Seitnerzinken

mit dabei:

Andreas
Aufstieg in Richtung Gamperhütte

 

Meteorologen haben nicht nur immer recht (s. Tour Hühnerkogel v. 22.2.22), sondernd sie haben auch ihre eigene Zeitrechnung. Am letzten Tag „ihres“ (des meteorologischen) Winters ist es noch einmal zapfig kalt gewesen. Deswegen sind wir vom Parkplatz am Ende der Fahrmöglichkeit im Bretsteingraben sehr flott losgestiefelt. Der stellenweise ziemlich tief geräumten Forststraße sind wir bis knapp vor der Gamperhütte gefolgt und dann nach rechts abgezweigt.

 

Nach einer kurzen Passage im Wald sind wir am oberen Forstweg danach die Kehren bis knapp unter der Baumgrenze ausgegangen. Über die etwas steilere Geländestufe sind wir bei aufkommendem Wind dann ins weite Kar hinaufgestiegen. Jetzt war es auch an der Zeit, die Sonnenbrillen aufzusetzen. Die kurze Pause haben wir auch für einen Schluck aus der Thermoskanne genützt.

Vorbei an den letzten Bäumen nach der kurzen Steilstufe
Schneefahnen empfangen uns am Sattel

 

Anschließend ging es im Kar weiter aufwärts. Der Wind hat zwischendurch an Stärke zugelegt und auch – wie so oft im alpinen Kargelände – aus völlig unterschiedlichen Richtungen geblasen.  Mit Zunahme der Steilheit hinauf in den Sattel zwischen Schrattnerkogel und Seitnerzinken sind wir zwar etwas in den Windschatten eingetaucht, ab dem Sattel hat der Wind aber massiv an Stärke zugelegt. Ab dem Zeitpunkt, da wir uns in Richtung des langen, ziemlich abgeblasenen Gratrückens hinauf zum Seitnerzinken ostwärts gewendet haben, war es jetzt Zeit, die Oberbekleidung zu ergänzen und das Gesicht gegen den beißenden Seitenwind abzudecken.

 

Dann sind wir entlang der Wechtenkante weiter angestiegen, haben das eine oder andere Mal, sofern die durch den Triebschnee eingeschränkte Sicht dies zugelassen hat, auch schon einmal einen Blick in die Südflanke geworfen. Nach 2 Std 13 min (einschließlich der beiden Pausen) waren wir am Gipfel. Jetzt galt es wegen der abermals zugenommenen Windstärke in erster Linie darauf zu achten, während des hurtigen Umrüstvorganges keinen Ausrüstungsgegenstand zu verlieren.

Schlussanstieg entlang der Wechtenkante
Nach knapp 2 ¼ Std am Gipfel

 

Diese Übung ist gottlob gelungen und sehr bald sind wir schon wieder entlang der Aufstiegslinie ein Stück abgefahren. An einer im Anstieg für günstig befundenen Stelle sind wir dann über die Wechte vorsichtig in die Südflanke eingefahren. Über den anfänglichen Triebschnee waren wir schnell drüber, danach hat sich uns die gesamte Flanke mit einem brüchigen Harschdeckel über dem darunter verborgenen Pulver, den wir hier noch erhofft hatten, präsentiert.

 

Die nachfolgende Abfahrt wird daher wegen des zweifelhaften Vergnügens, den Bruchharsch zu durchpflügen, nicht unbedingt in die positiv erinnernswerten Abfahrten des Skitourenwinters eingehen. Zwischendurch war der Harschdeckel so widerborstig, dass er einen von Andreas‘ Schneetellern durch die Drehbewegung beim Stockeinsatz abgeschraubt hat. Dieser war dafür durch mich als Nachfahrenden in der Einstichstelle wieder leicht aufzufinden.

Plattenpulver
Plattenpulver

 

Bis in den kleinen Sattel am unteren Ende der Flanke haben wir uns daher eher gequält. Auch die enge Rinne hinunter ins weite Kar hatte nicht unbedingt guten Schnee für uns bereit. Daher war es jetzt angezeigt, mit der Hangexposition zu experimentieren und die Karseite zu wechseln. Im Auslauf der Ostflanke des Schrattnerkogels sind wir dann endlich wieder auf den schon im Anstieg studierten etwas gepressten Pulverschnee gestoßen.

 

Diesen hätten wir sicher bei der Abfahrt vom Schrattnerkogel nach dem ursprünglich geplanten Wiederanstieg, wie wir ihn schon öfter einmal gemacht hatten, in voller Länge auskosten können. Aber der im kammnahen Bereich nach wie vor sehr starke Wind und die Aussicht, ein weiteres Mal während des Schlussanstiegs und beim Umrüsten dagegen ankämpfen zu müssen, haben uns den Plan verleidet.

Pulver im Kar
Pulver im Kar

 

Daher haben wir jetzt im Kar die besten Bereiche gesucht, um durch den dort noch konservierten Pulverschnee doch noch genussvoll abzufahren. Diese Übung ist ganz gut gelungen. Nach der Geländestufe haben wir uns dann in die Aufstiegsspur am Forstweg hineingestellt und sind darin bzw. durch den Pulverschnee knapp daneben genussvoll abgefahren. Auch den grundsätzlich einladenden baumfreien Bereich östlich der Gamperhütte haben wir nicht angenommen und sind am Forstweg geblieben. Dort hätte uns sicher ein ähnlicher Schneemix geblüht wie in der Gipfelflanke. Lediglich einmal haben wir eine Wegkehre durch eine noch halbwegs pulvrige Waldschneise abgekürzt.

 

Schließlich haben wir uns in den geräumten Forstweg hineingestellt und sind ohne wesentliche Feindkontakte zum Ausgangspunkt der Tour abgefahren. Jetzt hat es sich jedenfalls ausgezahlt, dass wir uns im Anstieg jene Stellen, wo der Weg besonders tief geräumt war, eingeprägt hatten. Nach dem Verstauen der Ausrüstung im Auto ging es dann wieder talauswärts. Und weil die Suche nach einer geöffneten Einkehrstätte mittlerweile schon irgendwie zu jeder Tour dazu gehört sind wir nach der guten Erfahrung der Vorwoche am Ende wieder beim Wilhelmer in Aichdorf gelandet. Dem Heinrich darf ich berichten, dass die Hauptspeise des von mir gewählten Menüs diesmal ein Kotelett mit Grillgemüse und Braterdäpfel war. Andreas hat sich für ein – nach seiner Beurteilung -ausgezeichnetes Blunzengröstl mit einem Spiegelei entschieden.

Kotelett mit Grillgemüse und Braterdäpfeln

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