Knarrnspitze

mit dabei:

Chris
Die Knarrnspitze im Visier

Weil die Verhältnisse zur Wochenmitte dort so gut waren, bin ich zusammen mit Chris heute abermals ins Rantental aufgebrochen. Wieder sind wir bei der Ebenhandlhütte gestartet und entlang derselben Route wie am Mittwoch zum Rantensee aufgestiegen. Vorbei am See ging es dann weiter aufwärts zur Toreben. Dort sind wir aber nach links abgebogen, in Richtung unseres ersten Tourenziels.

Als der „Knorrn“ (ganz wichtig das tief gerollte „R“ in der Mitte) wird die Knarrnspitze von den Groggobern (= Krakauern – auch hier ist das gerollte „R“ ein wesentlicher Teil des Namens. Sorry Rainer Pariasek, keine Namen für dich  😉 !) liebevoll bezeichnet. Die Knarrnspitze ist der letzte Gipfel am Mitterberggrat, mit dem mich eine Sommerüberschreitung im Rahmen eines Ministrantenlagers als Jugendlicher zusammen mit dem seligen Gottfried Heinzel ewig verbinden wird. Wir sind dabei 3 Mal in ein Gewitter gekommen.

Blick über das Rantentörl zur Knarrnspitze
Spitzkehren im Steilgelände hinauf zum Grat

Über die nächsten Geländestufen haben wir uns dem Südgrat angenähert. Nach dem Umrunden der Doline, in der es zur Sommerszeit einen kleinen See gibt, sind wir in einigen Kehren die sehr steile Flanke bis zum Grat angestiegen. Dabei galt es beim Übersteigen von einigen ausgeaperten, aber bockhart gefrorenen Stellen die zuvor montierten Harscheisen nicht zu ramponieren.

Am Grat haben wir die Skier deponiert und unseren Anstieg fortgesetzt. Weil der meist knapp unter dem Grat verlaufende Steig zur Winterszeit zugeschneit und vereist ist, sind wir im kombinierten Gelände direkt am Grat angestiegen. Die im Rucksack mitgetragenen Steigeisen haben wir wegen der heuer sehr überschaubaren Schneelage nicht verwendet.

Gratanstieg vom Skidepot
Abstieg zum Skidepot

Am Gipfel hat uns eine kühle Brise empfangen. Deswegen haben wir die Zeit zum Jausnen und in die Gegend schauen eher kurz gehalten. Entlang der Aufstieglinie sind wir mit Bedacht wieder abgestiegen. Gerade als wir am Skidepot angekommen sind, ist Kurt Würger, ein Krakauer Berg-Urgestein zusammen mit seinem Sohn Christoph aus der Flanke ausgestiegen. Nachdem wir uns mit den beiden ausgetauscht hatten, sind wir noch ein kurzes Stück am Grat in Richtung Süden weiter und haben oberhalb der bereits befahrenen Steilrinne für die Abfahrt umgerüstet.

Die schmale direkte Einfahrt war schon ausgefahren, deshalb sind wir – etwas steiler – von rechts in die Rinne eingefahren. Gleich unterhalb der Rinne sind wir nach rechts gequert, wo wir uns im abgeschatteten Bereich während des Anstiegs und auch beim Tiefblick vom Gipfel noch konservierten Pulver ausgeschaut hatten. Den haben wir dort, auch wenn er stellenweise ein bisschen windbehandelt war, noch gefunden.

Einfahrt in die Rinne
Abfahrt vom Knorrn im Pulver

Flott ging es darin – immer im Schatten – abwärts. An einer Abflachung sind wir schließlich nach links hinüber zur Toreben abgebogen und haben dort die Felle wieder aufgezogen. Zuerst noch fast eben, danach steiler werdend sind wir dann zum Rantentörl aufgestiegen. Wegen der starken Sonneneinstrahlung haben wir jetzt im aufgeweichten Schnee auf die Harscheisen verzichtet

Am Rantentörl haben wir nur kurz verharrt und in der Hoffnung, dass der Schnee sich auf den nach Südwesten ausgerichteten Hängen weiter östlich noch nicht so stark aufgeweicht haben könnte, sind wir weiter hinauf in Richtung Wiegeneck angestiegen. Nach einigen zum Schluss etwas steileren Kehren haben wir direkt unterhalb einer Felswand unseren Wiederanstieg beendet und für die Abfahrt umgerüstet.

Anstieg oberhalb vom Rantentörl
Abfahrt im tiefen Firn

Die ersten Schwünge haben gleich einmal gezeigt, dass die Sonne auch hier schon volle Arbeit geleistet hatte, wie überhaupt in der halben Woche seit Mittwoch die hohe Temperatur unheimlich viel mit dem Schnee gemacht hatte. Mit angezogener Bremse sind wir daher den ersten Hang abgefahren. Mit abnehmender Höhe und flacher werdendem Gelände ist der Schnee immer besser und das Fahrvergnügen immer größer geworden.

Die Stufe hinunter zum Rantensee war dann schon perfekt fahrbar. Der Schnee ist, wie auch schon im Flachbereich der Toreben, plattig weggespritzt und war darunter kompakt. Nach der Vorbeifahrt am See und den wenigen Metern Gegensteigung am Seeriegel hat es sich bei der weiteren Abfahrt hinunter zur Wegkehre richtig geschmiert. Was für ein Genuss!

Es schmiert unterhalb vom Rantensee
Ofenbratl

Am Weg oder manchmal knapp daneben sind wir dann bis zum Ausgangspunkt der Tour auf nassem Schnee und daher nicht mehr so flott, wie ich das am Mittwoch getan habe, abgefahren. Nach dem Umziehen und Verstauen der Ausrüstung im Auto sind wir in die Krakau zurückgefahren und eingekehrt. Zum zweiten Mal in dieser Woche darf sich der Heinrich über deftige Kost in Form eines Ofenbratls mit Sauerkraut und Knödel mit mir mitfreuen.

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3 Kommentare

  1. Servus Christoph!
    Es freut mich, dass ihr es im Rantental dank meines Postings gut erwischt habt. Schade, dass wir uns nicht getroffen haben. Chris und ich hätten uns über ein weiteres Parkplatzbier mit euch gefreut ;-).
    Lg
    Franz

  2. Hallo Franz!
    Hab ich mich doch nicht getäuscht dein Auto gesehen zu haben. Wir sind an diesem Tag auf’s Wiegeneck gegangen (feinster Firn auf der gesamten Tour). Dein Bericht vom 19.02. war leider noch nicht online, aber dein Eintrag im Skitourenportal hat mich auf die Tour gebracht 😉
    Ich kannte das Rantental bisher nur vom Sommer – war aber auf jeden Fall die Anreise aus dem Aichfeld wert.
    LG Christoph und Jürgen (Bösenstein 2022)