Bösensteine

am 04.05.2021

Kl. Bösenstein 2.395 m, Gr. Bösenstein 2.448 m - 1.020 Hm

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mit dabei:
Andreas


Skianstieg vom Parkplatz weg
Es ist schon ein bisschen außergewöhnlich, dass man im Mai nach einer ersten Hochtour wieder zum „Normalbetrieb“ zurückkehrt. Aber die derzeitige Schneelage lässt eben immer noch Touren im Bereich der Niederen Tauern zu. Dass man dabei - will man das Schleppen der Abfahrtsgeräte möglichst vermeiden - einen etwas höheren Ausgangspunkt wählen sollte, ist selbstredend. Die Mautstraße (€ 6.-) von Hohentauern zur Edelrautehütte war nach dem letzten Schneefall vom Wochenende wieder schneefrei und deshalb unproblematisch zu befahren. Aber gleich am Rand des dortigen Parkplatzes haben wir den Anstieg sofort auf Skiern begonnen.

Anstieg zw. Edelrautehütte und G. Scheibelsee, den G. Bösenstein mit der Roten Rinne im Visier
Vorbei an der geschlossenen Hütte ging es weiter zum Großen Scheibelsee. Dem dort üblichen Auf und Ab folgte ein bisschen Wegsuche am Beginn des Staudengürtels. Einmal haben wir zum Zwecke einer Bachquerung dabei auch abgeschnallt. Dies wollten wir gleich darauf nicht wiederholen und sind daher etwas weiter links als üblich angestiegen. Dort sind wir auf einem durchgehenden Schneeband bis zum Ende des Aufschwungs angestiegen. Einmal haben wir kurz gestoppt, um die in der wärmenden Sonne überzählige Oberbekleidung in den Rucksack zu verbannen. Die Sonne war auch dafür verantwortlich, dass der Schnee hier schon in der Früh etwas aufgefirnt hatte.

Aufstieg über die Steilstufe unterhalb der Grünen Lacke
Mit der Änderung der Steilheit und der Himmelsrichtung im anschließenden flachen Kar sind wir abwechselnd auf einem sehr harte Harschdeckel oder auf Triebschnee unterwegs gewesen. Dieser war sehr griffig und hat uns auch dazu verleitet, am Beginn der Steilstufe hinauf zur Grünen Lacke auf die Montage der Harscheisen zu verzichten. Bei der letzten steilen Kehre haben wir dies dann auf sehr glattem Untergrund doch noch nachgeholt. Das hätten wir in der Ebene viel gemütlicher haben können.

Anstieg zum Kl. Bösenstein
Für die letzten Meter der Geländestufe waren die zackigen Aufstiegshilfen dann sehr wertvoll. Nach einer Trinkpause im folgenden Flachbereich haben sie uns in den Kehren hinauf zum Kleinen Bösenstein, den wir als ersten der beiden angepeilten Gipfel gleich darauf in Angriff genommen haben, auch den sicheren Stand garantiert. Nach einer Aufstiegszeit von knapp 2 Stunden (mit Pause) haben wir wenige Meter unter dem Gipfel abgeschnallt.

Abfahrt vom Kl. Bösenstein
Bei einer angenehm kühlen Brise hätten wir es dort oben schon eine Zeit lang ausgehalten und dabei die Fernsicht genossen. Aber nach einer kleinen „Operation“ an Andreas‘ Skischuh sind wir auch schon wieder aufgebrochen. Wir hatten ja bewusst zuerst diesen Gipfel angesteuert, weil wir uns in der nach NO ausgerichteten Flanke für die Zwischenabfahrt noch konservierten Pulverschnee erwartet hatten. Und bevor uns die Einstrahlung und die damit einhergehende Erwärmung diesen zunichtemachen konnten, haben wir auch schon wieder unsere Spuren bei der Abfahrt darin hinterlassen.

Anstieg zum G. Bösenstein
Am Karboden oberhalb der Grünen Lacke, in etwa dort, wo sich zur Sommerszeit drei kleine Lacken befinden, haben wir abgeschwungen und die Felle wieder aufgezogen. Auch die Harscheisen kamen für den Anstieg hinauf zum Großen Bösenstein wieder in ihre Halterungen unterhalb der Bindungen. Dann ging es entlang einiger Kehren hinauf zum Sattel zwischen den beiden Gipfeln. Ab da sind viele gleichzeitig Aufsteigende ohne Skier in Richtung Gipfel gegangen. Wir sind auf einer sehr griffigen Unterlage anfangs entlang der Geländekante weiter auf Skiern angestiegen. Nach einer langen Kehre in den Gipfelhang hinein haben wir schließlich wenige Meter unterhalb des Gipfels abgeschnallt und diesen nach einer Wiederaufstiegszeit von einer halben Stunde erreicht.

Am G. Bösenstein
Jetzt haben wir uns auch die Zeit für eine angesagte Stärkung gegönnt. Dass die starke Sonneneinstrahlung die Schneedecke nicht mehr zum Vorteil verändern würde, war zu erwarten, angesichts der Steilheit des Geländes aber egal. Die tiefen nächtlichen Temperaturen waren aber im Gegenzug Garant dafür, dass wir uns wegen des Tagesganges der Lawinengefahr noch keine Gedanken machen mussten.

Abfahrt vom G. Bösenstein mit Panoramablick in die Niederen Tauern
Als wir uns an der Gipfelszenerie rund um uns sattgesehen hatten, sind wir die wenigen Meter bis zu den Skiern wieder abgestiegen, haben die Felle abgezogen und die Skischuhe in den Abfahrtsmodus getrimmt. Danach stand der Abfahrt nichts mehr im Wege. Anfangs sind wir entlang unserer Aufstiegsspur in Richtung Sattel abgefahren, nach dem Ende der Felsabbrüche unter uns dann aber in direkter Linie ins Kar hinunter gestochen.

Abfahrt im Kar
Der Schnee war jetzt durch die starke Sonneneinstrahlung schon etwas tiefer, durch die Steilheit des Geländes aber noch gut fahrbar. Nach einigen Schwüngen im flacheren Kar sind wir in einer langen Schrägfahrt möglichst hoch über der Grünen Lacke in Richtung Rote Rinne weiter abgefahren. Um zu deren Einfahrt zu gelangen mussten wir trotzdem noch einige Höhenmeter hinaufstaffeln.

Abfahrt durch die Rote Rinne
Die folgende Abfahrt durch die Rinne mit dem herrlichen Tiefblick zum Großen Scheibelsee haben wir vom Schnee her sicher schon besser gehabt. Aber der Mix aus nassem Pulver und der aufgefirnten Altschneedecke darunter war halbwegs gut fahrbar. Mit abnehmender Höhe ist die Neuschneeauflage immer weniger hoch und die Schneedecke generell immer kompakter geworden.

Wegsuche im Staudengürtel
Weil es auf der üblicherweise ab da zu befahrenden Route stellenweise ziemlich aper ausgeschaut hat, haben wir uns freiwillig wieder in Richtung Staudengürtel orientiert. Dort haben wir mit Ausnahme einer Bachquerung, die uns zum Abschnallen gezwungen hat, dann auch noch ein, wenn auch stellenweise sehr schmales, so aber doch durchgehendes Schneeband gefunden. Im Bereich des Großen Scheibelsees sind wir ein paar Mal auch über kurze ausgeaperte Bereiche drübergestiegen.

Leberkäsesemmel
Nach einigen Schlittschuhschritten über die kurze Steigung am Ende des Sees sind wir dann aber noch auf einer dicken Schneedecke durch den lockeren Zirbenbestand bis zum Parkplatz abgefahren. Direkt neben dem Auto haben wir abgeschnallt und uns umgezogen. Die Ausrüstung wurde im Auto verstaut, die Heimfahrt aber erst etwas zeitverzögert angetreten. Eine anonyme Runde von erfahrenen Tourenkollegen hat uns nämlich auf ein Distanzbier am Parkplatz eingeladen. Dieser Einladung sind wir sehr gerne gefolgt und wir sagen hier noch einmal „Vergelt’s Gott!“ dafür. Danach ging es motorisiert in Richtung Heimat, unterbrochen durch den Erwerb einer Leberkäsesemmel in Trieben. Über diese darf sich abschließend wieder einmal der Heinrich freuen.



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