Mörsbachrunde

mit dabei:

Andreas und Stefan
Tourenstart in Donnersbachwald

Schon seit Jahren reden Stefan und ich darüber, einmal eine gemeinsame Skitour zu unternehmen. An diesem Montag war es endlich so weit. Bei der Anfahrt hat es in Irdning noch geregnet, am Ausgangspunkt der Tour in Donnersbachwald war es zwar noch duster, die Wolken- und Hochnebeldecke hatte aber schon Tendenzen sich aufzulockern. Was Wunder, ist Stefan als unser Pfarrer in Seelsorgeraum Graz-Südost doch im Pfarrhaus von St. Peter wohnhaft und hat daher sicher noch bessere Beziehungen zu Petrus als Andreas und ich sie haben.

Entlang der Rodelpiste sind wir zur Vorderen Mörsbachalm und danach weiter – immer am Weg – über Gott und die Welt plaudernd weiter angestiegen. Vorbei an der Hinteren Mörsbachalm ging es weiter aufwärts. Die Wolkendecke hat sich immer mehr gelockert und bald einmal haben wir die Sonnenbrillen aus dem Rucksack hervorgeholt. Bis weit hinauf war die Schneedecke stark durchfeuchtet. An der Abflachung unterhalb der Gipfelflanke haben wir Tourenkollegen aus Oberösterreich getroffen. Einem davon bin ich heuer schon einmal in Oppenberg am Ausgangspunkt der Tour auf die Seekoppe begegnet.  Jetzt haben wir die Harscheisen für die etwas steileren letzten Kehren montiert. Im Schlussanstieg waren sie wegen der vielen glatten Flächen, verursacht durch Abfahrtsspuren vom Wochenende, sehr hilfreich.

Aufstieg von der Hinteren Mörsbachalm
Bereit für die Abfahrt; im Hintergrund Gstemmerzinken, Sonntagskarspitz und Schwarzkarspitz

Am multinational sehr gut besuchten Gipfel der Silberkarspitze haben wir abgefellt, uns gestärkt und die weiteren Tourenziele ins Auge gefasst. Um zu diesen zu gelangen sind wir erst einmal in nördlicher Richtung im kammnahen Bereich abgefahren. In einem flachen Bogen haben wir in der Folge den Gstemmerzinken an seiner Westflanke umfahren und etwas unterhalb der Gstemmerscharte die Felle wieder aufgezogen. Schon nach wenigen Metern des Wiederanstiegs haben sich Stefans in die Jahre gekommenen Felle von den Laufflächen verabschiedet. Aus meinem Zaubersackerl mit diversesten Utensilien, das ich weit unten im Rucksack positioniert immer mitschleppe, habe ich ein paar Kabelbinder herausgeholt. Mit deren Hilfe konnten die Felle für den weiteren Anstieg an den Laufflächen notdürftig fixiert werden.

In einigen Kehren sind wir dann zum Sonntagskarspitz angestiegen. Danach ging es gleich auf Fellen hinunter in die nächste Scharte am Weg zum Schwarzkarspitz. Eines von Stefans Fellen hat sich zwar noch einmal gelöst, konnte aber mit der bekannten Methode wieder fixiert werden und hat auch beim finalen Anstieg hinauf zum letzten Tagesgipfel gehalten. Oben angekommen haben wir dann endgültig abgefellt und für die Talabfahrt umgerüstet. Natürlich haben wir uns auch an die freudigen oder leider auch schmerzhaften Erlebnisse auf den umliegenden Gipfeln erinnert und uns darüber ausgetauscht.

Anstieg zum Schwarzkarspitz
Abfahrt vom Schwarzkarspitz; re. der Bildmitte (hinten) der Mößnakopf

Der beste Teil der folgenden Abfahrt war mit dem kurzen Abschnitt entlang des Rückens in nordwestlicher Richtung schnell vorüber. Ab der Einfahrt in die steileren Passagen hinunter zum Sauboden und auch am Sauboden selbst war lupenreiner Bruchharsch als fast unfahrbare Unterlage vorherrschend. Da galt es nur, mit möglichst langen Schrägfahrten und sehr vorsichtigen Richtungsänderungen die Höhe unfallfrei abzubauen.

Auch die folgende Abfahrt vom Sauboden hinunter zur Vorderen Mörsbachalm hat uns im Gegensatz zu den guten Erfahrungen von vor zwei Wochen mit einem unfreundlichen Schneemix aus brüchigem Harsch und Faulschnee nicht fröhlich gestimmt. Auch hier sind wir vorwiegend mit der schon oben geübten Fahrtechnik möglichst ökonomisch abgefahren. Bei der Grabenquerung mussten wieder einige Meter über die steile Böschung hinaufgestaffelt werden.

Abfahrtspause
Wiener Schnitzel

Schließlich sind wir nach der nächsten Bachquerung mit geschulterten Skiern noch ein kurzes Stück angestiegen und von dort, wo sich die Runde für uns geschlossen hat, bis zum Mörsbachwirt abgefahren. Sehr durstig waren wir jedenfalls und was hätte besser gepasst, um mit dem geweihten Stefan auf die – fast – vollendete erste gemeinsame Tour anzustoßen, als ein Hefeweizen von Weihenstephan. Andreas hat uns dieses in professioneller Manier serviert, weil der etwas fußmarode Wirt („Weg’n mein Hax“) sich dazu außerstande gesehen hat. Der Heinrich wird sich über die feste Nahrung, nämlich das Wiener Schnitzel mit Pommes frites sicher auch freuen.

Nach der Einkehr haben wir wieder angeschnallt und sind in einem Zug die frisch präparierte Rodelpiste bis Donnersbachwald hinunter gebraust. Da ist zum Schluss dann doch noch so etwas wie Fahrfreude aufgekommen. Nach dem Umziehen und Verstauen der Ausrüstung haben wir die Heimfahrt angetreten, die wegen vieler Gespräche auch sehr kurzweilig war. Es war dies die erste gemeinsame Tour mit Stefan und wird sicher nicht die letzte gewesen sein.

Die letzten Abfahrtsmeter in Donnersbachwald

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