
Über die Vorzüge einer bis zum Talboden reichenden Rodelpiste habe ich schon letzte Woche geschrieben. Diese und die gegenüber dem Nebel im Osten für diesen Bereich günstige Wetterprognose haben uns bewogen, abermals nach Donnersbachwald zu fahren. Nach dem Anstieg entlang der Piste haben wir aber ab der Vorderen Mörsbachalm diesmal einen anderen Weg gewählt.
Über viele Geländestufen ging es hinauf in Richtung Schusterboden. Bald einmal waren wegen der stellenweise glasigen Spur die Harscheisen angesagt. Bei einer Bachquerung mussten wir auch einmal ein paar Meter absteigen. Die nur durch einen dünnen Wolkenschleier etwas gedämpfte Sonneneinstrahlung hat unseren Anstieg etwas schweißtreibender gestaltet als es der Anstieg – großteils im Schatten – vor einer Woche war.


Am Schusterboden angekommen galt es durch das Grabengewirr auf der markanten schiefen Ebene den besten Weg zu finden. Einmal musste auch hier gleich zu Beginn etwas Höhe abgebaut und danach wiedergewonnen werden. Dann ging es weiter hinauf in Richtung unseres ersten Tagesziels. Bis an den Rand des Gipfelaufbaus sind wir noch auf Skiern angestiegen und danach auf trockenem Fels die letzten Meter bis zum Lämmertörlkopf hinauf gekraxelt.
Vollkommene Windstille hat unsere Gipfelrast in der Einsamkeit der Bergwelt – außer uns beiden war weit und breit niemand unterwegs – sehr angenehm gestaltet. Entsprechend lange sind wir neben dem kleinen Kreuz gesessen, haben uns gestärkt und unsere Blicke in die nähere und weitere Umgebung schweifen lassen. Nach dem Abstieg zum Skidepot haben wir unsere Ausrüstung in den Abfahrtsmodus getrimmt und angeschnallt.


Anschließend sind wir in den weiten Boden nördlich der Mößnascharte abgefahren. Dort haben wir die Felle wieder aufgezogen, angesichts der Steilheit der Flanke unseres zweiten Tagesgipfels auch gleich die Harscheisen montiert und sind vorweg einmal zur Mößnascharte angestiegen. Von da ging es dann in einigen steilen Kehren weiter hinauf auf den Mößnakopf.
Zum Schluss ist uns de Schnee ausgegangen. Nach dem Deponieren der Skier sind wir entlang des Blockgrats bzw. über den gefrorenen Almboden weiter in Richtung Gipfel angestiegen. Steigeisen wären dabei des sicheren Standes wegen kein Nachteil gewesen. So weit es ging sind wir daher in die noch vorhandenen Schneefelder ausgewichen und darin nach oben gestapft.


Auch am Mößnakopf war es vollkommen windstill und wir haben den Gipfelaufenthalt abermals zelebriert. Mögliche weitere Tourenziele bzw. Gipfelkombinationen haben wir für Touren in den nächsten Wochen ins Auge gefasst. Dann sind wir mit der gebotenen Vorsicht wieder zu unseren Skiern abgestiegen.
Das Umrüsten für die Abfahrt und Anschnallen ist im Steilgelände immer eine kleine Challenge, gilt es doch dabei immer, keinem Ausrüstungsgegenstand, den man für die Abfahrt noch braucht, in die Tiefe nachschauen zu müssen. Auch diese Übung ist gottlob gelungen. Daher stand der folgenden Abfahrt hinunter zur Mößnascharte nichts mehr im Wege außer dem Steilgelände unter uns. Dieses wollte aber eh befahren werden und hat uns mit sehr gut fahrbarem Schnee dazu eingeladen, flotte Fahrt aufzunehmen.


Von der Scharte sind wir in einer Schrägfahrt etwas oberhalb des Karbodens, auf dem wir beim Wiederanstieg aufgefellt hatten, hoch nach rechts gequert. Einige Schwünge im dort noch unverspurten Pulverschnee später sind wir dann durch eine etwas engere Rinne zum nächsten Karboden abgefahren. Auch hier gab es am Rand noch unverspurte Flächen.
Eine weitere enge Rinne, die von uns „unbedingt“ befahren werden wollte, hat uns dann zum Schusterboden hinuntergeführt. Dort sind wir dann bis hin zu jener Stelle, wo wir bei unserem Erstanstieg aus der Geländestufe darunter ausgestiegen waren, abgefahren. Ab da sind wir entlang unserer Aufstiegsroute in Richtung Vordere Mörsbachalm weiter abgefahren. In den schattigen Bereichen war der Schnee noch kompakt bzw. stellenweise sogar noch pulvrig, auf den sonnenbeschienenen Flächen hat er sich angesichts der vorgerückten Stunde schon geschmiert.


Bei der Bachquerung mussten wir jetzt auf der gegenüberliegenden Böschung ein paar Meter hinaufstaffeln. Danach sind wir noch bis knapp unterhalb jener Stelle abgefahren, wo wir in der Früh die Harscheisen montiert hatten. Oberhalb eines kleinen Rückhaltebeckens haben wir hier den Aufstiegsweg verlassen, die Bachseite gewechselt und sind mit geschulterten Skiern ein par Meter den präparierten Weg hinauf gestapft. Ab der nächsten Kehre sind wir dann exakt jenen Weg bis zur Einkehrstätte abgefahren, den wir auch schon in der Vorwoche genommen hatten und haben uns dadurch den teilweise ausgeaperten Bereich unmittelbar oberhalb der Mörsbachalm, der im Anstieg kein Problem war, erspart.
Wieder haben wir uns in der Sonne an der Hausmauer niedergelassen. Der Heinrich wird sich freuen, dass ich wieder zu traditioneller Kost zurückgekehrt bin. Meine Wahl ist auf das Schnitzel mit Erdäpfelsalat gefallen, Andreas hat sich für das Hüttengröstl mit Spiegelei entschieden. Beides war neben dem Weizenbier bestens geeignet, die zuvor verbrannte Energie in uns wieder aufzufüllen.


Den abschließenden Espresso hätte es nicht gebraucht, um uns für die flotte Abfahrt über die Rodelpiste zurück zum Ausgangspunkt der Tour wachzuhalten. Sehr wohl aber hat er uns für die anschließende Heimfahrt fit gemacht.