Hochanger

am 05.04.2021

Hochanger 1.683 m - 580 Hm

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mit dabei:
Valentin, Antonia, Sebastian, Steffi, Charly, Chris, Lisi und Brigitte


Valentin hat alles unter Kontrolle
Nach der übermäßigen Zufuhr von Kalorien in Form von österlichen Speisen und Süßigkeiten war der für heute angepeilte Emmausgang ein Anliegen der gesamten Familie. Während bei Skitouren mit größerer Personenanzahl in „normalen Zeiten“ bei der Vorbereitung in erster Linie die Aufbringung des passenden Materials im Vordergrund steht, so war diesmal der Mensch das wichtigste Element. Auch wenn wir uns ausschließlich im Freien aufgehalten haben und getrennt angereist sind, so war es uns ob der nicht zu vermeidenden Nähe bei gegenseitiger Hilfestellung doch wichtig, dass wir allesamt mit einem negativen Antigentest auf Tour gehen. Während Valentin für seine Eltern und Geschwister die Tests unter Kontrolle hielt, hatte Steffi schon im Vorfeld durch das Herbeischaffen zweier weiterer in Alpinbindungen einzupassender Aufstiegshilfen für die nötigen technischen Rahmenbedingungen gesorgt.

Aufstieg im Lappental
Am Vortag hatte es leicht geschneit. Daher sind wir von der Seebergalm auf einer Neuschneeschicht losgegangen. Diese war natürlich schon gespurt. Im Gänsemarsch ging es hinein ins Lappental. Kleine Defekte an provisorisch angepassten Steigfellen der Enkelkinder wurden noch schnell mit Tape behoben, dann konnte es wieder weitergehen. Ein kleines Rudel Gämsen, an Menschen in diesem vielbegangenen Tal gewöhnt, hat sich auch durch unsere Anwesenheit nicht beirren lassen und vollkommen unbeeindruckt in unserer Nähe weiter geäst.

Aufstieg entlang des flacheren Weges
Eine Jausenpause haben auch die Kinder nach ca. einer Stunde Gehzeit eingefordert. Und weil das Süßkram-Fasten zu Ostern zu Ende gegangen war, durften sie neben dem Schluck aus der Flasche auch einen kleinen zuckrigen Energiestoß für sich beanspruchen. Danach ging es weiter aufwärts. Den etwas steileren Sommerweg hinauf zum Almdorf haben wir in angenehmer Steigung am Forstweg nach rechts hinauf umgangen. Nach der Kehre ging es dann wieder nach links zurück. Am Sattel oberhalb der Almhütten haben wir uns dann eine etwas längere Pause gegönnt. Valentin hat zuvor noch durch geschicktes Platzieren seiner Hände eine zur Zeit passende Alm am Wegweiser daneben ausgemacht.

Die zur Jahreszeit passende Alm
Diese wäre aber sicher auch nicht einladender als all die anderen zu dieser Jahreszeit auch sonst geschlossenen Hütten gewesen. Daher sind wir nicht dorthin, sondern entlang des Geländerückens weiter in Richtung Gipfel des Hochanger angestiegen. Im lichten Wald ist uns der bereits abfahrende Siegi aus St. Lorenzen i.M. wieder begegnet. Er hatte uns bei unserem Aufbruch auf der Seebergalm schon begrüßt. Siegi ist ein akribischer Leser dieses Blogs seit der Beginnzeit und daher war es überflüssig, ihm die am Hang im Aufstieg verstreute Familie vorzustellen. Jede(n) einzelne(n) von uns hat er auch so schon gekannt.
Siegi aus St. Lorenzen i. M.


Aufstieg von der Göriacher Alm zum Hochanger
In unterschiedlicher Steigung sind wir in weiterer Folge - der zunehmenden Steilheit Tribut zollend - angestiegen. Manch einem ist die Direttissima lieber, andere mögen gerne etwas flacher angelegte Kehren. Diese bieten auch noch den Vorteil, dass man nach jeder Kehre ein anderes Bergpanorama vor sich hat. Und dieses ist oberhalb der Baumgrenze wirklich grandios. Im Osten dominieren Rax, Schneeberg und Veitsch und nach Westen ist der Blick über die Dullwitz hin zum Hochschab mit seiner Südwand allgegenwärtig.

Die letzten Meter zum Gipfel
Der Bereich unterhalb des Gipfels war etwas vereist und abgeblasen. Daher haben wir uns eine Aufstiegslinie zwischen den Bäumen gesucht, wo noch etwas mehr Schnee gelegen ist. Chris ist mehrmals zwischen Gipfel und uns hin und her gependelt und hat seiner Nichte, dem Neffen bzw. seiner Mama Hilfestellung auf der rutschigen Unterlage gegeben. Die Harscheisen konnten daher im Rucksack bleiben.

Gipfelfreude
Nach 3 ½ Stunden gemütlichem Anstieg mit viel Plaudern und in die Gegend schauen waren wir alle am Gipfel und haben am Fuße der ausgeaperten Kuppe mit dem großen Kreuz Quartier bezogen. Jetzt wurden die Vorräte aus den Rucksäcken hervorgeholt und nach Herzenslust geschmaust, vor allem aber genascht. Das Gipfelbuch wurde mit grafischen Elementen und Unterschriften befüllt, Fotos geschossen und die Bergwelt der Umgebung betrachtet. Bei nahezu vollkommener Windstille hatten wir keine Eile beim Umrüsten für die Abfahrt.

Bunt aufgefädelt
Viele Felle galt es abzuziehen und sie zusammen mit den Aufstiegshilfen der Kinder auf Rucksäcke zu verteilen. Dann sind wir losgefahren. Vom ersten Meter an hatte der vorausfahrende Chris die abfahrtshungrige und mit viel gezuckerter Energie ausgestattete „Meute“ hinter sich. Der Bereich unter dem Gipfel war mittlerweile etwas aufgefirnt, später sind wir durch schweren Pulver, stellenweise auch pistenartig ausgefahren, zum Sattel oberhalb der Göriacher Alm abgefahren.

Abfahrt im Lappental
Von da ging es entlang des Weges zurück. Eine beim Anstieg ausgemachte Gegensteigung haben wir durch vorzeitiges Abkürzen in der anfangs etwas steileren Geländemulde hinunter zum Beginn des Sommerwegs vermieden. Von da ging es dann immer entlang des Aufstiegsweges zurück ins Lappental. Je nach Sonneneinstrahlung hat der Nassschnee zwischendurch ordentlich gestoppt. Mit vielen Stockschüben und Schlittschuhschritten - die Kinder hatten das Privileg zwischendurch auch einmal ein bisschen angeschoben oder gezogen zu werden - haben wir den Ausgangspunkt auf der Seebergalm wieder erreicht und unmittelbar neben den geparkten Autos abgeschnallt.

Süße Belohnung für die großartige Ausdauerleistung
Jetzt waren wieder logistische Aufgaben zu erledigen, Rucksäcke zu entleeren, Kofferräume zu füllen und Oberbekleidungen zu wechseln. Dass die Gastronomie nebenan auf Betriebsurlaub ist, hatten wir vorweg ausgelotet. Daher haben wir mit einigen mitgebrachten Getränken gegen den ärgsten Durst vorgesorgt. Die Kinder hatten sich für ihre grandiose Leistung eine süße Belohnung verdient. Ein Packung Schnitten hat daher den Besitzer gewechselt. Und postwendend haben sie uns an der süßen Köstlichkeit bei der Verteilung teilhaben lassen. Danke!

Osterjause
Dieser Energieschub hat uns dann über den Heimweg gerettet, weil ja am Feiertag Lebensmittelmärkte geschlossen sind und daher auch Leberkäsesemmeln nicht ohne größeren Aufwand besorgt werden können. Zu Hause hat es dann eine große Portion des übermäßig eingekauften Osterschinkens gegeben. Und ich nehme an, dass sich jetzt, ganz zum Schluss der Geschichte - nach der erwarteten Nullnummer - auch der Heinrich darüber freuen wird.



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