Schattnerzinken

mit dabei:

Steffi
Morgensonne

Weil Steffi in diesem Schuljahr keinen freien Tag mehr hat, und wir daher auf die neben ihren  familiären Verpflichtungen an den Wochenenden verbleibende Zeit angewiesen sind, ist viel Zeit ins Land gezogen, bis es endlich die erste Vater-Tochter Skitour dieses Winters gegeben hat. Für diese haben wir uns Schönwetter bestellt und das ist auch geliefert worden. Schon wenige Meter nach dem Anschnallen waren wir in der Morgensonne unterwegs. Da hatte es zwar noch frische -7 Grad, aber mit zunehmender Höhe ist die Temperatur auch gestiegen.

Entlang des schon von der Silvestertour mit Chris bekannten Weges ging es hinauf in Richtung Falbalm. Der die lange Wegkehre abkürzende Weg durch den Wald ist stellenweise noch um einiges mehr ausgeapert als am Jahresende. Pilze wachsen dort zwar noch immer nicht, aber man ist schon auch einmal einige Meter nur auf Waldboden unterwegs. Nach dem Motto von Freund Axel Naglich „I schnoi do sicha net ob“ sind wir bis zur Rückkehr auf den schneebedeckten Weg auch auf Skiern durchs Grün gestapft.

„I schnoi do sicha net ob“
Mit der Sonne im Rücken

Ab da war dann aber bis knapp unterhalb des Gipfels ein durchgehendes Schneeband für unseren Aufstieg vorhanden. Vorbei an der Falbalm sind wir, immer mit der Sonne im Rücken, zur Baumgrenze und ab da entlang der glasigen Aufstiegsspur weiter angestiegen. Da war es zwischendurch jedenfalls gescheiter, am griffigen Harschdeckel daneben in den Talschluss aufzusteigen.

Nach einigen etwas steileren Kehren sind wir schließlich auf die Abflachung nach rechts hinaus gequert und haben uns dort einmal eine Trinkpause genehmigt. Anschließend ging es – gleich auf Fellen – in die kurze Zwischenabfahrt auf den darunter liegenden Karboden. Ab da haben wir für den weiteren Anstieg auf dem stellenweise pickelharten Harschdeckel dann die Harscheisen montiert.

Der schönste Platz für eine Trinkpause
Anstieg in der Rinne

Nach dem ersten Hang sind wir in die markante Rinne mit dem unter dem Schnee sprudelnden Bächlein hineingequert und in dieser in direkter Linie angestiegen. Mit zunehmender Höhe ist der Schnee immer griffiger geworden, die Harscheisen haben wir aber des sicheren Standes wegen an den Skiern belassen. Nach der Quelle ging es über die markante Wechte weiter aufwärts.

Von dieser sind wir dann etwas unterhalb des höchsten Punktes nach rechts gequert und haben danach eine weitere kurze Trinkpause gemacht. Dann ging es in einem weiten Bogen nach rechts weiter aufwärts. In unserem Rücken sind die vielen Gipfel der westlichen Niederen Tauern über dem Horizont aufgetaucht und haben immer wieder kurze Stopps zum Schauen und Fotografieren eingefordert.

Das Gipfelmeer hinter uns; li. das Dachsteinmassiv
Gipfelfreude am Schattnerzinken

Immer der Sonne entgegen sind wir jetzt noch so weit auf Skiern angestiegen, bis uns der Schnee auch bei bester Routenwahl endgültig ausgegangen ist. Nach dem Abschnallen war jetzt „Winterwandern“ angesagt. In wenigen Minuten sind wir über den abgewehten Gipfelaufbau bis zum vorgelagerten höchsten Punkt aufgestiegen. Der hat heuer kein Kreuz mehr. Das war aber nicht der Grund für unseren nur sehr kurzen Gipfelaufenthalt. Ein sehr frischer Wind hat uns diesen etwas verleidet. Daher sind wir sehr bald wieder zum Skidepot hinunter gewandert und haben uns dort während des Umrüstens für die Abfahrt gestärkt. Der Wind war dort aber nur unwesentlich gnädiger.

Gestärkt haben wir schließlich denselben Schneekorridor, der uns schon bis so weit hinauf geleitet hatte, für die Abfahrt bis zu den breiten durchgehend beschneiten Flächen genutzt. Ab da war dann Genussskifahren angesagt. Und Steffi hat vom ersten Schwung an ihrer Freude darüber durch lautes Jubeln bei vielen Schwüngen und einigen Sprüngen über Geländekanten Ausdruck verliehen. Genau das hatte ich jetzt wirklich lange vermisst.

Abfahrt an der Grenze zwischen Pulver und Firn über die Wechte
Carven im schweren Pulver

Über die Wechte ging es schließlich auf einem Mix aus Pulver und Firn abwärts. In der anschließenden Rinne war der Schnee wegen der Exposition eher von der härteren Seite, dafür war danach in den steileren Passagen hinunter in den Talschluss wieder Genuss im nassen Pulver und zuletzt im Firn angesagt. Steffi hat es jedenfalls sichtlich getaugt und mehr als einmal hat sie mich dies auch durch laute Jubelschreie hören lassen.

Auch die flacheren Bereiche weiter hinunter bis zur Baumgrenze waren größtenteils noch firnig. Ab da sind wir aber in den Schatten eingetaucht und die Schneedecke hatte schon wieder etwas angezogen. Es waren zwar einige etwas brüchige Bereiche dabei, aber immer noch ganz passabel fahrbar. Entsprechend flott ging es daher hinunter zur Falbalm.

Blick zurück aus dem Talschluss
Wegabfahrt

Unterhalb der Alm sind wir der Aufstiegsspur zurück zum Forstweg gefolgt. Über diesen ging es dann flott weiter abwärts. Dort, wo wir in der Früh durch den aperen Wald abgekürzt hatten, sind wir jetzt die Wegkehre ausgefahren. Unsere Absicht, gleich am Forstweg bleibend, danach bis zum Ausgangspunkt abzufahren, haben wir wegen Schneemangels verworfen. Dafür sind wir dann – jetzt wieder entlang der Aufstiegsspur – durch rauschenden Oberflächenreif noch über die freien Flächen gezischt und haben direkt neben dem Steg, der uns trockenen Fußes zum Parkplatz am anderen Bachufer zurückgebracht hat, abgeschnallt.

Die Temperatur war jetzt auch hier auf den Gefrierunkt angestiegen. Wohlig warm ist es uns aber erst geworden, als wir umgezogen im Auto gesessen sind und die Sitzheizung ihren Dienst aufgenommen hat. Das sich inzwischen aufgebaute Hungergefühl musste bis zur Befriedigung noch etwas ausharren. Eingekehrt sind wir dann bei der Schaffer Frieda. Und jetzt darf sich Freund Heinrich mit uns mitfreuen. Friedas in Bretstein weltberühmtes Bratl mit den unverwechselbaren Granten (Preiselbeeren) dazu, haben wir bis auf den letzten Bissen verdrückt. Zwischendurch haben wir uns auch noch vom angeboten Bratensaft-Nachschlag ordentlich drübergießen lassen. Ein süßer Gruß vom Haus in Form eines warmen Apfelkuchens hat den Einkehrschwung beschlossen und uns nach der Fuhre zuvor den sicher nicht mehr unbedingt nötigen Energykick für die Heimfahrt gegeben.

Friedas Ofenbratl
Tour Details

Schattnerzinken

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