Pusterwald Double #2

mit dabei:

Andreas
Aufstieg anfangs auf geräumtem Forstweg

Weil die vor etwas mehr als einer Woche dort ausgeloteten Verhältnisse immer noch gut sein sollten, bin ich heute mit Andreas wieder nach Pusterwald gefahren. Die Anfahrt in den Scharnitzgraben auf der im Schlussteil vereisten Straße hinauf zur Goldwaschanlage hat einen Vorgeschmack auf den Weganstieg weiter hinein ins Tal gegeben. Der Forstweg war bis zum Holzlagerplatz knapp vor der Rupbauerhütte seit der Vorwoche zwar geräumt worden, es liegt aber mit Ausnahme einer Stelle, wo der Straßenschotter durchblitzt, immer noch eine geschlossene Schneeschicht auf der Fahrbahn. Diese ist halt im Augenblick ziemlich eisig.

Es war zwar nicht so kalt wie am vorletzten Samstag, aber trotzdem sind wir recht flott losgestiefelt um uns zu erwärmen. Dort, wo wir das letzte Mal geradeaus weiter hinauf zur Scharnitzalm weitergegangen sind, sind wir diesmal dem ausgeschilderten Winteranstieg zum Hühnerkogel gefolgt. Da geht es einmal kurz bergab, danach leicht ansteigend bis zur Bachquerung über den Holzsteg.

Bachquerung
Aufstieg oberhalb von der Pichlerhütte

Ab da sind wir durch den Wald bis zur Pichlerhütte und darüber bis zur Baumgrenze in der gut ausgetretenen Spur weiter angestiegen. Dort haben wir während der Trinkpause die Jacken Übergezogen und auch die Sonnenbrillen aufgesetzt. Danach ging es weiter aufwärts. Die Spur war immer wieder einmal verweht und musste neu gespurt werden. Bis hinauf auf den Plankboden sind wir der Route zum Hühnerkogel gefolgt. Von da ging es dann aber nach links weg.

Anfangs fast eben und danach leicht ansteigend haben wir in Richtung Kühlnbrein hinüber gespurt. Eine sehr frische Brise hat uns dabei entgegengeweht. Im kammnahen Bereich haben sich zeitwiese die Wolken gestaut, dann war die Sicht wieder frei. Bis ins erste Drittel des Gipfelaufbaus ging es noch auf Skiern, im Schlussanstieg sind wir zwischen des schneebedeckten Felsen hinauf gestapft.

Schlussanstieg am Kühlnbrein
Kühlnbrein 2.229 m

Nach 2 Stunden und 40 Minuten Anstiegszeit waren wir am ersten Tagesgipfel. Wenige Meter unterhalb des Gipfelbuchs mit der Glocke dran war es überraschend windstill. Dort haben wir uns gestärkt und für die geplante erste Zwischenabfahrt umgerüstet. Diese sollte nur in den Sattel zwischen Kühlnbrein und Steineck hinunter gehen. Von dort wollten wir dann auf das Steineck aufsteigen. Der Wolkenstau am angedachten zweiten Tagesgipfel hat diesen aber nie freigegeben.

Daher haben wir am Sattel beschlossen, die Abfahrt weiter hinunter ins weite Kar östlich davon fortzusetzen. Kurz sind wir noch unter das Steineck hinausgequert, danach ging es durch herrliche Mulden und weite Rinnen mit mäßiger Neigung genussvoll abwärts. Um einiges weiter als ursprünglich geplant sind wir deshalb ins Kar abgefahren. Schließlich haben wir wieder aufgefellt und sind – die etwas steileren Rinnen und Bachläufe links in einem Bogen umgehend – zum Plankboden aufgestiegen.

Abfahrt im Kar östlich von Kühlnbrein und Steineck
Anstieg zum Hühnerkogel

Ein paar Höhenmeter, die wir dabei zu hoch angetragen hatten, sind wir in den Flachbereich wieder hinuntergerutscht. Danach ging es zurück hinüber in Richtung Hühnerkogel. Bei immer schlechter werdender Sicht sind wir die letzten Meter hinauf in Richtung des unterhalb des höchsten Punktes vorgelagerten Gipfelkreuzes angestiegen und haben dieses nach einer Wiederaufstiegszeit von 50 Minuten erreicht.

Wegen der auch hier sehr frischen Brise haben wir den folgenden Aufenthalt sehr kurz gehalten. Flott haben wir für die Abfahrt umgerüstet und diese bei miserabler Sicht in Richtung Stallertörl begonnen. Am ersten kleinen Sattel sind wir nach rechts weg und über weite Flächen und Rinnen zur Scharnitzalm abgefahren. Wäre die Sicht besser gewesen, wir hätten diese Abfahrt im durchwegs gut fahrbaren Schnee sicher noch mehr genossen.

Abfahrt zur Scharnitzalm
Talabfahrt

Über die Schaunitzalm ging es dann weiter abwärts bis zum zur Schaunitzhütte führenden Forstweg, In diesen haben wir uns dann hineingestellt und sind sehr flott mit ein paar kurzen Pausen zum Ausschütteln der Beine bis zum Ausgangspunkt der Tour abgefahren. Das Eis im Schlussteil war zwar in den sonnenbeschienen Passagen ein bisschen aufgegangen, die schattigen Bereiche waren aber immer noch pickelhart.

Sehr vorsichtig sind wir dann auf der immer noch nicht minder vereisten Zufahrtsstraße in unsere Heimfahrt gestartet. Diese haben wir wegen des Ruhetags in Pusterwald erst in Möderbrugg zum Zwecke der Einkehr unterbrochen. Das von mir gewählte Backendlmenü beim Timmerer mit einem hausgemachten Apfelkuchen zum Dessert wäre sicher auch nach Heinrichs Geschmack gewesen.

Backhendl

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