
Wenn die Lawinenwarnstufe zwar nicht groß, nach den starken Schneefällen der Vorwoche über der Baumgrenze aber doch erheblich und die Situation wegen des schon den ganzen Winter über andauernden schlechten Schneedeckenaufbaus angespannt ist (auch am vergangenen Wochenende hat es wieder Lawinentote gegeben), dann bäckt man bei der Tourenplanung am besten kleine Brötchen und geht auf Nummer sicher. Der schon am Wochenende hundertfach begangene Zirbitzkogel ist da eine Bank. Nicht nur, dass man bei den Rieserliften auf einer präparierten Piste weggeht, durch die vielfache Begehung und Befahrung gibt es bis ganz hinauf quasi „Pistenverhältnisse“.
Nach dem Aufstieg entlang der Rieserlifte und in der Verlängerung vorbei an den Wochenendhäusern im Sabathygebiet haben wir unterhalb der Sabathyhütte die Zufahrtsstraße gequert und sind vorbei an der Zirbenkapelle weiter angestiegen. Flach ging es hinein zur Linderhütte und ab da entlang der obligaten Route durch den Zirbenbestand weiter hinauf zur Waldgrenze.


Ein frisches Lüfterl hat uns ab da am Weg hinauf zum Lindersee begleitet. Im frischen Triebschnee leicht anstollende Felle mussten auf den harschigen Flächen öfters abgestreift werden. Auf Höhe des zugefrorenen Sees haben wir uns eine Trinkpause gegönnt und bei dieser Gelegenheit auch die Oberbekleidung ergänzt. Das war eine weise Entscheidung, denn der böige Gegenwind hat im weiteren Anstieg oberhalb des Sees ordentlich zugelegt.
Flott haben wir hier jetzt Höhe gewonnen und nach einer Anstiegszeit von 2 Std 22 min haben wir den Gipfel des Zirbitzkogels erreicht. Es war zwar sonnig, aber der Wind so unwirtlich, dass wir den Aufenthalt sehr kurz gehalten haben. Ob bei einem noch etwas verlängertem Aufenthalt die nächste Bö dem Andreas eine noch stylischere Frisur 😊 verpasst hätte, wage ich zu bezweifeln.


Jedenfalls sind wir gleich auf Fellen zum Schutzhaus hinunter gefahren und haben dort an der windgeschützten Südseite vor dem Winterraum abgefellt, uns gestärkt und uns darüber gewundert, wie wenig Schnee immer noch entlang des Aufstiegsweges von der Waldheimhütte liegt. Bis zu unserer Abfahrt ist von dieser Seite überhaupt niemand heraufgekommen.
Als das Haupthaar unter dem Helm verstaut war und – fast 😉– alle Ausrüstungsgegenstände in den Abfahrtsmodus getrimmt waren, haben wir angeschnallt und sind losgefahren. Gleich der erste Hang hat uns gezeigt, dass es sich auf der kompakten Unterlage sehr gut fährt. Als ich dann auch noch an meinem Skibergschuh den Abfahrtsmodus eingeschaltet habe, hat sich der Abfahrtsgenuss auf den weiteren Stufen hinunter zum Lindersee noch einmal gesteigert.


Sehr flott haben wir die zuvor schweißtreibend gewonnene Höhe wieder abgebaut. Am See vorbei ging es hinunter zur Waldgrenze und nach der anfänglichen kurzen Geländestufe im Zirbenwald sind wir im stellenweise recht glasigen Forstweg talwärts gebraust. Auf die kurze Gegensteigung bei der Wegkehre, die uns zur vormaligen Piste zur Sabathyhütte geführt hätte, haben wir verzichtet, weil wir uns dort keinen guten Schnee erwartet haben.
So sind wir weiter am Weg geblieben und wieder vorbei an der Linderhütte entlang unseres Aufstiegsweges abgefahren. Etwas oberhalb der Sabathyhütte sind wir dann vom Forstweg auf die Wiese hinaus gequert. Unsere vorherige Entscheidung hat sich auf der letzten Wiesenfläche hinunter zur Sabathyhütte bestätigt. Die dort geplante Einkehr mussten wir wegen des Ruhetages verschieben.


Nach dem Überqueren der Zufahrtsstraße – jetzt mit abgeschnallten Skiern – sind wir noch flott bis zur Piste und auf dieser zum Ausgangspunkt der Tour abgefahren. Dort haben wir bereits knapp nach 11.00 Uhr schon wieder abgeschnallt. Nach dem Umziehen und Verstauen der Ausrüstung haben wir – jetzt aber motorisiert – noch ein paar Höhenmeter gemacht. Bei der Rieseralm sind wir eingekehrt. Auf der sonnigen Terrasse, darüber wird sich der Heinrich freuen, haben wir es uns bei einem Pulled Pork Burger (Andreas) bzw. bei einem Schweinsbraten mit Sauerkraut und Knödel gut gehen lassen.
2 Kommentare
Danke für die Blumen, Giovanni! Ich werde mich weiterhin bemühen. Lg Franz
Danke Franz! Du bist ein guter Skitour Storyteller!