
Am Vorabend haben Brigitte und ich zusammen mit Steffi, Charly, Chris und Lisi einen köstlichen Abend, erst kulinarisch und dann unterhaltsam bei „Der Professor und der Wolf“ in der Helmut List Halle verbracht. Und weil wir ohnedies den ganzen Abend zusammen waren, ist das Tourenziel für den Folgetag zwischen Chris, Lisi und mir erst sehr spät fixiert worden. Der Absacker nach der Abendveranstaltung hat dann trotz Wahl des Schnellgangs beim Schlafmodus 😉 für eine ziemlich kurze Nacht gesorgt.
Am Ausgangspunkt der Tour am Fuße des Riedentals haben wir nach problemloser Anfahrt eingeparkt und gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite angeschnallt. Bei minus 10 Grad haben wir unseren Anstieg begonnen und – wohl wissend, dass wir erst am Fuße des Gipfelhangs vom Schatten in die Sonne kommen werden – gleich von Beginn an ein etwas höheres Tempo angeschlagen. Den ersten Hang sind wir auf der Wiese links neben dem ziemlich schneefreien Weg angestiegen.


Am weiteren Weg hinauf in die Unterrieden hat der alte Saumweg nur eine sehr dünne Schneeauflage für unseren Aufstieg bereitgehalten. Der fortlaufende Kontakt mit spitzen Steinen in diesem Bereich kann in der Nachbetrachtung nicht unbedingt als Fellpflege bezeichnet werden. Die Alternative wäre der viel längere Weg entlang der Forststraße gewesen, die uns bei der Querung für die spätere Abfahrt eine halbwegs gute Schneeauflage versprochen hat.
In der Unterrieden haben wir wegen der heuer so geringen Schneelage mit einem guten Gefühl den breiten Lawinenstrich unterhalb der Südflanke des Hochgrößen gequert und sind über die nächste Geländestufe – stellenweise hoch über der Talschlucht unter uns – in Richtung Oberrieden angestiegen. In diesem Bereich haben wir uns eine erste Trinkpause gegönnt.


Nach dem folgenden Flachbereich ging es über die nächste Geländestufe hinauf zum Riednersee. Im Schlussteil war der Schnee hier etwas glasig, daher haben wir für die folgende Querung an der linken Talseite und den weiteren Aufstieg hinauf zur Seescharte die Harscheisen montiert. Jetzt sind wir auch endlich nach 2 ½ Stunden aus dem Schatten in die Sonne gekommen.
Für die etwas steileren Kehren in der Gipfelflanke war dann noch Spitzkehrentechnik gefordert. Die hat Lisi auch nach zweijähriger Babypause immer noch intus. In flottem Tempo sind die beiden mir vorausgeeilt und nach knapp 3 Stunden sind wir bei leichtem Wind am Gipfel gestanden. Erhebend war die Fernsicht in alle Richtungen, vor allem aber das Gipfelmeer der Niederen Tauern südlich von uns.


Recht lange haben wir den Gipfelaufenthalt genossen und nach dem Umrüsten die Abfahrt gestartet. Entlang der Aufstiegsroute ging es mit Freude wieder talwärts. Sehr bald sind wir wieder in den Schatten eingetaucht. Das hatte zwar den Nachteil, der schlechteren Sichtbarkeit von Geländekonturen, andererseits gab es dafür hier herrlichen konservierten Pulverschnee, der genüsslich durchpflügt werden wollte.
Bei der Abfahrt über die Geländestufe in die Unterrieden haben wir den Weg verlassen, sind nach links hinausgequert und danach trotz der auch hier nur sehr dünnen Schneeauflage genussvoll weiter hinunter geschwungen. Entlang des Aufstiegsweges ging es in weitere Folge zurück zum Forstweg.


Auf diesem haben wir dann noch einmal Fahrt aufgenommen und sind flott weiter abgefahren. Eine kurze Gegensteigung galt es mit einigen Stockschüben zu überwinden und nach der Kehre haben wir für ein kurzes Stück zur Schonung unserer Abfahrtsgeräte abgeschnallt. Danach sind wir weiter bis ans obere Ende der Wiese rund um den verfallenen Bauernhof abgefahren.
Auf dieser Wiese war die Schneeauflage auch extrem dünn. Trotzdem haben wir ohne Schaden zu nehmen noch mit vielen schönen Schwüngen auch diesen Bereich noch genussvoll verziert und erst am Ausgangspunkt der Tour wieder abgeschnallt.


Zur Einkehr ging es nach dem Umziehen und Verstauen der Ausrüstung nach Oppenberg. Beim GH Grobbauer sind wir nicht nur kulinarisch, sondern auch noch mit kompetenten Informationen zu Tourenverhältnissen im Tal versorgt worden. Das hat uns mindestens genauso interessiert, wie den Heinrich unsere Wahl aus dem Angebot von der Speiskarte. Chris hat das Gulasch mit Knödel und Spiegelei gewählt. Lisi und ich haben uns den Backhendlsalat schmecken lassen. Dieser durchbricht jetzt zwar die bisher makellose Schnitzelsaison, aber Gebackenes war es ja immerhin auch.