
Ang’spurt is!
Der Winter hat sich lange geziert und ist immer noch nicht richtig angekommen. Die Voraussetzungen für diese erste Tour des Winters waren von der Wetterprognose und auch vom Lawinenlagebericht her eher durchwachsen. Zweiteres hat sich gleich wieder erledigt, weil der für die Nacht von Sonntag auf Montag mit einem Unsicherheitsfaktor prognostizierte Schneefall doch ausgeblieben ist. Der ebenso prognostizierte starke und böige Wind hat aber schon bei der Anfahrt an der Karosserie gerüttelt. Beim Tourenstart hat es auf der Brunnalm zudem auch noch genieselt. Aber was soll’s – Skitourengehen ist Outdoorsport 😉.
Gleich auf den ersten Aufstiegsmetern sind wir an einer Informationstafel vorbeigekommen, die auf die neu eingeführte Kostenpflicht der Pistenbenützung (€ 10/70 Tages-/Jahreskarte) und die Pistensperre von 16.00 bis 08.00 Uhr für Tourengeher hinweist. 10 Meter weiter oben sind wir von einem sehr freundlichen Mitarbeiter der Liftgesellschaft gefragt worden, ob wir die Information eh gelesen haben. Dies bejahend sind wir gebeten worden, den Betrag ausnahmsweise nach der Tour zu entrichten.


Während des folgenden Anstiegs hat sich der leichte Regen zwar wieder gelegt, der böige Wind hat aber sich aber immer wieder einmal bemerkbar gemacht. Am Weg hinauf zur Hochebene war die dünne griffige Neuschneeauflage insofern fein, als wir sogar auf die Harscheisen verzichten konnten (Steigeisen hätten wir auch noch im Rucksack gehabt).
Beim Graf Meran Haus haben wir während einer kurzen Pause die durchnässten Handschuhe gegen trockene aus dem Rucksack getauscht. Wegen der grundsätzlich windgeschützteren Route sind wir gleich nach halbrechts in der Mulde, vorbei an der Bergstation der Materialseilbahn, weiter angestiegen. Immer wieder hat der Hochnebel uns die Sicht geraubt. Die angestaute feuchte Luft hat zudem unsere Oberbekleidung ordentlich durchnässt.


Knapp unterhalb der Wetterstation hat eine übermäßig starke Bö an unserer Standfestigkeit gerüttelt und ein Weitergehen für eine kurze Zeit unmöglich gemacht. Als sich der Wind wieder etwas gelegt hatte, haben wir die letzten Meter hinauf zum Gipfelkreuz dann halbwegs problemlos zurückgelegt.
Für das Umrüsten haben wir uns nicht übermäßig viel Zeit genommen und den Gipfelaufenthalt daher recht kurz gehalten. Die Skibrille hat sich zwar während des Stehens noch als passender Schutz für die obere Gesichtshälfte präsentiert, auf den ersten Metern der Abfahrt war sie dann aber wegen der Staunässe sehr bald so angelaufen, dass wir in weiterer Folge darauf verzichtet haben.


Der Schnee war auf der Hochfläche auch keine Offenbarung – faulig und schnittig. Da wünscht man sich mitunter, man wäre schon unten. Mit der Einfahrt in die Schallerrinne war danach aber eine wesentliche Verbesserung der Schneequalität verbunden. Der griffige Windharschdeckel war sehr gut fahrbar, stellenweise gab es darauf eine dünne Triebschneeauflage, die ein richtiges Fahrvergnügen aufkommen hat lassen.
Und wäre die Sicht besser gewesen, hätten wir – wie so oft schon – wohl einen Wiederanstieg ins Auge gefasst. So aber sind wir weiter über den Sonnkogel abgefahren. Der Schnee hat sich wieder der Konsistenz von der Hochfläche angenähert, er war aber noch halbwegs fahrbar. Verwundert waren wir, dass wir trotz der überschaubaren Schneelage keinen einzigen Steinkontakt hatten.


Bei der finalen Abfahrt über die Piste haben wir schließlich noch einmal Fahrt aufgenommen und am Ausgangspunkt der Tour knapp unterhalb vom Scheikl wieder abgeschnallt. Nach dem Verstauen der Ausrüstung und dem schon seit dem Gipfel ersehnten Tausch der nassen gegen trockene Kleidung sind wir bis zur Liftkassa gefahren, haben dort unseren Obulus (dessen rechtliche Zulässigkeit mittlerweile in den Foren stark angezweifelt wird) entrichtet und sind eingekehrt. Der Heinrich wird sich über das erste Schnitzel der neuen Saison sicher freuen und darf sich virtuell ein Stück davon abschneiden.
Ihm und all den übrigen Besuchern dieses Blogs wünsche ich „Frohe Weihnachten!“ und hoffe, dass die derzeit sehr dürftige Schneelage im Land bald nach den Weihnachtsfeiertagen wieder eine Tour zulässt.

2 Kommentare
Servus Ecki!
Wenn du meinen Tourenbericht aufmerksam gelesen hast, wirst du feststellen, dass wir unseren Obulus (leitet sich übrigens von einer kleinen griechischen Münze ab und bedeutet im übertragenen Sinn: kleiner Betrag, kleine Geldspende, Trinkgeld) entrichtet haben – und dies widerspruchslos und freiwillig im Nachhinein. Wir haben für die Karten sogar noch einen Einsatz gezahlt um diesen postwendend zwei Minuten später bei der Rückgabe der Karten am Automaten wieder zu kassieren. Dies unterscheidet uns von deinem Landsmann, der die Zahlung verweigert und die Diskussion in den Foren ausgelöst hat. Als Jurist verfolge ich diese natürlich mit Interesse, bin mir aber dessen bewusst, dass für den Fall, dass die Rechtsgrundlage für die Benutzungsgebühr nicht gegeben ist, dies durch eine Parkgebühr kompensiert werden wird.
Dein großzügiges Angebot, mir einen Beitrag für die „schrecklich hohen Kosten“ zu überweisen, sehe ich nicht als ernst gemeint und falls doch, bin ich gerne bereit, dir die Kontonummer einer wohltätigen Einrichtung zu nennen, die deine Spendierfreudigkeit sicher dringender nötig hat als ich.
Schreib mir bitte deine Kontonummer, ich überweise dir einen Beitrag für die schrecklich hohen Kosten auf der Brunnalm. Keep skiing, Ecki