
Andreas hat Geburtstag. Eine Geburtstagsskitour war auch schon in den letzten Jahren Programm. Heuer hat uns allerdings das Wetterglück ein bisserl verlassen. Schon beim Tourenstart beim Scheikl auf der Brunnalm war Nebel etwas 100 Hm über uns da. Am Pistenrand sind wir bis zur Bergstation des Sessellifts und von da weiter auf den Sonnkogel angestiegen.
Von der Hoffnung beseelt, dass sich weiter oben doch ein paar Sonnenstrahlen den Weg durch die dichte Suppe bahnen könnten, sind wir entlang des Pilgerweges weiter angestiegen. Der nasse und weiche Schnee hat die Verwendung von Harscheisen nicht nötig gemacht. Mit zunehmender Höhe ist die Sicht immer mieser geworden. Nichts desto trotz sind wir den vorhandenen Aufstiegsspuren auf stellenweise sehr dünner Schneeunterlage weiter gefolgt.


Knapp vor dem Erreichen der Hochebene haben wir wegen der härter werdenden Schneedecke zur Sicherheit doch die Harscheisen montiert und bei dieser Gelegenheit auch die Oberbekleidung ergänzt. Auch nach dem Überschreiten der Geländekante hin zur Hochebene hat sich an der schlechten Sicht nichts geändert. Das Meran Haus haben wir erst gesehen, als wir schon knapp davor gestanden sind.
Von da haben wir uns dann an Hand der Spuren im Schnee und der vereinzelt dort stehenden Markierungsstangen weiter nach oben orientiert. Nach der finalen Querung nach rechts in Richtung Gipfel haben wir bei dem auch erst ganz zum Schluss aus der Nebelsuppe auftauchenden großen Kreuz nach einer Aufstiegszeit von 1 Stunde 54 Minuten abgeschnallt.


Zur Feier des Tages hat Andreas aus seinem Rucksack zwei Kaltgetränke ausgepackt, mit denen wir auf seinen Geburtstag angestoßen haben. Weil uns der da oben üblicherweise meist blasende Wind gnädig war, hatten wir dabei keine Eile. Nebenbei haben wir für die Abfahrt umgerüstet und als die Aufstiegshilfen und das Leergut verstaut waren, haben wir unsere Abfahrt begonnen.
Selten einmal bin ich bei so geringer Sichtweite und im Bereich der Hochfläche bzw. im oberen Abschnitt der Schallerrinne zusätzlich auch noch bei sehr schlechtem, ruppigen Schnee abgefahren. Dementsprechend langsam, in knappem Abstand und mit sehr vielen Pausen haben wir uns abwärts bewegt. Die Orientierung im Whiteout an Hand vorhandener Aufstiegs- und Abfahrtsspuren war dabei das geringste Problem.


Mit der Einfahrt in die Schallerrinne gab es dann zumindest am Rand der Rinne einige Konturen durch ausgeapertes Gelände. Die Buckel und die zusammengeschobenen, gefrorenen Schneehaufen waren aber nicht immer auszumachen und haben den Fahrspaß auch hier sehr gebremst.
Erst in der unteren Hälfte der Rinne ist der Schnee dann aufgegangen, war daher berechenbar und wir sind ein bisschen ins Fahren gekommen. Weil uns der weiterhin dichte Nebel aber die Sicht hinunter in Richtung Schalleralm versperrt hat, wir daher nicht über die Schneelage da unten Bescheid wussten, sind wir zur Sicherheit bald einmal nach links in Richtung unseres Aufstiegsweges hinausgefahren.


Dort haben wir uns zwischen den Stauden entlang unserer Aufstiegsspur nach unten orientiert. Knapp oberhalb vom Sonnkogel ist die Sicht dann entschieden besser geworden. In diesem Bereich war der Abfahrtsgenuss auf der gesamten Länge vom Gipfel bis zur Piste sicher am größten.
Von der Bergstation des Schlepplifts, der heuer gar nicht in Betrieb genommen wurde, sind wir dann zur Bergstation des Sessellifts abgefahren. Der Nebel ist wieder dichter geworden, hat sich auf der weiteren Abfahrt hinunter zum Ausgangspunkt dann aber etwas gelichtet. Der schmierige Schnee auf der präparierten Piste hat dann doch noch ein finales Fahrerlebnis aufkommen lassen.


Unten angekommen haben wir daher noch einmal die Felle aufgezogen und sind bei abermals besser werdender Sicht entlang des Pistenrands noch einmal angestiegen. Das letzte Stück hinauf zum Sonnkogel, den wir als unser zweites Tagesziel dabei festgelegt hatten, sind wir nicht mehr der Piste gefolgt, sondern in direkter Linie durch den lichten Lärchenwald angestiegen.
Nach einer weiteren Anstiegszeit von 28 Minuten haben wir am Waldrand auf Höhe der Schlepplift-Bergstation abgeschnallt. Jetzt konnte auch ich endlich das für Andreas eingepackte Geburtstagsbier aus seiner Kärntner Urheimat auspacken und abermals auf seinen Geburtstag anstoßen. Viel Schweiß hatten wir bis dahin an diesem Tag schon vergossen. Mit dem 1270er aus Hirt wurde der Elektrolythaushalt wieder ins Lot gebracht.


Neben viel Rückschau halten auf viele gemeinsame Skitourenerlebnisse in den letzten 1 ½ Jahrzehnten haben wir für die Abfahrt umgerüstet. Als alles verstaut war, sind wir noch einmal flott über die Piste talwärts gecarvt. Unten angekommen hat sich die Frage nach einem weiteren Wiederanstieg nicht mehr gestellt, obwohl wir mit unseren in der Früh erworbenen Tagestickets für Skitourengeher noch den ganzen Tag auf und ab hirschen hätten können.
Das lag auch nicht daran, dass sich zu diesem Zeitpunkt nur mehr Leergut für Gebrautes in unseren Rucksäcken befunden hat. Andreas hatte für den Nachmittag seines Geburtstages auch noch andere Pläne und außerdem war es jetzt auch Zeit, dem Flüssigen auch noch feste Nahrung nachzuschicken. Andreas hat sich da – wie nicht anders zu erwarten – für seinen geliebten Burger entschieden und mit mir darf der Heinrich wieder einmal virtuell am knusprigen Schnitzel mitknabbern.
