
Nach den Weihnachtsfeiertagen, an denen üppig gegessen wurde, ist eine Skitour zum Abbau der übermäßig zugeführten Energie eine willkommene Bewegungseinheit. Weil auch die Witterung absolut einladend war, stand einem frühen Tourenstart am ersten Tag nach den Feiertagen nichts entgegen. Schon bei der Anfahrt haben wir uns über die mit dickem Raureif überzogenen Bäume gefreut, knapp nach St. Anna am Lavantegg waren wir dann auf einer Schneefahrbahn unterwegs, ein schon lange nicht mehr genossenes Vergnügen.
Von der Waldheimhütte sind wir mit der herrlichen Morgenstimmung knapp vor Sonnenaufgang in Richtung Köhlerhütte gestartet. Die Schneelage ist zwar auch hier überschaubar, aber für einen Aufstieg reicht es allemal. Einzig bei den noch offenen Gewässern war Vorsicht angesagt, um die Felle nicht nass zu machen.


Vorbei an Maria in der Zirbe ging es hinauf zum Türkenkreuz. Etwas oberhalb davon beginnt dann die Bergabpassage hinunter zur Köhlerhütte. Gleich auf Fellen sind wir da hinuntergerutscht. Vorbei an der Hütte haben wir danach in Richtung unseres ersten Tagesziels hinaufgespurt. Für die Querung des Quellflusses der Lavant mussten wir zuvor eine geschlossene und tragfähige Schneebrücke suchen.
Nach dem Überqueren des Baches hat uns Chris eine Spur in Richtung Nordflanke des Fuchskogel hinauf gelegt. Durch die markante Rinne ging es hinauf auf den Almboden und anschließend in einigen Kehren weiter hinauf in Richtung Gipfel. Die Richtigkeit der schon vorher eingehaltenen Sicherheitsabstände wurde durch einige Wumm-Geräusche bestätigt. Die zwar nur sehr dünne Schneedecke hat hier großteils einen ungünstigen Aufbau. Eine gebundene Schneetafel überdeckt hier eine dicke Schicht mit kantigen Formen. Für den Fall, dass diese Schicht ein weiters Mal eingeschneit wird, wird für den Rest des Winters in den steileren Passagen ein verborgener Gleithorizont bestehen bleiben, zumal sich auf der Oberfläche abermals eine dicke Reifschicht gelegt hat.


Beim Gipfelkreuz haben wir uns eine Trinkpause gegönnt und anschließend die Höhenwanderung in Richtung Zirbitzkogel begonnen. Anfangs ging es durch stark windbehandelten Schnee mit einigen Setzungsgeräuschen in Richtung Westen und danach, die leider auch noch auf Schnee wartenden Krakauer Skiberge immer im Visier, nach Norden, mit einer kurzen Zwischenabfahrt auf halbem Weg hin zum Zirbitzkogel. Während am direkten Weg von der Waldheimhütte inzwischen schon reger Verkehr herrschte, waren wir auf der gesamten Strecke völlig alleine unterwegs.
Im steiler werdenden Schlussanstieg sind wir einmal etwas weiter in die Südflanke der höchsten Erhebung der Seetaler Alpe hineingequert und kurze Zeit später am zweiten Tagesgipfel gestanden. Viele von starkem Wind geprägte, und daher sehr kurz gehaltene Gipfelaufenthalte sind mir hier in Erinnerung. Heute war es nahezu windstill und daher sehr einladend, die Rundumsicht von diesem Aussichtsberg einmal ausgiebig zu genießen.


Nachdem wir das erledigt und für die Abfahrt umgerüstet hatten, sind wir zum Schutzhaus abgefahren. Ab da haben wir uns dann in die von Werner mit seinem Raupenfahrzeug befahrene Trasse hineingestellt und sind mit vielen Kurzschwüngen talwärts gebraust. Viele Wintersportler auf Skiern, Schnee- oder Wanderschuhen sind uns dabei entgegengekommen.
Einzig in der etwas steileren Waldpassage oberhalb der Waldheimhütte hatten wir einige „Feindberührungen“ unter der dünnen Schneedecke. Am Ende des auch von Rodlern vielbefahrenen Schlusshangs haben wir dann am Rand des Parkplatzes abgeschwungen. Nach dem Umziehen und Verstauen der Ausrüstung im Auto sind wir eingekehrt. Der Heinrich hätte mit dem angebotenen „Suppenzeugs“ sicher nicht die große Freude gehabt. Uns hat die Kaspressknödelsuppe sehr gut geschmeckt. Für das abschließend servierte Zirberl sagen wir dem Wirt auch hier noch einmal „Vergelt’s Gott!“


Auf der Heimfahrt haben wir in St. Anna am Lavantegg einen Zwischenstopp eingelegt und der Weihnachtskrippe in der Kirche einen Besuch abgestattet. Weils sich der in der Früh noch sehr dichte Nebel im Lavanttal mittlerweile auch verzogen hatte, sind wir bei Sonnenschein und freier Sicht anschließend heimgefahren. Und weil es nicht nur bei der Tante Jolesch üblich ist, immer für mindestens eine Portion mehr als am Tisch Sitzende zu kochen, hat der Heinrich jetzt das Privileg, den von mir verspeisten Rest des Rehbratens mit Rotkraut, Preiselbeeren und Kroketten aus dem Weihnachtsmenu virtuell mit mir mitzuessen.