
Der „Grimming von Unterkärnten“, wie ihn einer meiner Leser dieses Blogs wegen seines großen Höhenunterschieds von der Talsohle bis zur Gipfelregion genannt hat, ist auch in den vergangenen Jahren nach dem Ende der Skisaison immer wieder zu unserem Tourenziel erklärt worden. Heuer war eine Woche nach Saisonschluss auch Gerhard mit dabei. Von ihm nach Feistritz ob Bleiburg chauffiert ging es anfangs entlang des Übungslifts noch mit aufgepackten Skiern los. Immer wieder war am Weg hinauf bis zur Mosthütte das Schneeband durch ausgeaperte Stellen unterbrochen.
Weil es auch am aperen Pistenrand – vorbei an einer Unzahl blühender Schneerosen – gut zu gehen war, habe ich meine Latten auch danach noch länger aufgepackt gelassen und sie insgesamt über die ersten 500 Hm getragen. Andreas hat am längeren, in der Früh noch sehr harten nordseitigen Hang schon 200 Hm früher auf die Skier gewechselt. Gerhard und ich sind in diesem Bereich den zwar etwas längeren, aber dafür fast durchgehend schneefreien Weg entlang des Flowtrails angestiegen.


Dort wo sich die die beiden Pistenäste teilen, haben auch wir dann angeschnallt und sind am schon sehr früh sonnenbeschienenen in Aufstiegsrichtung rechten Ast weiter angestiegen. Mit den Harscheisen als Unterstützung ging es weiter hinauf bis zu jener Stelle, wo sich die Pistenäste wieder vereinigen. Dort haben wir uns eine Trinkpause gegönnt und die jetzt nicht mehr benötigten Harscheisen verstaut.
Entlang des jetzt etwas flacheren Skiwegs ging es danach hinüber an den Fuß des Skigebiets am Berg. In ziemlich direkter Linie sind wir dort über die nach oben hin immer pulvriger werdende Schneeauflage bis zur alten Zollhütte angestiegen. Dort war es jetzt Zeit für eine Stärkung auch aus dem Jausensack.


Anschließend sind wir weiter entlang der Piste aufgestiegen. Der unverspurte, teilweise etwas windbehandelte Pulverschnee hat schon jetzt die Vorfreude auf die spätere Abfahrt geschürt. Auf Höhe der Bergstation des Schlepplifts haben wir uns noch eine kurze Trinkpause gegönnt und sind danach in einigen Kehren auf den Kniepssattel aufgestiegen.
Nach einer kurzen Zwischenabfahrt auf Fellen ging es gleich wieder hinauf auf jenen Rücken, von dem aus man den angepeilten Gipfel des Kordeschkopfs dann endlich sieht. Dem Rücken sind wir noch ein Stück in Richtung Süden gefolgt, dann ging es – auch jetzt wieder auf Fellen – etwas länger hinunter und ab dem tiefsten Punkt in den Schlussanstieg hinauf zum Kordeschkopf.


Nach einer Anstiegszeit von insgesamt 4 Std 15 min haben wir das Gipfelzeichen in Form eines Pickels und die Windrose daneben erreicht. Eine von Westen herannahende Front hat uns die sonst hier so grandiose Aussicht auf die Gipfel der Steiner Alpen genommen, der Wind hat leicht aufgefrischt und wir haben daher den Gipfelaufenthalt nicht über Gebühr in die Länge gezogen.
Nach dem Abfellen und Umrüsten der Ausrüstung für die Abfahrt ging es dann entlang des Aufstiegsweges zurück. Vor dem Anstieg zum Zwischenrücken haben wir wieder aufgefellt. Oben angekommen mussten wir feststellen, dass sich die Front doch viel schneller als erwartet angenähert hatte. Der Gipfel des von uns als zweites Tagesziel angepeilten Knieps ist schon in der sich absenkenden Wolkenbasis verschwunden und es hat Schneefall eingesetzt.


Daher sind wir noch bis in die Senke unter dem Kniepssattel hinuntergerutscht, zum Sattel angestiegen und haben dort bei rapider Sichtverschlechterung und immer stärker werdendem Schneefall endgültig abgefellt und unsere Talabfahrt gestartet.
Schon der erste Hang hinunter bis ans obere Ende des Skigebiets war gut fahrbar. Der Fahrgenuss hat sich dann über viele pulvrige Stufen hinunter bis zur Zollhütte aber noch gesteigert. Eine kurze Erholungspause haben wir uns dort im Freien bei anhaltendem Schneefall genehmigt.


Dann ging es über die nach unten hin immer härter werdende Piste weiter abwärts. An den Pistenrändern war stellenweise noch Pulverschnee konserviert, die Piste war vielfach von den Raupen der Pistengeräte, mit denen den ganzen Tag über Pistensicherungseinrichtungen abgebaut und zur Einlagerung abtransportiert worden waren, aufgerissen.
Das war dann auch am folgenden Skiweg der Fall. Mit möglichst wenig Richtungsänderungen war aber auch dieser Teil der Abfahrt schnell absolviert. Am in der Früh noch sonnenbeschienen Hang hinunter war dann der Schnee überraschend hart, weil sich auch hier die Sonne mittlerweile längst hinter den Wolken versteckt hatte.


Auch der folgende nordseitige Hang, den Gerhard und ich im Anstieg noch mit aufgepackten Skiern umgangen hatten, war die Schneedecke anfangs noch ziemlich hart. Mit abnehmender Höhe und ansteigender Temperatur ist der Schnee aber immer firniger geworden. Etwas oberhalb der Mosthütte hat dann das Ab- und Anschnallen vor und nach ausgeaperten Stellen Fahrt aufgenommen. Mit Ausnahme von ganz kleinen Schneeflecken, die wir dann gleich übertragen haben, sind wir aber den größten Teil dieser Abfahrt auch wirklich auf Skiern abgefahren.
Eine Tragepassage gab es dann noch im Flachbereich oberhalb des Übungslifts und an dessen oberem Ende. Dann habe ich noch einmal angeschnallt, bin auch über die ausgeaperten Wiesenstücke zwischen den Schneeflecken drübergestiefelt und bis wenige Meter oberhalb der Talstation noch abgefahren. Gerhard und Andreas haben teilweise unterschiedliche Methoden zum Höhenabbau gewählt.


Nach dem Umziehen und Verstauen der Ausrüstung ging es dann zur Einkehr nach Griffen. Der Heinrich darf sich wieder einmal ein virtuelles Stück von meinem Schnitzel, von dem es diesmal auch ein Bilddokument gibt, abschneiden. Ob ihm die von Andreas und Gerhard gewählten Trüffelburger lieber gewesen wären, wird er mich wissen lassen. Allenfalls hätte er den am Heimweg in St. Stefan im Lavanttal gebunkerten ersten Spargel der Saison bevorzugt. Aber den hat es, zumindest bei uns daheim, erst am Tag danach geben.
Dass der Tourentag trotz der vielen Höhenmeter und der Zeitumstellung auf Sommerzeit am Vortag dann auch am Abend noch ein bisserl länger gedauert hat, war dem Fernsehprogramm von Servus TV geschuldet. Mit der Wiederholung der Dokumentation über die Besteigung des Damavand im Iran durch Peter Habeler und Gerlinde Kaltenbrunner sind viele Erinnerungen an unsere Skibesteigung des höchsten Berges des Orients vor 7 Jahren aufgeflammt. Vor allem die wiedergegeben Eindrücke über das Land und die dort lebenden freundlichen Leute machen es so schwer zu verstehen, wie es neben dem Leid für die dort lebenden Menschen möglich ist, dass ohne Rücksicht auf diese viele – auch durch die UNESCO geschützte – Kulturstätten und zivile Ziele durch die derzeitigen kriegerischen Handlungen zerstört werden.