
Hundertschaften von Sternsingergruppen waren in den letzten Tagen im Land unterwegs. Auch in unserer Tourenrunde hat eine Skitour am Dreikönigstag schon langjährige Tradition. Wohl wissend, dass die Buchstaben, die die Sternsinger auf unseren Türstock geschrieben haben, die Abkürzung des lateinischen Segensspruchs für das Haus darstellen, denke ich an meine Kindheit zurück, wo man uns erzählt hat, das seien die Anfangsbuchstaben der Namen der Heiligen Drei Könige. Mit diesem Basiswissen ausgestattet bezeichne ich die Mitglieder meiner „Sternsingertruppe“, die mich auf der Tour begleitet haben, in der Bildbeschreibung ebenso mit den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen. Sie haben sich auf der Tour übrigens eher nicht durch ihre Sangeskunst, sondern durch ihre Muskelkraft ausgezeichnet. Und ich als ihr „Sternträger“ bin meist hinterher gehechelt. Den mir zustehenden Platz an der Spitze haben sie mir aber jedenfalls immer dann eingeräumt, wenn ich einen Fotostopp eingefordert habe.
In Hinterradmer bei der Kapelle sind wir gestartet. In den letzten eineinhalb Wochen ist die Schneedecke am Weg hinauf in Richtung Schafböden stark geschwunden. Auf die ersten beiden Wegabschneider haben wir daher verzichtet und sind am Forstweg geblieben. Danach haben wir am Steig, dem wir weiter hinauf gefolgt sind, für ein längeres Stück die Skier getragen. Mit zunehmender Höhe ist hinauf zur Schafbödenalm aber die Schneedecke immer dicker geworden.


Vorbei an der Alm sind wir noch bis zum höchsten Punkt in Richtung Leobner Törl angstiegen. Erstmals haben wird dort abgefellt und sind in den oberen Abschnitt des Sautrogs abgefahren. Dort haben wir die Felle wieder aufgezogen und unseren Anstieg – sehr bald unterbrochen durch einen kurzen Zwischenstopp zum Montieren der Harscheisen – auf etwas glasiger Unterlage fortgesetzt.
Vom Törl ging es dann hinein in das weite Kar, in dem die Schneelage auch überschaubar ist. Schließlich sind wir entlang der obligaten Aufstiegslinie nach links hinauf und auf sehr dünner Schneeauflage die letzten Meter hinauf zum ersten Tagesgipfel. Der Südföhn hat nicht nur für ein Wolkenfenster in der Region, sondern auch für herrliche Föhnstimmung gesorgt.


Nach der Gipfelrast sind wir bei wechselnden Schneebedingungen im Ostkar wieder abgefahren. Am Karboden ging es dann zurück hinaus bis zum Leobner Törl. Dort haben wir zum dritten Mal an diesem Tag die Felle wieder aufgezogen, sind ein kurzes Stück angestiegen und dann in etwa bis zu jenem Punkt hinüber gequert, wo wir 2 Stunden vorher unsere Zwischenabfahrt begonnen haben.
Für die nächste kurze Zwischenabfahrt zurück über die Schafböden haben wir unterschiedliche Strategien verfolgt. Chris hat abgefellt, Andreas, Basti und ich haben zwar die Harscheisen demontiert, wir sind aber gleich auf Fellen abgefahren. Für die folgende Höhenwanderung weiter zum Gscheideggkogel haben wir auf die zackigen Aufstiegshilfen verzichtet. Der Föhn hat für eine aufgeweichte Spur gesorgt und sie daher überflüssig gemacht.


Immer wieder haben wir wegen der herrlichen Föhnstimmung den Anstieg zum Schauen und Fotografieren unterbrochen. Der böige Wind war zwar lästig, aber nicht schlimm. Am Gscheideggkogel, den ich, weil wir ja aus der Radmer angestiegen sind, eigentlich als Ochsenriedel bezeichnen müsste, haben wir dann endgültig abgefellt.
Für die Talabfahrt hatten wir hier in der Vergangenheit sicher schon viel besseren Schnee. Aber wenn es, so wie bisher in dieser Saison, Regionen gibt, wo kein Brösel Schnee liegt, dann freut man sich auch über eine dünne durchgehende Schneedecke. Bis zum ersten querenden Forstweg sind wir den vielen hier in den Weihnachtsferien hinterlassenen Spuren, stellenweise pistenartig ausgefahren, gefolgt.


Anschließend haben wir uns in den Weg gestellt und uns – mit Ausnahme einer ganz kurzen Gegensteigung, wo es ein paar durch Stockschübe unterstützte Schritte bergauf gebraucht hat, hinuntertreiben lassen. In der schmalen Schneise zwischen Forstweg und Schlusshang haben wir dann für ein kurzes Stück sogar abgeschnallt, weil der Ausaperungsprozess gegenüber dem Anstieg in der Früh abermals Schnee weggefressen hatte.
Nach den letzten Schwüngen über die freie Fläche danach haben wir neben dem Parkplatz abgeschnallt. Mit trockener Wechselkleidung und der im Auto verstauten Ausrüstung sind wir zur Einkehr gefahren. Und abermals hat sich Heinrichs Erwartungshaltung von einem wahrlich tollen Schnitzeljahr erfüllt.
