gegeben hat, so sei ihm versichert, dass wir schon nicht verhungert sind. Das eine oder andere Mal ist während der Umrüstvorgänge - aber nur wenn Zeit war und der Antreiber in der Runde seine Erlaubnis dazu erteilt hatte ;-) - mit Trockenfrüchten und Nüssen „nachgetankt“ worden. Jetzt waren der Hunger und vor allem der Durst schon recht groß. Am Parkplatz des Lebensmittelmarktes gab es abermals Brüstel im Roggenweckerl oder alternativ Käseleberkäse in der Semmel. Und weil das für einen erwachsenen Mann nicht als Tagesration ausreichend sein kann, hat es natürlich auch zu Hause noch einen „Nachschlag“ gegeben. Diesmal hat Brigitte nach der Grießnockerlsuppe gekochtes Rindfleisch mit Röstkartoffeln und Schnittlauchsauce aufgetischt. Herrlich!
Rindfleisch mit Röstkartoffel und Schnittlauchsauce



Mehr Bilder zur Tour

Zurück







| Suchmaschinenoptimierung durch die Lorem Ipsum GmbH |