
Die Geschichte zu dieser Tour ist schnell erzählt. Das wird all diejenigen freuen, denen meine Texte mitunter zu ausführlich geraten und die lieber in der die Tour abschließenden Bildergalerie stöbern. Bilder gibt es auch heute wieder sehr schöne. Der Nebelsuppe in den Tälern, die uns seit längerer Zeit schon aufs Gemüt schlägt, zu entrinnen und sich unter blauem Himmel zu bewegen ist wohl etwas Unübertreffliches.
Die Tour war mit Ausnahme der etwas tieferen Temperaturen eine 1:1 Kopie der Tour von vor einer Woche. Wieder sind wir entlang der Piste des Übungsliftes, danach weiter zum Wasserhang und zum Koralpenhaus aufgestiegen. Und weil der Tag bis zur gestrigen Wintersonnenwende noch einmal kürzer geworden ist, haben wir erst etwas oberhalb der Hütte die Sonnenbrillen aufgesetzt.


Weiter ging es dann hinauf entlang der Zufahrtstraße zu den Radarstationen, immer mit dem herrlichen Blick über das halb Kärnten bedeckende Nebelmeer. Und weil wir unterwegs ähnlich viel geplaudert haben wie in der Vorwoche hat der erste Anstieg exakt genauso lang gedauert wie vor einer Woche. Nach 1 Std 25 min waren wir beim Gipfelkreuz am Gr. Speikkogel.
Nach dem (neben der An- und Abreise) „gefährlichsten“ Teil der Tour, nämlich dem kurzen Abstieg vom Gipfel auf vereistem Untergrund, haben wir abgefellt und uns im Winterraum der AustroControl gestärkt. Es wäre zwar diesmal draußen auch weniger Wind gewesen als in der Vorwoche, aber es ist schon fein, wenn man bei der „Gipfeljause“ auf einer Bank sitzend sich durch die Glasscheibe von der Sonne anstrahlen lassen kann.


Natürlich haben wir diesen Moment etwas länger ausgekostet und sind danach dafür ziemlich flott entlang der Aufstiegsroute vorbei am Koralpenhaus abgefahren. In der Mitte des Wasserhangs sind wir am Kettenfahrzeug der Hütte, dass dort seinen Geist aufgegeben hatte, vorbeigefahren und danach weiter hinunter bis zum Ausgangspunkt der Tour.
Wie in der Vorwoche haben wir dort wieder aufgefellt und sind noch einmal angestiegen. Dass zu diesem Zeitpunkt uns schon einige Pistenskiläufer entgegen gekommen sind war, klar. Aber wenn man sich an die vorgegeben Route am Pistenrand hält, ist dies kein Problem. Vorbei am Koralpenhaus ging es jetzt hinauf zu unserem zweiten Tagesgipfel, dem Steinschneider.


Dort oben in der frischen Brise haben wir uns naturgemäß weniger Zeit zum in die Ferne schauen gegönnt. Bald war die Ausrüstung in den Abfahrtsmodus getrimmt und wir sind bis zum Koralpenhaus abgefahren. Weil dort am Wochenende unerwartet viele Gäste eingekehrt waren, war es heute – und das wird den Heinrich weniger freuen – nur ein Suppentag ausgerufen.
Meine Speckknödelsuppe war ausgezeichnet, Andreas hat sich für die Kasknödel entschieden. Beim Suppen löffeln hat uns auch Klaus Macheiner Gesellschaft geleistet. Auch er hat die Arbeit vor Weihnachten schon eingestellt, ist dem Nebel entflohen und hat sich nach zwei Anstiegen zum Gr. Speikkogel eine Gulaschsuppe gegönnt.


Die Zuckerreinkerln waren aber gerade frisch angeliefert und daher haben wir uns zum Drüberstreuen wieder ein solches, mit warmem Eierlikör übergossen, zum Kaffee gegönnt. Derart gestärkt sind wir zusammen mit Klaus anschließend bei Sonnenschein die restliche Strecke bis zum Ausgangspunkt der Tour abgefahren und einige hundert Höhenmeter weiter unten am Heimweg wieder – zum Suppentag passend – in die trübe Nebelsuppe eingetaucht.
Dem Klaus, dem Heinrich und allen übrigen Leserinnen und Lesern meines Blogs wünsche ich abschließend mit einem Bild des pünktlich zu Weihnachten angeschneiten CHRIS(t)baumes vor unserem Haus eine schöne Zeit. Mit dem weihnachtlichen Neuschnee verbinde ich auch die Hoffnung, dass wir bald einmal auch abseits von Pisten uns wieder auf Skiern im Gelände bewegen können.

2 Kommentare
Servus „Naturraum Gebührenfrei!“
Als Jurist pflichte ich dir bei, dass das Gehen auf öffentlichen Wegen zu jeder Jahreszeit entgeltfrei möglich sein muss.
Da hast aber selbst eingeräumt, dass der Grundbesitzer für das Parken auf einem geräumten Parkplatz einen angemessenen Beitrag verlangen kann. Jetzt geht es maximal darum, ob bei Fahrzeugen, die mit mehreren Personen besetzt sind, jeder diesen Infrastrukturbeitrag zahlen muss.
Wir waren in diesem bis jetzt so schneearmen Winter zweimal auf der Koralpe, vor allem, weil dort eine Abfahrt bis zum Ausgangspunkt garantiert war. Es war dies nie am Wochenende, die „Skitourenkontrollestelle“ war nie besetzt. Jeder Mitarbeiter der Liftgesellschaft, dem wir auf der Piste begegnet sind, war freundlich und wir hatten nie das Gefühl, als Skitourengeher nicht willkommen zu sein. Das ist nicht überall so.
Wenn die Liftgesellschaft mit viel Energieaufwand Maschinenschnee produziert, den wir Skitourengeher dann für die Abfahrt auch links und rechts des sehr schmalen Korridors, den ein ersessener Wanderweg bildet, nutzen, dann sollte uns das auch etwas wert sein. Und wenn wir zu Beginn oder zum Abschluss der Skitour direkt neben dem Parkplatz in der ersten Reihe auch noch eine beheizte Toilette nutzen dürfen, dann ist der Infrastrukturbeitrag auch dafür eine gerechtfertigte Abgeltung.
Einen Rechtsstreit deswegen herbeizuführen käme mir daher nicht in den Sinn.
Es gibt dort also einen Skitouren – Kontrollpunkt ? Was sich die Lift und Pistenbetreiber alles an Abzocke einfallen lassen?
Parkgebühr für einen geräumten Parkplatz ist ja noch verständlich, aber Gebühr fürs „Gehen“ auf einem normalen Wanderweg (und nichts anderes ist das hinauf auf die Koralpe) den es schon seit Jahrhunderten gibt und bei dem der AV (Weg. Nr. 560) schon lange das Wege-Benützungsrecht ersessen hat!!!
Skitouren gehen ist gesetzlich als „Gehen“ und nicht fahren definiert. Jeder darf in Österreich Wanderwege beim Gehen frei benützen, egal ob im Winter, im Sommer oder Herbst, und egal ob Schnee, Eis, Wiese oder Wald. Ich würde dort nichts bezahlen, außer für’s Parken einen angemessenen Betrag.
Das der Skigebietsbetreiber sein Skigebiet auch auf normalen Wanderwegen angelegt hat, das ist seine eigenes Risiko.
Freiwillig kann jeder zahlen was er möchte.